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Historischer Erfolg in Südtirol
Ferstl schreibt im Super-G deutsche Ski-Geschichte

Mit seinem Weltcup-Sieg wandelte Josef Ferstl auf den Spuren von Markus Wasmeier.
Mit seinem Weltcup-Sieg wandelte Josef Ferstl auf den Spuren von Markus Wasmeier. FOTO: Alessandro Trovati / dpa
st. christina in Gröden. Skirennfahrer holt in Gröden ersten Erfolg seit 1991. Für Felix Neureuther steht das Olympia-Aus dagegen jetzt endgültig fest.

Josef Ferstl hat sensationell den Super-G von Gröden gewonnen und damit eine fast 27 Jahre währende Durststrecke beendet. Der Skirennfahrer raste am Freitag zum ersten deutschen Weltcup-Sieg in dieser Disziplin seit Markus Wasmeier im März 1991. Der 28-Jährige setzte sich vor Max Franz aus Österreich (+0,02 Sekunden) und dessen Landsmann Matthias Mayer (+0,10) durch.



„Das ist unglaublich, geil!“, sagte Ferstl im Zielraum in Südtirol nach seinem Rennen für die deutschen Alpin-Geschichtsbücher. Mit dem ersten Podiumsplatz seiner Laufbahn bescherte er dem Deutschen Skiverband (DSV) zudem den ersten Erfolg in einem Geschwindigkeits-Rennen seit Max Rauffers Abfahrts-Coup vor 13 Jahren ebenfalls in Gröden. Andreas Sander landete in Gröden auf dem sechsten Rang. Thomas Dreßen erwischte nach seinem dritten Platz zuletzt bei der Abfahrt in Beaver Creek keinen optimalen Tag und landete auf Platz 20.

„Für uns ist das ein Traum“, sagte Sportdirektor Wolfgang Maier zum Überraschungserfolg von Ferstl und sprach von einer „historischen“ Leistung. In den vergangenen Jahren waren die deutschen Sportler der Konkurrenz regelmäßig weit hinterhergefahren und holten erst in jüngster Zeit deutlich auf. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, meinte Ferstl in einer ersten Reaktion. Der Athlet vom SC Hammer legte trotz Knieschmerzen auf der berühmten Saslong-Piste in Südtirol eine clevere Fahrt hin und profitierte von seiner frühen Startnummer 2. Schon wenige Starter später setzte Schneefall ein und verlangsamte die Strecke. Zudem zog teilweise Nebel auf, der die Sicht beeinträchtigte. Nach 38 Fahrern wurde das Rennen schließlich abgebrochen.

Sander fehlten 28 Hundertstelsekunden auf sein erstes Podium im Weltcup. „Ich habe nicht ganz das Gefühl für den Schnee gefunden“, sagte er. „Es war nicht schlecht und nicht perfekt.“ Am Samstag will das deutsche Trio bei der legendären Abfahrt (12.15 Uhr) in den Dolomiten nachlegen und den dritten Podestplatz in Serie einfahren.

Für Skirennläufer Felix Neureuther haben sich dagegen die Hoffnungen auf einen Start bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zerschlagen. Der 33-jährige Medaillenkandidat wurde am Freitag vom Kniespezialisten Christian Fink in Innsbruck operiert. Neureuther hatte am 25. November nach einem Trainingssturz in den USA einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten und zunächst auf eine Operation verzichtet, um sich die Möglichkeit eines Starts in Südkorea offenzuhalten. Jetzt ist klar, dass er mehrere Monate pausieren muss. Ein Karriereende hatte der beste deutsche Weltcupfahrer ausgeschlossen.