"Ein Tor des Willens"

Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken zeigte gegen Jahn Regensburg nicht sein bestes Spiel, er holte aber dennoch drei wichtige Punkte. Dank Manuel Stiefler, der in Halbzeit zwei das 1:0-Siegtor besorgte.

Saarbrücken. In der 60. Minute wechselte Jürgen Luginger, Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, zum ersten Mal aus: Lukas Kohler kam für Ufuk Özbek ins Spiel gegen Jahn Regensburg, das bis dahin arm an Höhepunkten war. FCS-Torwart Enver Marina warf nach der Einwechslung den Ball ab, der überragende Marcel Ziemer leitete auf die rechte Außenbahn weiter. Mit seinem ersten Ballkontakt flankte Kohler vor das Tor, Johannes Wurtz verpasste. Doch aus dem Hintergrund rauschte Manuel Stiefler heran und drosch das Spielgerät zum 1:0-Siegtreffer (61. Minute) ins Netz. Und das, obwohl gleich zwei Gegenspieler dies mit gestrecktem Fuß zu verhindern suchten. "Es war ein Tor des Willens", sagte Stiefler, der wieder im Mittelfeld spielte: "Ich bin froh, dass ich zu den drei Punkten beitragen konnte, aber die ganze Mannschaft hat heute enormen Willen gezeigt."Vor allem einige Spieler, die zuletzt häufiger in der Kritik standen, zeigten wieder gute Leistungen. Zum Beispiel Tim Kruse, der mit Marc Lerandy in der Innenverteidigung spielte. John Adam Straith musste nach links ausweichen. "Ich musste das ja unter der Woche im Pokalspiel (5:1 gegen den FSV Jägersburg, Anm. d. Red.) schon eine Halbzeit machen", sagte Kruse, "der Trainer hat mich am Freitag nach dem Abschlusstraining gefragt, ob ich mir das auch gegen Regensburg vorstellen könnte". Der Schachzug hat gut geklappt. Auch, weil Stephan Sieger im Mittelfeld auf der Kruse-Position kämpferisch und läuferisch eine starke Partie ablieferte. "Die Situation war ja nicht einfach für mich", sagte der Kapitän, der zuletzt auf der Bank Platz nehmen musste, "da kann spielerisch noch nicht alles klappen. Aber ich habe gezeigt, dass ich der Mannschaft helfen kann, wenn ich meine Leistung abrufe. Das freut mich am meisten". Und noch einer strahlte mit der Frühlingssonne um die Wette: Enver Marina. "Ich wollte heute unbedingt zu null spielen", sagte der Schlussmann: "Wir haben diese Saison schon viel zu viele Gegentore bekommen."

Zu den 44 Gegentreffern kam am Samstag auch keiner dazu, weil Marina gegen den allein auf ihn zustürmenden Oliver Hein glänzend den Winkel verkürzte (27.) und später gegen den völlig freistehenden Tobias Schweinsteiger großartig parierte (72.). Es war die einzige Aktion des Bruders von Nationalspieler Bastian. Ansonsten "glänzte" Schweinsteiger nur durch Theatralik - 4200 Zuschauer im Ludwigsparkstadion quittierten diese mit einem gellenden Pfeifkonzert. Dem FCS war es egal. "Es war vielleicht ein schmutziger Sieg", sagte Christian Eggert lächelnd, "aber er fühlt sich richtig gut an".

saarbruecker-zeitung.de/fcs