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Sebastian Jacob schuftet beim 1. FC Saarbrücken fürs Comeback

Kostenpflichtiger Inhalt: Der Stürmer schuftet fürs Comeback : „Es kribbelt schon unfassbar“ bei Jacob

Der Torjäger des 1. FC Saarbrücken kann nach seiner Knieoperation wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvieren. Der Restrunden-Auftakt beim FSV Frankfurt kommt aber wohl noch zu früh für den Saarlouiser.

Pudelmütze, dicke Winterjacke und -schuhe – so eingepackt verfolgte Sebastian Jacob am Mittwochabend die 1:2 (0:2)-Niederlage des Fußball-Regionalliga-Tabellenführers 1. FC Saarbrücken im Testspiel gegen Ligakonkurrent FK Pirmasens. „Es kribbelt unfassbar. Ich habe am Dienstag im Training zum ersten Mal wieder aufs Tor geschossen – endlich“, sagt Jacob, der in bislang 17 Liga-Spielen 18 Mal getroffen hat, „ich habe einfach wieder Bock. Wir haben noch 14 Spiele vor der Brust, und das große Ziel ist zum Greifen nah.“ Während Trainer Lukas Kwasniok auf dem Kunstrasen des FC-Sportfelds gegen den FKP viel testete und viele arrivierte Spieler draußen ließ, stand mit Jacob ein Hoffnungsträger draußen.

Seit Anfang der Woche nimmt der Saarlouiser zumindest wieder an Teilen des Mannschaftstrainings teil. „Ohne große Drehungen und wenn die Muskulatur warm ist, geht das mit den Passübungen schon ganz gut“, sagt der Stürmer, „der Bewegungsablauf fühlt sich von der Koordination her noch sehr hölzern an. Der Abdruck mit dem linken Bein ist noch deutlich schwächer.“

Das Gefühl ist ein anderes als der äußere Eindruck. Da läuft Jacob eigentlich rund. Sichtbar ist: Es fehlt noch Muskulatur, gerade auf der Innenseite des Oberschenkels. „Ich habe auch noch Schmerzen. Ich glaube, wenn die Muskulatur wieder da ist, kann damit auch vieles abgefangen werden. Vieles von dem Schmerz ist sicher auch Anpassungsschmerz an die Belastung“, erklärt Jacob, der vor gut neun Wochen am Knie operiert wurde: „Es wurde mehr gemacht als geplant. Erst hieß es nur Knorpel glätten. Das hätte sechs Wochen Ausfallzeit bedeutet, danach wäre alles gut gewesen. Letzten Endes war der Meniskus so gerissen, dass man auch nähen musste. Die Naht muss jetzt halt fest werden, und das zwickt immer ein bisschen.“
Im Trainingslager in der Türkei war Jacob mit dabei. „Wir hatten mit dem Unterwasserlaufband ein Hightech-Trainingsmittel. Das war überragend. Am Strand war ein Sandberg aufgeschüttet. Da kannst du dann auch perfekt arbeiten. Die Bedingungen waren sicher nicht schlechter, als wenn ich in Saarbrücken geblieben wäre.“
Am Samstag, 22. Februar, startet der FCS in die Restrunde. Die Partie beim FSV Frankfurt wird Jacob aber wohl doch nur von der Tribüne verfolgen können. Das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Fortuna Düsseldorf am 3. März scheint aktuell eine realistischere Option. „Ich setzte mir bewusst keine Ziele. In Balingen (29. Februar, Anm. d. Red.) wieder im Kader zu sein, wäre schön. Es bringt nichts, sich da unter Druck zu setzen. Ich gehe jetzt lieber noch mal einen kleinen Schritt zurück und sorge dafür, dass die Muskulatur zu 100 Prozent passt“, sagt Jacob, der aufgrund seiner Verletzungshistorie ganz genau weiß, was sein Körper braucht: „Ich kann dem Physio viel besser sagen, ob es ein muskulärer, struktureller oder nervaler Schmerz ist. Da hab ich ja Erfahrung.“
Aber auch ohne den 26-Jährigen hat der FCS „gegen den KSC super dagegengehalten“, sagt er: „Von der Fitness hat man gesehen, dass wir – obwohl wir noch nicht im Spielbetrieb sind – auch gegen einen Zweitligisten absolut mithalten können. In der Liga werden wir spielerisch weiter sein. Und wenn wir das Tempo hochhalten, werden viele Mannschaften ab der 60. Minute nicht mehr hinterherkommen.“
Neben dem Aufstieg hat Jacob noch ein Ziel. „Der André Becker geht mir schon ziemlich auf den Sack“, scherzt er über den mit 20 Treffern in der Torjägerliste führenden Angreifer von Astoria Walldorf, „die Torjäger-Krone wäre geil. Da hätte ich schon Bock drauf.“

Jacobs Vertrag läuft im Sommer aus. „Natürlich muss man sich darüber irgendwann Gedanken machen“, sagt er. „Aber zuerst muss ich wieder fit werden. Alles weitere sehen wir dann.“ Das letzte Testspiel bestreitet der FCS an diesem Samstag um 14 Uhr beim luxemburgischen Erstligisten FC Progrès Niederkorn.