Federer übersteht Zitterspiel gegen Ersatzmann

Shanghai. Titelverteidiger Roger Federer hat sein Zitterspiel gemeistert und das frühzeitige Aus bei der Tennis-WM in Shanghai verhindert. Mühevoll und erst nach einem harten Stück Arbeit setzte sich der viermalige Champion aus der Schweiz gestern mit 7:6 (7:4), 6:4 gegen den Tschechen Radek Stepanek durch, der den verletzten Amerikaner Andy Roddick ersetzt hatte

 Trotz des Sieges gegen Radek Stepanek steht Titelverteidiger Roger Federer bei der WM mit dem Rücken zur Wand. Foto: dpa

Trotz des Sieges gegen Radek Stepanek steht Titelverteidiger Roger Federer bei der WM mit dem Rücken zur Wand. Foto: dpa

Shanghai. Titelverteidiger Roger Federer hat sein Zitterspiel gemeistert und das frühzeitige Aus bei der Tennis-WM in Shanghai verhindert. Mühevoll und erst nach einem harten Stück Arbeit setzte sich der viermalige Champion aus der Schweiz gestern mit 7:6 (7:4), 6:4 gegen den Tschechen Radek Stepanek durch, der den verletzten Amerikaner Andy Roddick ersetzt hatte. Andy Murray zog derweil durch ein 6:4, 6:2 gegen den Franzosen Gilles Simon vorzeitig ins Halbfinale ein. Im letzten Vorrunden-Match der Roten Gruppe treffen am Freitag der aufstrebende Brite und Federer aufeinander, der nach seiner Auftaktpleite gegen Simon weiter um das Erreichen der Vorschlussrunde bangen muss.

"Es ist sehr hart für mich", meinte Federer im Hinblick auf seinen lädierten Rücken, der ihn vor zwei Wochen beim Masters in Paris-Bercy erstmals zur Absage eines Turniermatches gezwungen hatte. Doch die Schwächen der ersten Runde wiederholten sich gegen Stepanek nicht. "Mag sein, dass Andys Absage mein Glück war", meinte Federer.

Der am Sprunggelenk verletzte Roddick bedauerte dagegen seinen kurzfristigen Rückzug: "Wir haben alles versucht, aber es hat trotz aller Behandlungen nicht gereicht." Sein Pech war das Glück von Stepanek. Auch der kurzfristig nach China beorderte Nicolas Kiefer kann nun noch auf einen Einsatz beim Masters Cup hoffen: "Wunder passieren immer wieder. 1992 sind die Dänen auch aus dem Urlaub gekommen - und sind Fußball-Europameister geworden."

Wenn einer ausfalle, "dann pack ich mir Radek. Irgendwo in einer dunklen Ecke", hatte der Hannoveraner im Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel"gescherzt - kurz darauf verletzte sich Roddick. "Das ist ein bisschen unfair, aber so ist es halt." Auf höchstens einen Einsatz kann der 31-Jährige noch hoffen. Doch selbst ohne Match hätte sich die Urlaubs-Unterbrechung bei 50000 Dollar Gage gelohnt. "Vor zwei Jahren lag ich im Krankenhaus mit einer Handgelenksverletzung und wusste nicht, ob ich noch Tennis spielen kann", sagte Kiefer, der 1999 bei der WM in Hannover im Halbfinale stand, danach aber nie mehr das Saisonfinale der besten acht Tennisprofis erreichen konnte. dpa