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Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga: Am Samstag spielt der FCS gegen Jahn Regensburg

Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga: Am Samstag spielt der FCS gegen Jahn Regensburg

Am Samstag steigt das Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga: Der Tabellenführer 1. FC Saarbrücken tritt beim Tabellenzweiten Jahn Regensburg an. Die Bayern haben den kleinsten Etat der Liga und mussten einen personellen Kahlschlag vollführen.

Regensburg. Vor der Saison galt der Tabellenzweite Jahn Regensburg als ein Sorgenkind der 3. Fußball-Liga. Verzug bei der Auszahlung der Gehälter, Rücktritte im Vorstand, fehlende Sponsoren, Nachzahlungen von Lohn- und Sozialversicherungs-Beiträgen in sechsstelliger Höhe, ein Politikum um den Stadionneubau - Ruhe in einem Verein sieht anders aus. "Am 18. Mai gewann der Jahn den Toto-Pokal gegen Burghausen", erinnert sich Heinz Reichenwallner, der als Journalist der Mittelbayerischen Zeitung den Club seit drei Jahrzehnten begleitet: "Am Tag danach gab es die blauen Briefe."

Die Finanzprobleme zwangen Regensburg zu einem personellen Kahlschlag. Zehn Spieler, darunter Leistungsträger wie Alexander Buch (zu Ligakonkurrent Spvgg. Unterhaching) und Alexander Maul (zu Drittligist Carl Zeiss Jena) mussten gehen. Die Ostbayern legten einen harten Sparkurs an. Regensburg verfügt nur noch über ein Budget von 1,5 Millionen Euro für die Profi-Mannschaft. Der Etat des FCS beträgt 3,2 Millionen Euro.

"Wir mussten auch schon vorher mit dem geringsten Etat der Liga leben und haben uns dennoch weiterentwickeln können. Beweis ist der achte Rang in der Vorsaison", sagt Markus Weinzierl, der seit 2009 Jahn-Trainer ist. Die Neuzugänge kamen mit Ausnahme von Sebastian Hofmann vom Zweitligisten FC Ingolstadt aus unterklassigen Mannschaften oder der eigenen Jugend. "Wir sind eine relativ kleine Truppe. Es wird jeder Mann gebraucht. In der Mannschaft herrscht auch deshalb gute Stimmung", sagt Torwart Michael Hoffmann. Der 39-Jährige musste beim 1:1 am vergangenen Samstag in der Liga im Prestigeduell bei Wacker Burghausen gesperrt zuschauen. Er erklärt: "Mit Erfolgserlebnissen wächst man dann immer enger zusammen."

Wer vor der Saison auf ein Spitzenspiel Regensburg gegen Saarbrücken gewettet hätte - die Partie des Ersten beim Zweiten findet am Samstag statt (14 Uhr/SR) -, der hätte sicher eine unglaubliche Quote erspielt. "Es ist einfach nur überraschend, vor allem von unserer Seite. Zwar hat sich in den Testspielen schon angedeutet, welches Potenzial in der Mannschaft steckt, dass es so läuft, konnte man aber nicht vorhersehen", sagt Trainer Weinzierl, dessen wichtigster Mann einen berühmten Namen trägt: Tobias Schweinsteiger führt mit acht Treffern die Torschützenliste der 3. Liga an und ist der Bruder von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger vom deutschen Rekord-Meister Bayern München. In der Testphase gab es für Regensburg unter anderem ein 0:0 gegen Champions-League-Teilnehmer Ajax Amsterdam.

Die Euphorie um den Club steigt - in Regensburg wie in Saarbrücken. Und so bemüht sich der Trainer um einen Spagat zwischen Tiefstapelei und Selbstbewusstsein. "Im Endeffekt spielen wir immer noch gegen den Abstieg. Würden wir in der ersten Tabellenhälfte bleiben, wäre das eine Sensation", sagt Weinzierl und lässt das berühmte "aber" folgen: "Aber wir haben uns dieses Spitzenspiel erarbeitet und wir haben den Wunsch, nach dem zwölften Spieltag wieder Tabellenführer zu sein. Saarbrücken ist verdient Spitzenreiter, aber jede Serie geht einmal zu Ende." Er spielt damit auf die saisonübergreifende FCS-Serie von 21 Partien ohne Niederlage an. Jahn-Kenner Reichenwallner bleibt skeptisch: "Auch in den vergangenen beiden Jahren ist die Mannschaft gut gestartet und dann eingebrochen. Sie spielt zwar diesmal besseren Fußball, aber ob sie stabil genug ist, muss sie erst beweisen. Es wird ein richtungweisendes Spiel. Für beide Vereine."