Fildebrandt greift im Norden nach dem WM-Ticket

Schwimmen : „Filde“ kämpft im Norden um ein WM-Ticket

Saar-Schwimmer Fildebrandt startet bei den hochkarätigen Wettbewerben in Bergen und Stockholm.

Die alte Hansestadt Bergen in Norwegen ist wunderschön, viele Touristen starten hier ihre Hurtigruten-Fahrten die Küste hoch nach Norden. Für Sehenswürdigkeiten wird Christoph Fildebrandt an diesem Wochenende aber wohl kaum Zeit haben. Der beste saarländische Beckenschwimmer kam am Donnerstagabend an – und muss an diesem Freitagmorgen über seine Spezialstrecke 100 Meter Freistil gleich Höchstleistung bringen.

„Filde“ kämpft beim Schwimmfestival in Bergen und eine Woche später beim Swim Cup im schwedischen Stockholm um die Qualifikation zur WM im südkoreanischen Gwangju (12. bis 18. Juli). Die beiden hochkarätigen Wettkämpfe sind ein Höhepunkt seines Kalenders. Seit Januar läuft bereits der Qualifikations-Zeitraum, am 2. Mai endet er für die Staffeln. „Die Staffel hat Prio A“, sagt der 29-Jährige. Grund für die Priorität: Die aufaddierten Zeiten der vier besten deutschen Schwimmer, zu denen der Dudweiler gehören möchte, sind wichtig, damit der Deutsche Schwimmverband überhaupt einen Startplatz für seine 100-Meter-Freistil-Staffel in Südkorea bekommt.

Für Fildebrandt wäre die WM ein erster Schritt in Richtung Teilnahme an seinen dritten Olympischen Spielen 2020 in Japans Hauptstadt Tokio. Die Einzel-Norm für einen WM-Startplatz ist ambitioniert und liegt bei 48,5 Sekunden. „Das wäre ein großer Sprung, das zu schaffen, und eine Überraschung“, erklärt der Athlet vom Saarbrücker Olympiastützunkt: „Das wäre acht Zehntel schneller, als ich 2018 geschwommen bin.“ Der saarländische Landestrainer Felix Weins glaubt: „ Filde hat gute Chancen in der Staffel. Die Einzelnorm ist sehr, sehr hart.“

Aber auch die schließt Weins nicht aus, wenn Fildebrandt seine gute Form über die Kurzbahn auch über die Langbahn noch verbessert. So hatte der 29-Jährige im Dezember bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften bei neun Starts neun Bestzeiten erreicht. Dazu hatte er drei Medaillen gewonnen: Gold über 100 Meter Freistil, Silber über 50 Meter Freistil und Bronze über 100 Meter Schmetterling.

„Ich fühle mich gut in Form“, sagt Fildebrandt, auch eine Nebenhöhlenentzündung im Winter behinderte ihn nur wenig in seiner Trainingssteuerung. Die ist übrigens darauf ausgerichtet, dass er beim Wettkampf in Stockholm in einer Woche auf dem Leistungszenit sein soll. „Mein erstes Ziel ist, unter die besten Vier in Deutschland zu kommen, die Einzelnorm ist anspruchsvoll“, sagt „Filde“, der als letzter verbliebener Weltklasse-Athlet im Becken das Aushängeschild des Saarländischen Schwimmbundes (SSB) ist.

Von Bergen aus fliegt „Filde“ dann am Montag weiter nach Schweden. Und vielleicht ist ja nach den Wettkämpfen in Stockholm noch Zeit für etwas Sightseeing – am besten mit erfüllter WM-Norm für Südkorea.

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