Fellhauers verrückter Weg zurück in die Heimat

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Der verrückte Weg zurück in die Heimat

Robin Fellhauer hat bei der SV Elversberg einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Die Familie hat ihn zu diesem Schritt ermutigt.

Sinan Tekerci, der Flügelflitzer der SV Elversberg, hatte in der Schlussminute die Riesenchance zum Sieg auf dem Fuß. Doch eine beherzte Attacke des Freiburger Innenverteidigers Robin Fellhauer stoppte ihn gerade noch. Das war am dritten Spieltag, und die SVE kam gegen den SC Freiburg II nicht über ein torloses Remis hinaus. Seit Montag steht der Tor-Verhinderer Fellhauer in Elversberg unter Vertrag. „Ich hoffe nicht, dass uns diese zwei Punkte am Saisonende zum Aufstieg fehlen. Das wäre extrem bitter und ziemlich verrückt“, sagt der 21-Jährige nach dem ersten Training mit seiner neuen Mannschaft.

Verrückt war auch der gesamte Wechsel zurück ins Saarland, wo „Felle“ in der Jugend des 1. FC Saarbrücken spielte. Die SVE suchte kurzfristig einen Ersatz für Innenverteidiger Luca Blaß, der einen Kreuzbandriss erlitten hat und monatelang ausfällt. „Ich bekam am vergangenen Sonntag einen Anruf, ob ich mir einen Wechsel nach Elversberg vorstellen kann. Ich musste mich in wenigen Stunden entscheiden“, erzählt der 21-Jährige.

Rat holte sich Robin bei Mama Tanja in Auersmacher, bei der er vorübergehend auch wohnt, bei seiner Zwillingsschwester Kim, die ebenfalls beim Freiburger SC Profi ist und bei seinem Vater. Andreas Fellhauer war selbst lange Jahre Profi, unter anderem beim 1. FC Saarbrücken, dort auch Trainer. Aktuell betreut er den Bezirksligisten DJK Ensheim.

„Alle drei fanden die Idee sehr gut, und ich war auch sofort motiviert. Die SVE hat große Ziele – und die habe ich auch“, sagt der junge Abwehrspieler. Folglich packte Fellhauer am Montag in Freiburg seine sieben Sachen, verabschiedete sich bei seiner Mannschaft und fuhr ins Saarland. „Dass mein erster Wechsel im Aktivenbereich gleich so verrückt und schnell abläuft, hätte ich nicht gedacht. Ich kannte zwar einige Elversberger vom Sehen, habe mir aber am Montagabend im Internet nochmal alle Fotos und Namen der Spieler angesehen, damit ich direkt wusste, wer wer ist“, sagt der 21-Jährige, der in Freiburg das Fachabitur machte und bereits Inhaber der Trainer-B-Lizenz ist.

Beim SC Freiburg II war Fellhauer in dieser Saison kein unumstrittener Stammspieler, obwohl er gegen die SVE ein starkes Spiel machte. Dennoch war er öfter im Training der Bundesliga-Mannschaft dabei und absolvierte dort auch schon ein Testspiel über 90 Minuten. „Die Leistungsdichte in Freiburg ist extrem, es gibt wahnsinnig starke Abwehrspieler“, sagt Fellhauer.

Eine Garantie zu spielen gibt es allerdings auch in Elversberg nicht. Mit Torben Rehfeldt und Oliver Oschkenat steht die Innenverteidigung aktuell. Dahinter folgt Mike Eglseder, der in der vergangenen Saison Stammspieler war und den beiden aktuellen dicht auf den Fersen ist. Gut möglich, dass Fellhauer tatsächlich nur ein Ersatz für Blaß ist und einer von vier U23-Spielern sein wird, die die SVE in jedem Spieltags-Kader aufstellen muss. Zudem könnte Fellhauer Blaß in der Oberliga-Mannschaft ersetzen, in der Blaß Leistungsträger war.

„Ich weiß, dass die Konkurrenzsituation in Elversberg sehr groß ist. Aber ich werde sie annehmen. Wichtig ist, dass ich Spielpraxis bekomme. Am liebsten natürlich in der Regionalliga-Mannschaft“, sagt der Neuzugang, der einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat und dessen Kader-Debüt an diesem Samstag (14 Uhr) gleich mit einem Derby beginnt. Die SVE empfängt den FC Homburg im Stadion an der Kaiserlinde. „Perfekt, besser hätte es doch nicht sein können. Das wird bestimmt eine schöne Kulisse. Und ich hoffe, wir werden das Derby gewinnen“, sagt Fellhauer.

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