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Fechter des TV Homburg trotzen der Pandemie

Nachwuchs erfolgreich, aber Trainer weg : Fechter des TV Homburg trotzen der Pandemie

Die Corona-Pandemie hat auch bei vielen Sport-Vereinen ihre Spuren hinterlassen. Das Jahr 2020 sollte sich zu einem ständigen Auf und Ab entwickeln: Wie halte ich vor allem die Kinder und Jugendlichen im Verein, was darf ich anbieten – und was verbieten die Einschränkungen aufgrund der Pandemie?

Die Corona-Pandemie hat auch bei vielen Sport-Vereinen ihre Spuren hinterlassen. Das Jahr 2020 sollte sich zu einem ständigen Auf und Ab entwickeln: Wie halte ich vor allem die Kinder und Jugendlichen im Verein, was darf ich anbieten – und was verbieten die Einschränkungen aufgrund der Pandemie?

Vor allem bei Hallensportarten war viel Improvisation angesagt. Teilweise wurden Trainingseinheiten an die frische Luft verlegt, um den Vereinsmitgliedern auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten etwas anbieten zu können. Auch bei den Fechtern des TV Homburg musste die Balance zwischen Corona und regelmäßigem Training gefunden werden. Die Freude war riesengroß, dass es drei Fechter aufgrund der guten Einzelergebnisse aus der letzten Saison in den Landeskader schafften. Bei ihnen handelt es sich um Lars Imbsweiler, den US-Amerikaner Joseph Larres sowie Niklas Neumann. Dieses Trio darf nun außerhalb der Corona-Beschränkungen jeden Mittwoch unter der Regie von Landestrainer Peter Molter in der Landessportschule trainieren. Momentan müssen diese Übungseinheiten natürlich entfallen.

Larres schaffte es in der U15, Neumann über die U17 und Imbsweiler über die U20. Maßgeblichen Anteil an diesem Höhenflug hatten die beiden Homburger Trainer Walter Jung und Norbert Feß. Beide betreuten die Jungs auch auf Turnieren und konnten ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Und dies färbt mittlerweile auch auf ihre Schützlinge ab. So gehört Imbsweiler bereits seit einem Jahr dem Kader an und will künftig mit einem eigenen C-Trainerschein andere Fechter anleiten. Die fällige Prüfung wird noch im Anschluss an die Pandemie nachgeholt. „Lars wird derzeit im Nachwuchsbereich eingesetzt und konnte durch die Ausbildung auch wesentlich zu den Erfolgen beitragen“, lobt Feß seinen Schützling. Und dabei konnten die Homburger Fechter aufgrund der Sperrung der Turnhalle im März bis nach den Sommerferien nur eingeschränkt trainieren, ehe nun erneut der Zutritt zum Übungsraum versperrt bleibt.

Feß erinnerte im Gespräch mit unserer Zeitung noch einmal an die finanziellen Verluste 2020. Das Jugendturnier „Omlor Cup“ sowie der Homburger Degentag als Nachfolger des Karlsberg-Turniers um den „Smile Best“-Preis konnten nicht ausgetragen werden. Auch die Sommeranfängerprüfung fiel Corona zum Opfer.

Und dabei hatten sich die Homburger Talente bereits auf ihre ersten Turniere gefreut – Voraussetzung dafür ist allerdings der Erwerb des Fechtpasses und der Startberechtigung über eine abgelegte Prüfung. Schülertrainerin Ute Dort musste mit ansehen, dass die Prüfung erneut verschoben wurde. Und der dienstälteste Jugendtrainer Jürgen Kelm hat sogar seine Tätigkeit aufgrund von Corona komplett eingestellt. Er hatte in Homburg seit 1965 trainiert. Mit ihm verlor der Verein eine zuverlässige Kraft, die über 400 Fechter in Homburg ausgebildet hatte.

Und die Pandemie zwang auch Jung zur Aufgabe. „Er hatte aufgrund der langen Schließung der Halle keinen Ehrgeiz mehr. Immerhin wird er im Dezember 77 Jahre alt und sorgt sich um seine Gesundheit. Beide werden zu einem späteren Zeitpunkt noch würdevoll verabschiedet. Die verbliebenen Trainer müssen nun diese Verluste auffangen“, betont Feß. Die Fechtabteilung des TV Homburg verbuchte trotz Corona weitere Zuläufe im Kinderbereich. „Keiner kann verstehen, warum mit acht bis zehn Fechtern in einer Halle nicht trainiert werden kann, obwohl gleichzeitig die Schulen geöffnet sind“, meint Feß. Der erfahrene Trainer hatte sogar im Verlauf der Ferien im eigenen Garten ein Training angeboten, das regelmäßig abwechselnd von fünf bis sechs Fechtern besucht wurde. Dabei wurde auf einer Gummibahn gefochten und lektioniert. „Nach Öffnung der Halle konnte dann wieder voll trainiert werden. Allerdings war der Trainingsbesuch nicht ganz zufriedenstellend, da sich nach dem langen Schulausfall eine gewisse Trägheit eingeschlichen hatte. Nun waren wir gerade erst wieder vollzählig, als unsere Halle erneut geschlossen wurde“, bedauert Feß.