Saarderby in Fußball-Regionalliga: 1. FC Saarbrücken empfängt FC Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: FCS empfängt FCH : Im Derby ist Gelassenheit gefragt

Der 1. FC Saarbrücken empfängt an diesem Sonntag den FC Homburg. Perdedaj nach zweiter Rot-Sperre wieder dabei.

Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken versuchen die Verantwortlichen, die Brisanz aus dem großen Saarderby gegen den FC Homburg an diesem Sonntag um 14 Uhr im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion (live im SR-Fernsehen) herauszunehmen. „Unabhängig vom Ausgang dieses Spiels werden wir die Vorrunde als Tabellenführer abschließen. Hätte das jemand zu Saisonbeginn gesagt, wären wir alle zufrieden gewesen“, sagt FCS-Trainer Dirk Lottner. Er ergänzt: „Und egal wie das Spiel ausgeht, die Saison ist auch danach noch lange nicht gelaufen. Wir hatten schon acht Punkte vor und haben gesehen, wie schnell es gehen kann.“ Einen kleinen Seitenhieb Richtung Gegner machte Lottner aber dann doch noch: „Natürlich muss Homburg gewinnen, wenn sie an uns heranrücken wollen.“

Der für die oft übliche Derby-Rethorik eher harmlose Spruch ist ebenso kaum „Gelb-würdig“, wie die Aktion in Elversberg, die Mario Müller kurz vor Ende die Rote Karte einbrachte. Und weil auch José Pierre Vunguidica für drei Spiele gesperrt ist, wird Lottner links umbauen müssen. Wie, verrät er jedoch nicht: „Wir werden dort einen Spieler haben, der die Aufgabe erfüllen kann. Da mache ich mir keine Gedanken.“

Tobias Jänicke könnte erste Option sein und die Seite wechseln, für ihn dürfte dann Jayson Breitenbach die rechte Außenbahn beackern. Steven Zellner steht nach überstandenem Muskelfaserriss ebenso wieder zur Verfügung wie Fanol Perdedaj nach seiner Sperre. „Wenn man merkt, dass man der Manschaft fehlt, tut das schon weh“, sagte Perdedaj reumütig nach seiner zweiten Roten Karte in dieser Spielzeit, „es ist halt was anderes, wenn du nach einem Foul rausmusst, oder ob du dich provozieren lässt.“ In Bahlingen war der Saarbrücker von einem Gegenspieler in seiner Muttersprache beleidigt worden, der Schiedsrichter hatte aber nur Perdedajs Griff Richtung Hals des Provokateurs geahndet.

Insgesamt vier Platzverweise gab es in dieser Saison bereits gegen den FCS. „Zu viele für eine Mannschaft, die aufsteigen will“, sagt Lottner, „darum war das auch Thema in unserer Analyse. Erfahrung ist die Summe der gemachten Fehler. Wir müssen einfach lernen, mit bestimmten Situationen besser umzugehen. Da nehme ich mich nicht aus. Auch ich habe mich in Elversberg emotional verleiten lassen.“

Für „echte“ Saarbrücker gibt es aber kein emotionaleres Spiel als gegen Homburg. Auf den Rängen wie auf dem Feld. „Das sind für einen Trainer die einfachsten Spiele, da musst du niemanden extra anpieksen“, sagt Lottner, der während den 90 Minuten jedoch kühlen Kopf von seinen Spielern erwartet. „Wenn es Geschubse gibt, sollte man halt weggehen“, sagt „Mittelfeld-Krieger“ Perdedaj, „ich mache mein Spiel, wie man mich kennt. Wenn es kracht, kracht es. Zurückziehen im Zweikampf gibt es nicht.“

Die Verantwortlichen raten den Stadionbesuchern zu einer frühzeitigen Anreise. „Wir rechnen mit etwa 4000 Besuchern“, sagt FCS-Geschäftsführer David Fischer, „das wäre eine ganz ordentliche Derbykulisse.“ Mag sein, dass er damit vor dem Hintergrund der TV-Übertragung und der vielen zeitgleich stattfindenden Spiele der saarländischen Amateurligen recht hat. Aufgrund der Tabellensituation und der Leistungen beider Mannschaften in den letzten Wochen hätte dieses große Saarderby aber eine größere Bühne verdient.

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