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Federer mausert sich zum Favoriten

Federer mausert sich zum Favoriten

Der Schweizer Roger Federer und der Spanier Rafael Nadal haben bei den Australian Open gestern das Halbfinale erreicht und treffen nun aufeinander. Bei den Damen scheiterte überraschend Titelfavoritin Victoria Asarenka.

Für die wundersame Wandlung vom Auslaufmodell zum Titelfavoriten brauchte Roger Federer in Melbourne nur zwei Spiele. Dem Sieg über Jo-Wilfried Tsonga ließ der Maestro gegen Wimbledonsieger Andy Murray über weite Strecken die nächste Demonstration seiner wiedererlangten Klasse folgen. Im Halbfinale kommt es im ewig jungen Tennis-Klassiker nun zum Duell mit Rafael Nadal.

"Das wird hart, das wird brutal - ich freue mich drauf", sagte Federer, der zum elften Mal in Serie im Halbfinale von Melbourne steht: "Wir hatten viele epische Spiele in den vergangenen Jahren." Nadal meinte: "Wir haben schon so oft gegeneinander gespielt. Ich muss an mein Limit gehen, um ihn zu schlagen." 22:10 führt der Spanier im direkten Duell der beiden Stars, die im Viertelfinale jeweils ihren ersten Satz im Turnierverlauf verloren. Federer gewann trotz einer Nervenschwäche im dritten Satz, als er zwei Matchbälle vergab, mit 6:3, 6:4, 6:7 (6:8), 6:3. Nadal setzte sich gegen den talentierten Bulgaren Grigor Dimitrow 3:6, 7:6 (7:3), 7:6 (9:7), 6:2 durch und sprach später von "Glück".

Im Tiebreak des dritten Durchgangs sah sich der Weltranglistenerste zwei Satzbällen gegenüber - beim ersten hatte Dimitrow die Führung auf dem Schläger. Doch der Lebensgefährte der russischen Tennis-Queen Maria Scharapowa verschlug eine leichte Vorhand - und Nadal nutzte den Fehler sofort. "Das war ein wichtiger Moment, am Ende sogar der entscheidende", sagte der Melbourne-Sieger von 2009. Das zweite Halbfinale bei den Herren bestreiten der Tscheche Tomas Berdych und der Schweizer Stanislas Wawrinka - wer auch immer weiterkommt, wird im Finale Außenseiter sein.

Wer den Titel bei den Damen gewinnt, ist weitaus spannender. Denn nach Serena Williams und Maria Scharapowa ist auch die dritte Top-Favoritin bei den Australian Open vorzeitig gescheitert. Titelverteidigerin Viktoria Asarenka (Weißrussland) verlor gestern im Viertelfinale gegen die Polin Agnieszka Radwanska mit 1:6, 7:5, 0:6 und kassierte die erste Niederlage in Melbourne nach 18 Siegen in Serie. Asarenka hatte beim ersten Grand Slam des Jahres zuletzt zwei Mal den Titel gewonnen.

Die Weltranglistenfünfte Radwanska steht in Melbourne ebenso zum ersten Mal im Halbfinale wie ihre Gegnerin Dominika Cibulkova. Die Slowakin gewann gestern gegen die Rumänin Simona Halep mit 6:3, 6:0. Das zweite Halbfinale bestreiten heute Vorjahresfinalistin Li Na aus China und die 19-jährige Kanadierin Eugenie Bouchard. Aus dem Quartett hat bislang nur Li Na einen Grand-Slam-Titel gewonnen. Als erste Chinesin hatte sie 2011 bei den French Open in Paris triumphiert.

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Auf einen BlickBoris Becker hat trotz des frühen Scheiterns von Titelverteidiger Novak Djokovic bei den Australian Open ein positives Fazit gezogen. "Es war herausfordernd und anstrengend im positiven Sinne", sagte der dreimalige Wimbledonsieger gestern und ergänzte: "Es hat vor allem großen Spaß gemacht." Djokovic war tags zuvor überraschend im Viertelfinale des ersten Grand-Slam-Turniers der Tennis-Saison ausgeschieden.Der neue Trainer des serbischen Weltranglisten-Zweiten würde sich generell mehr direkten Einfluss wünschen. "Die Frage stellt sich ja: Ist es nicht an der Zeit, dass Tennis wie in anderen Sportarten auch den Trainer auf der Bank erlaubt, um einfach direkter, schneller eingreifen zu können? Ich glaube, das würde der Qualität des Spiels gut tun und auch die Bedeutung des Trainers erhöhen", sagte Becker. dpa