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Frantz ist auf dem Weg nach oben

Frantz ist auf dem Weg nach oben

Nürnberg/Saarbrücken. "S'ist so viel Heimweh in der Welt, dass eins dem andern die Waage hält", wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Auch Mike Frantz weiß, wie sich Heimweh anfühlt. Der 22-Jährige ist seit Sommer zum ersten Mal von zuhause weg. Zuhause, das ist Saarbrücken. Bis zum Sommer spielte der Blondschopf beim Fußball-Oberligisten 1. FC Saarbrücken

Nürnberg/Saarbrücken. "S'ist so viel Heimweh in der Welt, dass eins dem andern die Waage hält", wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Auch Mike Frantz weiß, wie sich Heimweh anfühlt. Der 22-Jährige ist seit Sommer zum ersten Mal von zuhause weg. Zuhause, das ist Saarbrücken. Bis zum Sommer spielte der Blondschopf beim Fußball-Oberligisten 1. FC Saarbrücken. Seit Juli wohnt Frantz in Nürnberg. "Das ist mir zu Beginn schon extrem schwer gefallen", erinnert sich Frantz, "Eltern, Freunde - das hat mir gefehlt."

Mittlerweile hat sich der Fußballer gut eingelebt. Hilfreich ist, dass er einmal pro Woche in die Heimat fahren darf. Außerdem ist Frantz endlich richtig fit. "Ich hatte ja schon in Saarbrücken ständig mit Verletzungen gespielt, mich vor den Spielen spritzen lassen. Da war mir klar, dass irgendwann der große Knall kommt", sagt Frantz. Der kam am 9. Juli im Testspiel beim FC Amberg. Frantz prallte mit einem Gegenspieler zusammen. Die Diagnose: Syndesmoseriss im rechten Sprunggelenk. "Das ist die Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein", erklärt Frantz. Bis zu seinem Geburtstag Mitte Oktober fiel der Saarbrücker aus. Dann wurde er über drei Einsätze in der zweiten Mannschaft an das Profiteam des 1. FC Nürnberg herangeführt.

Dort feierte er vor zwei Wochen sein Debüt, vor 38000 Fans im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (0:0). Frantz wurde in der 70. Minute eingewechselt. Beim 3:0 beim FC Ingolstadt am vergangenen Freitag durfte Frantz von Beginn an ran und bot eine gute Partie, in der 70. Minute wurde er ausgewechselt. Für ihn kam Ex-Nationalspieler Marco Engelhardt. "Das hatte natürlich schon was", schmunzelt Frantz.

Sein Trainer Michael Oenning sieht Frantz auf der linken oder rechten Außenbahn. "Da fühle ich mich wohl. Mein Trumpf ist ja ohnehin, dass ich beidfüßig bin und vorne flexibel spielen kann", sagt Frantz. Geholt nach Nürnberg hatte ihn mit Thomas von Heesen ein Trainer, der nach dem ersten Spieltag schon wieder weg war. Aber auch Oenning "steht" auf Mike Frantz. Am Sonntag um 14 Uhr im Spiel der Spiele, dem Traditionsderby gegen Greuther Fürth, wird er wohl wieder von Anfang an auflaufen.

Die sportliche Lage in Nürnberg ist bisher nicht sonderlich rosig. "Wir haben die ersten zwölf Partien richtig schlecht gespielt, in Ingolstadt konnte man das erste Mal richtig zufrieden sein", sagt Frantz und meint: "Jetzt gilt es, von Spiel zu Spiel und nicht auf die Tabelle zu schauen, Wenn uns eine Serie gelingt, kann es schnell weiter nach vorne gehen." Das wäre von Vorteil, denn das Publikum in Nürnberg ist ähnlich wie das Saarbrücker Umfeld sehr ungeduldig, der Pokalsieger von 2007 zum Aufstieg verdammt.

Die Lage bei seinem Ex-Club hat Frantz genau im Blick. So war er zum Beispiel beim Pokalsieg des FCS in Lebach (4:0) im Stadion. "Es ist schön, wieder bei den alten Freunden und Mitspielern zu sein. Ich habe immer betont, dass ich irgendwann mal zurückkehren will. Im Fußball geht es ja manchmal schnell", sagt Frantz. Der FCS ist sein Verein. Das merkt, wer auf seiner Seite der Internet-Community "Wer kennt wen" die vielen FCS-Gruppen sieht, denen er angehört. "Ich habe eine super enge Bindung zu dem Verein, war als Kind schon immer stolz, wenn ich im Ludwigspark war. Das Zuschauerpotenzial in Saarbrücken ist unfassbar. Ich hoffe, dass sie ihre Überlegenheit in dieser Saison bis zum Ende ausspielen. Wenn sie so weitermachen, habe ich keine Bedenken, dass der Aufstieg klappt", sagt Frantz. Und dann wird es ihn wieder in den Park treiben - denn Heimweh kann ganz schön weh tun. "Ich habe eine super enge Bindung zu dem Verein."

Mike Frantz über den 1. FC Saarbrücken