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Fußball-Regionalliga
Fellhauer freut sich „übertrieben“ auf FCS

Robin ist mittlerweile 19 Jahre alt und bestreitet bei den Badenern sein erstes Jahr bei den Aktiven.
Robin ist mittlerweile 19 Jahre alt und bestreitet bei den Badenern sein erstes Jahr bei den Aktiven. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Der 19-jährige Saarländer fühlt sich beim SC Freiburg pudelwohl. Patric Cordier

Der SC Freiburg II ist neben Eintracht Stadtallendorf die Überraschungs-Mannschaft der Fußball-Regionalliga Südwest. Am Sonntag siegte der Aufsteiger beim Titelkandidaten SV Waldhof Mannheim mit 1:0, ist nun mit sieben Zählern Siebter. Morgen um 18 Uhr ist der Tabellenführer 1. FC Saarbrücken im Freiburger Möslestadion zu Gast.



„Ich freue mich übertrieben auf dieses Spiel“, sagt Robin Fellhauer, der Sohn des früheren FCS-Spielers und -Trainers Andreas Fellhauer, der aktuell den Saarlandligisten SC Friedrichsthal betreut. Robin ist mittlerweile 19 Jahre alt und bestreitet bei den Badenern sein erstes Jahr bei den Aktiven. „Ich war als Jugendspieler Balljunge beim FCS im Ludwigspark, jetzt darf ich gegen die Profis spielen. Das ist schon was Besonderes“, sagt er.

Fellhauer war in der U17 vom FCS in den Breisgau gewechselt. Sein Trainer beim FCS war damals Jörg Schampel. „Mit Robin haben wir viele Sonderschichten gefahren, um seine Fitnesswerte noch weiter zu verbessern. Er war als jüngerer Jahrgang schon ein Leistungsträger“, erinnert sich Schampel: „Er ist ein toller Junge. Ehrgeizig, fleißig, fußballverrückt. Freiburg war für ihn und seine weitere Entwicklung die absolut richtige Adresse.“

Nach seinem zweiten Jahr in der B-Jugend erkämpfte sich Robin auch in der U19 einen Stammplatz, mehr noch: Er war im letzten Jahr sogar Kapitän des Aushängeschildes der Freiburger Fußballschule. 66 Jugend-Bundesliga-Spiele hat er auf dem jungen Buckel, dazu kommen acht Länderspiele. „Ich denke, der Wechsel war auch zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Robin. Heimweh kam nie auf, auch weil Schwester Kim ja zeitgleich zu den Freiburger Damen gewechselt ist. „Wir haben uns jeden Tag gesehen, uns gegenseitig unterstützt und geholfen“, sagt Robin über das enge Verhältnis zur Zwillingsschwester. Die beiden besitzen in Freiburg mittlerweile eigene Wohnungen, sind aber keinen Steinwurf voneinander entfernt: „Wir sehen uns jetzt nicht mehr jeden Tag, aber wir sind immer in Kontakt“, sagt Robin.

Neben der sportlichen legt man in Freiburg auch großen Wert auf die schulische Ausbildung. „Im ersten A-Jugend-Jahr habe ich mein Fachabitur abgeschlossen, im zweiten ein freiwilliges soziales Jahr geleistet“, erzählt Robin, der im kommenden Jahr ein Fernstudium beginnen will: „Jetzt in der zweiten Mannschaft ist es schwer, nebenher zu arbeiten. Wir trainieren ja unter professionellen Bedingungen.“



Das erste Aktivenjahr läuft etwas schleppend an. Beim 2:1-Erfolg in Koblenz wurde der in Mannheim geborene Saarländer eingewechselt. Ansonsten blieb ihm nur das Zuschauen von der Bank. „Jeder weiß, dass der Sprung von der Jugend zu den Männern ein großer ist“, sagt der Defensivspezialist: „Der Trainer ist, glaube ich, nicht unzufrieden. Ich brauche noch Zeit, um mich an die Handlungsschnelligkeit und auch die Härte bei den Aktiven zu gewöhnen. Aber ich glaube, ich bin nicht so weit weg von der Startelf.“

Zumal der Weg ja nicht in der U23 enden soll. „Ich habe schon drei oder vier Mal bei den Profis mittrainiert und bin in Testspielen eingesetzt worden. Freiburg ist ein Verein, der seine Jugendarbeit konsequent fortführt“, sagt Fellhauer, schwärmt auch von der Lebensqualität in der Breisgau-Metropole – und erzählt von einem anderen Saarländer und Ex-FCS-Spieler in Diensten des SC: „Mike Frantz kommt schon mal zu mir und fragt, wie es läuft.“

Beim 1. FC Saarbrücken läuft es gut – das weiß man auch in der Ferne. „Der FCS hat eine super Truppe“, findet Fellhauer: „Wir müssen uns zwar nicht verstecken, aber es bedarf schon eines besonderen Tages.“ Ein Einsatz gegen seinen Heimatverein wäre der nächste Schritt in der jungen Karriere des Saarländers Robin Fellhauer.