Fiesta mexicana für Lewis Hamilton

Fiesta mexicana für Lewis Hamilton

Lewis Hamilton und Nico Rosberg mussten am Sonntagabend lange auf die Siegerehrung warten. Die Rennleitung bestrafte den ursprünglich drittplatzierten Max Verstappen – dadurch rückte Sebastian Vettel auf.

Nico Rosberg muss nach dem zweiten Sieg von Titelverteidiger Lewis Hamilton binnen acht Tagen mindestens noch zwei Wochen auf den ersehnten ersten WM-Triumph warten. Der gebürtige Wiesbadener rettete am Sonntagabend in der dünnen Luft von Mexiko-Stadt aber wenigstens Platz zwei hinter seinem britischen Mercedes-Teamkollegen ins Ziel. "Lewis war zu schnell dieses Wochenende, da musst Du dich einfach mit dem zweiten Platz zufrieden geben", sagte Rosberg. Gewinnt der Wiesbadener nun das nächste Rennen in Brasilien, steht er mit 31 Jahren erstmals in seiner Karriere als Formel-1-Weltmeister fest.

Auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez war Rosberg gegen Hamilton aber ohne Chance und hatte im Ziel mehr als acht Sekunden Rückstand. Stattdessen musste er sich der Attacken des erneut wild fahrenden Max Verstappen im Red Bull erwehren, der ihn in der ersten Kurve sogar anrempelte - eine "Kamikaze-Aktion", wie Rosberg fand. "Das ist absolut inakzeptabel. Helmut Marko (der Motorsport-Berater von Red Bull, Anm. d. Red.) sollte sich den Verstappen mal langsam zur Brust nehmen. Fast hätte er da die WM entschieden", wetterte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda aufgebracht.

In Runde 50 war Verstappen dann sogar schon an Rosberg vorbei, der Mercedes-Pilot konterte aber das wieder einmal mehr als offensive Manöver des 19-Jährigen, der sich verbremste und dadurch viel an Boden verlor.

Doch Rosberg und Lauda waren nicht die einzigen, die sich über Verstappen aufregten. Ein Zweikampf mit Sebastian Vettel kurz vor Schluss um Platz drei sorgte für weitere hitzige Diskussionen. Verstappen kürzte beim Versuch, seinen Platz zu verteidigen, ab - und ignorierte danach die Anweisung seines eigenen Teams, den Ferrari-Piloten vorbei zu lassen. Vettel war fuchsteufelswild, schimpfte am Funk lauthals. Kurz nach dem Zieleinlauf, als die drei Erstplatzierten auf die Siegerehrung warteten, bekam Verstappen von der Rennleitung eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Die Siegerzeremonie verzögerte sich, weil Vettel erst einmal aus dem Fahrerlager aufs Podium geholt werden musste.Verstappen rutschte noch hinter seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo (Australien) auf Rang fünf zurück, eine Tatsache, die Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko ganz und gar nicht verstand. "Es ist jammerschade, dass ein so tolles Finale so entwertet wird", sagte er. "In der ersten Runde ist Lewis Hamilton ebenfalls neben der Strecke gewesen und hat trotzdem seinen Platz behalten." Hamilton hatte sich nach gutem Start in der ersten Kurve verbremst und war in die Wiese gerutscht, als er einen Angriff von Rosberg und Verstappen abwehren wollte.

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