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Korruptionssumpf immer tiefer: Fifa-Prozess: PSG-Chef wollte dubiose Firma kaufen

Korruptionssumpf immer tiefer : Fifa-Prozess: PSG-Chef wollte dubiose Firma kaufen

Der Präsident des französischen Erstligisten Paris Saint-Germain (PSG), Nasser al-Khelaifi, soll am Kauf einer argentinischen Firma interessiert gewesen sein, der Bestechung von Fußball-Offiziellen vorgeworfen wird. An den Verhandlungen sei lange gearbeitet worden, sagte Santiago Pena, ein früherer Mitarbeiter der Firma, im Prozess um den Fifa-Korruptionsskandal nach Angaben der Nachrichtenagentur AP vor Gericht in New York. 51 Prozent der Firma seien mit rund 212 Millionen Dollar (rund 180 Millionen Euro) bewertet worden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe seien die Verhandlungen im Mai 2015 abgebrochen worden.

Gegen al-Khelaifi wird wegen des Verdachts auf Bestechung ermittelt. Dabei geht es darum, ob der für zehn Jahre gesperrte Ex-Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten für die Weltmeisterschaften von 2026 und 2030 „nicht gebührende Vorteile“ vom PSG-Chef angenommen habe. Al-Khelaifi ist Geschäftsführer der Sportrechtefirma BeIN Media Group. Er und das Unternehmen weisen alle Anschuldigungen zurück.

Im derzeit laufenden Prozess stehen Juan Angel Napout, der Ex-Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol, Jose Maria Marin, ehemals Präsident des brasilianischen Verbandes, und Manuel Burga, Ex-Präsident von Perus Verband, im Zentrum. Als Gegenleistung für Schmiergelder in Millionenhöhe sollen sie lukrative TV- und Sponsorenrechte für Turniere an eine Marketingfirma vergeben haben. Mehr als 40 Personen haben sich inzwischen schuldig bekannt, mehr als zwei Jahrzehnte Schmiergeld angenommen zu haben. Laut eines Zeugen erhielten die Empfänger Automarken als Spitznamen, als Betreff soll „Q2022" (Katar heißt auf Englisch Qatar) in den Überweisungen gestanden haben.