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Champions League
Guardiolas Scheich schweigt zu den Vorwürfen

Pep Guardiola verdient nicht schlecht bei ManCity. Woher das Geld kommt, ist unklar, wenn man den Football-Leaks-Enthüllungen glaubt.
Pep Guardiola verdient nicht schlecht bei ManCity. Woher das Geld kommt, ist unklar, wenn man den Football-Leaks-Enthüllungen glaubt. FOTO: dpa / Martin Rickett
Manchester. Das Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk wird für Manchester City nicht nur sportlich zur Nebensache. sid

Der Scheich hält still. Bislang hat der steinreiche Eigentümer von Manchester City, Hoffenheims Gruppengegner in der Champions League, kein Wort zu den Betrugsvorwürfen verloren. Laut den Football-Leaks-Enthüllungen sollen im Auftrag Seiner Hoheit Millionenbeträge verschoben und Sponsorenverträge frisiert worden sein. Sollte das stimmen, würden Scheich Mansour und den Citizens harte Sanktionen drohen. Die Diskussionen überlagern den aktuellen Lauf der Citizens. Am Wochenende eroberte der Klub von Trainer Pep Guardiola die Tabellenführung in England zurück – dank eines berauschenden 6:1 gegen den FC Southampton.


Laut den vom „Spiegel“ und dem Recherchenetzwerk EIC geteilten Dokumenten hat der Scheich über Jahre verschleierte Zahlungen an seinen Klub geleistet, was gegen die Richtlinien des Financial Fair Play (FFP) verstoßen würde. Abgewickelt worden sei der Betrug mit Sponsoren, die viel weniger bezahlt haben sollen, als im Vertrag festgeschrieben war. Die Differenz sei dann aus dem Privatvermögen des Scheichs geflossen. Beim Vertrag mit der Fluglinie Etihad habe diese lediglich sieben Millionen Euro überwiesen, die restlichen 52 Millionen habe die Abu Dhabi United Group (ADUG) bezahlt – jene Holding, über die Scheich Mansour der Klub gehört. Dasselbe Spiel sei mit weiteren Partnern gelaufen.

Als Beweise sollen von Klubmitarbeitern geschriebene Mails dienen, in denen auch die Rede ist von „alternativen Quellen“, die von „Seiner Hoheit zur Verfügung“ gestellt worden seien. Zudem sollen Sponsorenverträge auf Zuruf zurückdatiert worden sein. Offiziell haben der Scheich und seine Partner laut dem Fachmagazin kicker in den vergangenen zehn Jahren rund 1,46 Milliarden Euro in den Klub gesteckt.



Die Uefa teilte am Dienstag auf Anfrage mit, „einzelne Fälle aufgrund von vertraulichen Verpflichtungen, die die Uefa respektieren muss, nicht kommentieren“ zu können. Der Dachverband, der laut der britischen Times auch aus der spanischen Liga zu Ermittlungen aufgefordert wurde, scheint abzuwarten, aus welcher Quelle die Football Leaks kommen. Illegal beschaffte Daten wären als Beweise kaum nutzbar.

Die Citizens, die am heutigen Mittwoch (21 Uhr/DAZN) gegen Schachtjor Donezk spielen, hatten nach den ersten Anschuldigungen lediglich eine dünne Stellungnahme verschickt. Es sei „ein klarer Versuch, der Reputation des Klubs zu schaden“, hieß es, als es um vermeintliche „Geheimgespräche“ mit dem damaligen Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino ging. Ziel damals: Eine möglichst geringe Strafe nach Verstößen gegen das FFP. 2014 war City mit einer Geldstrafe von 60 Millionen Euro belegt worden und so um den Ausschluss aus der Champions League herumgekommen. Laut FFP-Regularien darf ein Eigentümer Fehlbeträge nur bis zu einem sehr geringen Maße aus dem Privatvermögen ausgleichen.