FCS ist gut aufgestellt

Saarbrücken. Geht es um finanzielle Dinge eines Clubs, ist normalerweise der Schatzmeister Ansprechpartner. Beim 1. FC Saarbrücken ist das Steuerberater und Hochschul-Dozent Dieter Weller. Da er wegen beruflicher Überlastung in dieser Woche keine Zeit hatte, stellte sich Präsident Paul Borgard den Fragen von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier.

Herr Borgard, bei der Mitgliederversammlung im November sprach FCS-Schatzmeister Dieter Weller von einer Unterdeckung des laufenden Etats von 18 Prozent. Konnte die Lücke verkleinert oder gar geschlossen werden?
Paul Borgard: Der Etat ist mittlerweile gedeckt. Wir haben Sponsoren gefunden, die die Lücke geschlossen haben.

Der 1. März war Stichtag für die Abgabe der Lizenzierungs-Unterlagen. Hat der FCS seine Hausaufgaben gemacht?
Borgard: Wir konnten die Lizenz-Unterlagen für die 3. und 2. Liga einreichen. Zum heutigen Zeitpunkt gehen wir von der Erteilung der Lizenz aus. Bis 30. Juni müssen die Anträge mit belegten Verträgen untermauert werden.

Bei der Drittliga-Mannschaft laufen zahlreiche Verträge aus. Muss die sportliche Leitung mit Sportdirektor Dieter Ferner, Trainer Jürgen Luginger und Vize-Präsident Harry Ebertz bei der Kaderplanung kleinere Brötchen backen. Oder darf sie die Mannschaft nach sportlicher Notwendigkeit verstärken?
Borgard: Wir können Verträge auf dem Niveau abschließen, auf dem wir uns zur Zeit bewegen. Natürlich hat die 2. Liga andere Bedingungen als Liga drei. Die Gespräche mit den Spielern sind auf gutem Weg.

Praktiker als langjähriger Partner zieht sich aus dem Saarland zurück. Beim Hauptsponsor Victor's wird immer wieder von einer Reduzierung gesprochen. Auf der anderen Seite wurde mit Prowin ein neuer Sponsor im Bereich Frauen-Fußball gefunden. Werden Sie in der kommenden Saison wegbrechende Einnahmen kompensieren können?
Borgard: Da sind wir mitten in Verhandlungen. Dem kann ich nicht vorgreifen.

Mit Daniel Hager und Leo Petry wurden 2011 zwei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt, denen man ausgezeichnete Kontakte in die Wirtschaft attestiert. Konnten sich die beiden schon als Türöffner für den Verein einbringen?
Borgard: Da kann ich nur Ja sagen. Sponsoren-Akquise ist ein ganz schweres Thema. Sie haben sich sehr eingesetzt.

Dieter Weller hat mal gesagt, der sportliche Erfolg einer Mannschaft ließe sich über den Etat voraussagen. Sie haben mal erklärt, dass der Etat des 1. FC Saarbrücken in der Spitzengruppe der 3. Liga anzusiedeln ist. Spielt die Mannschaft derzeit unter Wert?
Borgard: In der Vorrunde waren wir über dem Soll, jetzt müssen wir abwarten. Wenn wir unter den ersten Fünf bleiben, ist der Etat eben höher. Gleiches gilt für den Pokal.

Noch ein Weller-Zitat: ,Meine Aufgabe ist es, den Verein am Leben zu halten, bis das Stadion gebaut ist.' Wie zuversichtlich sind Sie in Sachen Stadionbau?
Borgard: Es gibt keinen Grund zu sagen, man schafft das nicht. Der Stadionumbau ist abgesichert, und unter den normalen Bedingungen schaffen wir das alle gemeinsam, zwei Jahre bis zum Abschluss der Bauphase zu überstehen.