Spiel des 1. FC Saarbrücken gegen Hoffenheim II wegen Regen abgebrochen

Kostenpflichtiger Inhalt: Regen stoppt den 1. FC Saarbrücken : Spielabbruch spaltet die Meinungen

Heimspiel des 1. FC Saarbrücken gegen Hoffenheim II wird beim Stand von 1:0 in der 48. Minute abgebrochen.

Samstagnachmittag, 15:35 Uhr, im Völklinger Herrmann-Neuberger-Stadion. Schiedsrichter Lars Erbst läuft, von einem Regenschirm geschützt, über den Platz, kickt einen Ball an verschiedenen Stellen über das aufgeweichte Grün. Danach berät er sich noch einmal mit seinen Linienrichtern und entscheidet dann, das Spiel in der Fußball-Regionalliga Südwest vor 2800 Zuschauern zwischen dem 1. FC Saarbrücken und der TSG Hoffenheim II wegen Unbespielbarkeit des Platzes abzubrechen.

Eine Entscheidung, die nicht auf ein einstimmiges Echo traf. „In der Mitte lief der Ball ja noch und es schien weniger zu regnen“, sprach sich FCS-Kapitän Manuel Zeitz für eine Fortsetzung aus wie Trainer Dirk Lottner: „Er hat sich zum Testen die ganz schlechten Stellen ausgesucht.“ Stürmer Sebastian Jacob hatte etwas mehr Verständnis: „Es wäre schon ein wenig ein Glücksspiel geworden. Man muss auch an das Verletzungsrisiko denken.“

Das hatten drei FCS-Anhänger offenbar nicht getan, als sie vor dem infernalischen Regen Schutz suchten und dabei auf einen mit Gittern abgedeckten Schacht an der Tribüne stiegen. „Das Betreten ist verboten, der Ordnungsdienst hatte vergebens darauf aufmerksam gemacht“, erklärte FCS-Geschäftsführer David Fischer. Die drei Zuschauer brachen durch die Gitter ein, stürzten in den Schacht und mussten vom Deutschen Roten Kreuz und der Feuerwehr befreit werden. Zumindest einer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Partie war nach 48 Minuten wegen eines Gewitters zunächst unterbrochen gewesen, bevor der Abbruch folgte. Zu diesem Zeitpunkt führte der FCS nach einem Tor von Markus Mendler aus der 28. Minute. Der wiedergenese Spielmacher hatte den Vorzug vor Neuzugang Kianz Froese erhalten, für den angeschlagenen Gillian Jurcher (Innenband im Knie) begann Tim Golley im Sturm.

Hoffenheim stand ohne Unterstützung aus dem Profikader sehr tief, erwartete im 5-4-1-System die Angriffe des FCS erst zehn Meter hinter der Mittellinie. So wurde das Spiel zur Geduldsprobe. Bis Tobias Jänicke den Ball erkämpfte und Mendler den groben Fehler von TSG-Schlussmann Stefan Drljaca, der bei der SV Elversberg in der Jugend spielte, zur Führung nutzte. Keine zwei Minuten später verpasste erneut Mendler das 2:0 knapp.

Doch auch die Gäste hatten ihre Chance. Jan Ferdinand scheiterte bei einem Konter am linken Pfosten (35.). Da hatte der Starkregen bereits eingesetzt, der Platz ließ aber noch Kombinationsfußball zu. Wie in der 39. Minute, als Anthony Barylla einen Spielzug im eigenen Strafraum einleitete, Golley auf Jacob prallen ließ, und der Fanol Perdedaj auf die Reise schickte. Drljaca blieb diesmal aber Endstation. Eine ganz starke Aktion aller Beteiligten – aber auch eine Szene, die nach dem Abbruch keine Bedeutung mehr hat, denn die Partie wird komplett neu angesetzt.

„Es gibt zwar vorgeschlagene Nachholtermine, aber die Vereine können sich auch untereinander auf einen Termin verständigen“, erklärte Geschäftsführer Fischer. Die Karten vom Samstag behalten ihre Gültigkeit. „Wir hätten unter allen Umständen gerne weitergespielt“, sagte der völlig durchnässte FCS-Sportdirektor Marcus Mann, „wir konnten auf den Schiedsrichter nicht dementsprechend einwirken.“ Doch der trägt letztlich die Verantwortung.

Mehr von Saarbrücker Zeitung