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Heute muss der FCS gegen Darmstadt 98 Nerven bewahren

Heute muss der FCS gegen Darmstadt 98 Nerven bewahren

Die Mannschaft müsse lernen, wie es ist, in Führung zu liegen. Das sagt Trainer Jürgen Luginger Trainer vom 1. FC Saarbrücken mit Blick auf die Leistungsschwankungen seiner Mannschaft. Die zeigte zuletzt in ihren Spielen oft zwei unterschiedliche Gesichter.

Saarbrücken. Nein, für das Heimspiel des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken gegen Darmstadt 98 heute um 19 Uhr werden keine Karten für nur eine Halbzeit verkauft. Der Leistungsabfall des FCS nach dem Pausentee in den Spielen beim VfR Aalen (1:1), dem SV Babelsberg (3:1) und gegen den VfL Osnabrück (2:2) war offensichtlich. "Es gibt im Fußball Dinge, die kannst du nicht erklären", sagt Sportdirektor Dieter Ferner. Die erste Halbzeit am Samstag in Aalen - mit das Beste, was der FCS seit langer Zeit gespielt hat. Aber dann.

"Vielleicht haben wir uns an uns selbst berauscht", sagt Mittelfeldspieler Tim Kruse. Er sucht nach einer Erklärung dafür, dass Halbzeit zwei das Gegenteil war: "Im Nachhinein denkt man: Hätten wir uns die Kräfte besser anders eingeteilt." Trainer Jürgen Luginger will den Leistungsabfall nicht überbewerten: "Es zeigt nur, wie ausgeglichen diese Liga ist. An jedem Wochenende hört man von Spielen, die nach dem Wechsel kippen." Für die Mannschaft sei es ein Schritt im Lernprozess: "Wir haben ja öfter in Rückstand gelegen und sind wiedergekommen - die Situation kennt die Mannschaft. Jetzt muss sie lernen, wie es ist, in Führung zu liegen. Wenn du vorne bist, darfst du keinen Schritt weniger machen, du musst einen mehr machen."

Auch Darmstadt musste am Samstag die Erfahrung machen, dass man mit einer 2:0-Führung noch nicht als Sieger vom Platz geht. Der Aufsteiger verlor daheim gegen Wacker Burghausen 2:3.

Sven Sökler kennt den heutigen Gegner am besten. "Ich hatte in Darmstadt zweieinhalb schöne Jahre", sagt der Mittelfeldspieler, der vor der Saison zum FCS kam und bei der Internet-Abstimmung des Deutschen Fußball-Bundes zum Drittliga-Spieler des Monats August hinter Tobias Schweinsteiger von Jahn Regensburg Rang zwei belegte. Sökler war "in Aalen nicht zufrieden mit meinem Spiel. Ich will das gegen meinen Ex-Club besser machen." Erst Aalen, jetzt Darmstadt - für den FCS so etwas wie der Einstieg in die Wochen der Wahrheit. Es folgen Arminia Bielefeld, der SV Wehen und Regensburg. Kann Saarbrücken die Serie von 18 Liga-Spielen ohne Niederlage ausbauen, mischt der FCS weiter im Kampf um den Aufstieg mit. "Richtungweisende Spiele: Ja. Aber Serie?", fragt Kruse. Sein Gesicht zeigt, dass viele in der Mannschaft das Wort Serie nicht hören wollen: "Wir haben eine Serie. Wir haben drei Spiele nicht gewonnen. Es wird Zeit, dass sich das ändert."

Nicht dazu beitragen kann Ufuk Özbek. Er wurde nach seiner Roten Karte für ein Foulspiel in Aalen für drei Spiele gesperrt. Der FCS legte gegen das Urteil Widerspruch ein.

Die Partie des 1. FC Saarbrücken in der dritten Saarlandpokal-Runde bei Bezirksligist Hellas Bildstock ist terminiert. Sie findet am Dienstag, 20. September, um 19 Uhr statt.

www.saarbruecker-zeitung.de/fcs

Hintergrund

Gewalt-Exzesse mit 83 Verletzten an zwei Spieltagen: Trotzdem sieht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die 3. Liga nicht als Problem-Liga an. Die Sicherheitsstandards seien hoch. Risikoanalysen, Risikospiele, zusätzliche Sicherheitskräfte - all das sei auf einem hohen Niveau, erklärt der DFB. Dass die Gefahr von Ausschreitungen weiter besteht, wurde am Samstag beim Spiel VfL Osnabrück gegen Preußen Münster (1:0) deutlich. Bei Randalen wurden 28 Personen, darunter fünf Polizisten, teils schwer verletzt. Vor zwei Wochen beim 2:0 von RW Erfurt gegen Darmstadt 98 gab es bei Ausschreitungen 55 Verletzte, darunter 39 Polizisten. dpa