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Meinungsverschiedenheiten mit Hopp
Flick steht kurz vor dem Aus

Das Tischtuch zwischen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp (links) und Hansi Flick scheint zerschnitten. Das berichten mehrere Medien.
Das Tischtuch zwischen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp (links) und Hansi Flick scheint zerschnitten. Das berichten mehrere Medien. FOTO: Daniel Maurer / dpa
hoffenheim. Ex-DFB-Sportdirektor hört in Hoffenheim nach Problemen mit Hopp wohl bald auf.

Die „Flick-Schusterei“ hat wohl bald ein Ende. Trotz aller Dementis vonseiten des Clubs steht Hansi Flick offenbar kurz vor dem Aus beim Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim. Laut Magazin „kicker“ geht es nur noch um die Modalitäten der Vertragsauflösung mit dem 52 Jahre alten Sport-Geschäftsführer. Dabei hatte der frühere Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erst am 1. Juli des Vorjahres sein Amt übernommen und einen Fünfjahresvertrag bei der TSG unterschrieben.Schon die Bild-Zeitung hatte von schweren Dissonanzen zwischen Flick und der restlichen Clubführung um Mehrheitseigner Dietmar Hopp berichtet.



Offiziell ist Flick, der die TSG zwischen 2000 und 2005 als Trainer betreut hat, derzeit im Urlaub. Am Dienstag soll er sich aber mit Hopp getroffen haben. Sollte Flick die Kraichgauer tatsächlich verlassen, müsste die Episode als großes Missverständnis bewertet werden.

„Das ist ein bedeutender Tag für die TSG. Diese Verpflichtung ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung unseres Vereins. Nun sind wir optimal besetzt. Wir waren vom Glück begünstigt, dass wir Hansi Flick bekommen haben“, hatte Hopp bei der Vorstellung Flicks gesagt: „Er besitzt hohe Glaubwürdigkeit, ist bestens vernetzt, hat eine regionale Verbundenheit, ist eine bodenständige Persönlichkeit und ein Sympathieträger. Er wird für eine Aufbruchstimmung sorgen, von der wir alle profitieren werden.“

Schon damals hatte die Verpflichtung Flicks für Kopfschütteln bei vielen Beobachtern gesorgt. Die Installierung des früheren Assistenztrainers der Nationalmannschaft ohne konkrete Stellenbeschreibung schien überflüssig, da sich die Hoffenheimer kurz zuvor erstmals für das internationale Geschäft qualifiziert hatten und die sportliche Leitung um Trainer Julian Nagelsmann und Sportchef Alexander Rosen bestens funktionierte.

Flick, der nicht weit vom Hoffenheimer Trainingszentrum in Zuzenhausen wohnt, bildete in den vergangenen Monaten das Geschäftsführer-Trio mit Peter Görlich und Frank Briel. Er trug die Verantwortung für die Profis, die U23 und die Akademie. Sein Ziel war der Wandel der TSG vom Ausbildungsverein zum dauerhaften Europacup-Aspiranten. Das sei die TSG noch nicht, hatte Flick kurz nach seinem Amtsantritt gesagt. Nagelsmann wollte gestern nichts zu dem Thema sagen – und auch der Club mauerte noch.