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„Fehlstart ja, aber im Rahmen“

Der Homburger Jens Kiefer versucht, den Saisonstart seiner Mannschaft nüchtern zu betrachten. Zufrieden ist er angesichts der vielen Fehler allerdings nicht. Foto: Schlichter
Der Homburger Jens Kiefer versucht, den Saisonstart seiner Mannschaft nüchtern zu betrachten. Zufrieden ist er angesichts der vielen Fehler allerdings nicht. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Homburg. Drei Spiele, ein Punkt, Vorletzter – der FC Homburg ist schon mal besser in die Saison gestartet. FCH-Trainer Jens Kiefer kann die Bilanz erklären – und sieht sein Team heute gegen die SVE nicht chancenlos. Heiko Lehmann

Der Fehlstart des FC Homburg in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Südwest scheint auf den ersten Blick perfekt zu sein. Die Mannschaft von Trainer Jens Kiefer hat nach drei Spielen nur einen Punkt. Und das einzige Tor, das der FCH bislang erzielte, war ein Eigentor des FC Nöttingen (1:2). "In Nöttingen müssen wir in der ersten Halbzeit schon 3:0 führen, da waren wir selber schuld. Das 0:0 bei Eintracht Trier war in Ordnung. Und bei Waldhof Mannheim kann man durchaus 0:2 verlieren. Fehlstart ja, aber im Rahmen", sagt Kiefer.



Heute um 19.30 Uhr empfängt der FC Homburg die SV Elversberg zum ersten Saarderby der Saison - und zum ersten Heimspiel in dieser Regionalliga-Runde. Die SVE ist liegt nach dem starken 3:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern II auf dem dritten Tabellenplatz und hat deutlichen Aufwind. "Die SVE ist klarer Favorit, da brauchen wir nicht drumherum zu reden. Aber wir haben in der vergangenen Saison im Pokalfinale gezeigt, dass die SVE in einem Spiel schlagbar ist. Chancenlos sind wir sicher nicht", sagt Kiefer und erinnert an den 1:0-Erfolg in Dillingen.

Nach dem Abgang von Top-Stürmer Patrick Schmidt zum 1. FC Saarbrücken ist in der Offensive des FCH aber eine nicht zu schließende Lücke entstanden. Zudem kommen wie bei der 0:2-Pleite in Mannheim haarsträubende Fehler in der Abwehr dazu. "Mich nerven die Fehler in der Offensive viel mehr. Wir wussten, dass Patrick Schmidt nicht zu ersetzen sein wird, und spielen dementsprechend auch anders. Aber was wir uns zur Zeit in der Umschaltbewegung für technische Fehler leisten, habe ich so nicht erwartet", sagt Kiefer.

Bis zum Ende der Transferperiode möchte der FC Homburg für die Offensive noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. Aber: "Wir haben einfach nicht das Geld wie die SV Elversberg oder der 1. FC Saarbrücken und können einfach einen Topstürmer verpflichten. Dennoch probieren wir alles, um noch einen Torjäger zu kriegen", sagt Kiefer, der zudem die Ansprüche der Fans bremst: "Ich glaube, die Wahrnehmung ist nicht die richtige. Wir haben nicht den Etat und auch nicht den Kader wie die Spitzenmannschaften der Liga. Wenn wir am Ende der Saison wieder auf dem sechsten Tabellenplatz landen, wäre das schon ein riesiger Erfolg", sagt der Cheftrainer.

Auch die Einnahmen aus dem DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart (0:3), etwa 150 000 Euro, können nicht für Transfers eingesetzt werden. "Die gehen komplett für das Herrichten unseres Trainingsplatzes drauf", sagt Kiefer. Somit bleibt beim FCH noch die Hoffnung auf das Finden der Form - und das möglichst schnell, denn die nächsten Spiele haben es in sich. Nach der SVE ist der FCH beim 1. FC Kaiserslautern II zu Gast, empfängt dann die Stuttgarter Kickers und die TSG Hoffenheim II. "Wir hätten uns auch lieber ein anderes Programm gewünscht, aber wir nehmen die Herausforderung an", sagt Kiefer, der personell fast aus dem Vollen schöpfen kann. Ob die Neuzugänge, Innenverteidiger Faiz Gbadamassi und Mittelstürmer Manuel Fischer, zu ihren ersten Einsätzen kommen, ist fraglich. Beide haben Trainingsrückstand.

SV Elversberg bangt vor dem Derby um Abwehrchef Maek



Mit 3:1 und 4:2 hat die SV Elversberg den FC Homburg in der vergangenen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest bezwungen. "Die Homburger liegen uns. Wenn wir abrufen, was wir drauf haben, werden wir auch diesmal gewinnen", sagt Markus Obernosterer, der Topvorbereiter der SV Elversberg , vor dem heutigen Spiel im Homburger Waldstadion (19.30 Uhr).

Allerdings hat Obernosterer das Finale im Saarlandpokal, das der FCH mit 1:0 gewann, ausgeblendet. "In diesem Spiel hat man gesehen, wie schnell es gehen kann. Die Homburger wollen sich an uns hochziehen. Die wissen, dass wir das Spiel machen, und werden tief stehen. Wir müssen höllisch aufpassen", sagt SVE-Trainer Michael Wiesinger , der im Defensivbereich erneut personelle Probleme hat. Neben den Langzeitverletzten Matthias Cuntz (Schlüsselbein) und Leandro Grech (Meniskus) ist der Einsatz von Abwehrchef Kevin Maek fraglich. "Ob er spielen kann, entscheiden wir erst am Dienstag. Ich will Kevin nicht auch noch längerfristig verlieren", sagt Wiesinger. Bei Maek ist eine Muskelverletzung im Oberschenkel wieder aufgebrochen, die er sich im Relegationsspiel gegen Zwickau in der vergangenen Saison zugezogen hat.