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Fernandez macht Platz für Müller

Fernandez macht Platz für Müller

Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken muss heute zum SV Wehen-Wiesbaden. FCS-Trainer Luginger nimmt auf der Torhüter-Position einen Wechsel vor, lässt Michael Müller für Benedikt Fernandez spielen.

Das 1:1-Unentschieden gegen Hansa Rostock am vergangenen Samstag könnte der letzte Auftritt von Torwart Benedikt Fernandez im Trikot des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken gewesen sein. Der Vertrag des 28-Jährigen läuft am Saisonende aus. "Wir wollen Bene grundsätzlich halten, aber wir müssen sehen, ob es machbar ist", sagt FCS-Trainer Jürgen Luginger, "wir haben miteinander gesprochen, sein Berater wird auf uns zukommen."

"Langfristig was aufbauen"

Ein klares Bekenntnis zur Nummer eins hört sich irgendwie anders an. Dabei hat sich in den vergangenen Monaten kaum ein anderer Spieler so viel Anerkennung bei den Fans erworben. "Am Sonntag habe ich auf dem Heimweg Richtung Köln auf dem Rastplatz Mayen Pause gemacht. Da kam ein Mann ganz aufgeregt zu mir. Er dankte mir, weil ich geholfen hätte, den Verein in dieser Saison zu retten", erzählt Fernandez, "ich war total gerührt." Vor einem Jahr war der Ex-Leverkusener noch arbeitslos, jetzt ist er die Nummer eins beim FCS und will bleiben: "Ich habe schon mehrfach betont, dass ich hier langfristig etwas aufbauen möchte", sagt Fernandez, "ich habe mich sogar schon nach Wohnungen in Saarbrücken umgeschaut, denn bislang wohne ich im Hotel."

Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung habe man von beiden Seiten "eher ruhiger angegangen, denn es stand ja noch eine Rückenoperation im Raum." Fernandez leidet unter einem Bandscheibenvorfall, wird seit Wochen mit Spritzen, Krankengymnastik und speziellem Krafttraining therapiert. "Jetzt kann ich Entwarnung geben. Professor Fritsch von der Neurochirurgie der Uniklinik Homburg, hat sich meinen Rücken angeschaut", berichtet Fernandez glücklich, "der Druck auf den Nerv ist nicht so schlimm. Durch die Therapie ist ein stabiler, schmerzfreier Zustand eingetreten, der eine Operation unnötig macht."

Dass Fernandez sportlich wie menschlich ein Gewinn ist, zeigt auch seine Einstellung gegenüber seinen Konkurrenten. "Ich wünsche mir eigentlich, dass Enver Marina gegen den 1. FC Heidenheim sein Abschiedsspiel bekommt. Er hat viel für den Verein geleistet", sagt Fernandez, "und ich würde mich freuen, wenn Michael Müller auch noch ein paar Einsätze bekommt. Er hat sich die ganze Saison über großartig verhalten, hat sich immer voll reingekniet."

FCS-Trainer Luginger sieht das ähnlich und lässt Michael Müller heute gegen den SV Wehen/Wiesbaden (Anstoß 19 Uhr, Brita-Arena) spielen. "Michael wird auch im Pokalfinale spielen", sagte Luginger gestern, "darum ist es gut, dass er sich einspielt." Im Saarlandpokalfinale trifft der FCS am Mittwoch, 18 Uhr, in Hasborn auf Saarlandliga-Tabellenführer FC Hertha Wiesbach.