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Eigentor: 1. FC Saarbrücken verpasst Sieg gegen Braunschweig - volles Stadion

„Wir haben alles verkauft, was möglich war“ : Vor mehr als 10 000 Zuschauern: FCS verpasst Sprung auf Platz zwei

Drittligist 1. FC Saarbrücken spielt am Freitagabend vor 10 043 Zuschauern nach zweimaliger Führung 2:2 gegen Eintracht Braunschweig. Das hat Folgen für die Platzierung in der Tabelle.

Im Freitagabendspiel der 3. Fußball-Liga kam der 1. FC Saarbrücken zu Hause gegen Eintracht Braunschweig nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Der FCS verpasste es damit, zumindest bis zum Samstag Aufstiegsplatz zwei zu erobern. FCS-Trainer Uwe Koschinat vertraute zum dritten Mal in Folge der gleichen Startelf. Mit dabei also auch Torwart Daniel Batz und Mittelfeldspieler Tobias Jänicke, die vor dem Anpfiff für 150 Einsätze in Blau-Schwarz geehrt wurden. Julian Günther-Schmidt und Robin Scheu nahmen jeweils nach überstandenem Bänderriss im Sprunggelenk zunächst auf der Bank Platz.

Auf den Rängen dagegen war kaum mehr ein freier Platz. „Wir haben alles verkauft, was möglich war“, sagte Schatzmeister Dieter Weller und kämpfte mit den Tränen der Rührung: „Darauf haben wir so lange gewartet.“ Offiziell waren es am Ende 10 043 Besucher im Ludwigspark, nur im Gästebereich blieben Plätze frei.

Die Gastgeber zögerten nicht lange, bestimmten von Beginn an die Partie. Schon nach sechs Minuten wurde es zum ersten Mal heiß. Adriano Grimaldi hätte selbst abschließen können, spielte zum frei stehenden Jänicke, doch auch der zögerte einen Tick zu lange. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Eine Viertelstunde war gespielt, als Luca Kerber am Ende einer sehenswerten Ballstafette Minos Gouras in den Strafraum schickte, der frei vor Torwart Jasmin Fejzic nur das Außennetz traf. Braunschweigs Torwart hielt auch fünf Minuten später sein Team im Spiel, als erneut Gouras frei vor ihm auftauchte. Der FCS braucht aktuell einfach zu viele gute Möglichkeiten für ein Tor.

Der Zweitliga-Absteiger hatte seine erste Möglichkeit nach einer Ecke. Beim Kopfball von Jannis Nikolaou musste sich Batz ganz lang machen (26.). Dann wieder der FCS: Pius Krätschmer setzte einen Freistoß in die Mauer, Kapitän Manuel Zeitz setzte nach. Grimaldi bekam den Ball und traf aus der Drehung zum 1:0 (36.). Die Luft im Park vibrierte. Der Torjubel soll noch auf dem Rastpfuhl zu hören gewesen sein.

Der nächste Aufschrei folgte erst nach dem Wechsel. Jänicke zog von der Strafraumgrenze ab, der abgefälschte Schuss landete am Außennetz (48.). Praktisch im Gegenzug brannte es auf der anderen Seite. Lion Lauberbach zog aus spitzem Winkel ab, Batz bekam rechtzeitig die Fäuste hoch, klärte zur Ecke.

Die defensiv so starken Gäste, die schon im ersten Durchgang durch körperliche Robustheit glänzten, mussten nun mehr nach vorne machen. Saarbrücken lauerte auf Konter. Der kam in der 55. Minute. Wieder war es Jänicke, der die Aktion einleitete. Dominik Ernst flankte, der Kopfball von Grimaldi war aber sichere Beute von Fejzic.

Das Spiel war packend: Statt den Ball wegzuschlagen, vertändelte Krätschmer den Ball, Robin Krauße flankte, und Lion Lauberbach traf zum 1:1 (57.). Koschinat warf wutentbrannt eine Flasche auf den Boden und hatte keine Zeit, sie wieder aufzuheben. Denn nun überschlugen sich die Ereignisse. Grimaldi behauptete den Ball und legte ab, Kerber schlenzte mit dem rechten Fuß herrlich genau ins rechte obere Eck – das 2:1 (60.) war das erste Profi-Tor des 19-jährigen Saarbrücker Talents.

Der Park wurde zum Tollhaus. Denn es blieb spannend. Maurice Multhaup scheiterte nach schnellem Umschaltspiel völlig frei an Batz, der sich ganz groß machte (64.) – spätestens jetzt hatte die Nummer eins seinen Fehler aus dem Meppen-Spiel wieder wettgemacht. Saarbrücken reagierte. Sebastian Jacob spielte mit Gouras Grimaldi frei, doch der bekam im Fallen nicht genügend Druck hinter den Ball. Fejzic hielt (70.).

Eine Viertelstunde vor Schluss kam dann auch Lukas Boeder zu seinem Debüt für den FCS, Stürmer Jacob verließ für den Defensivmann das Feld. Koschinat wollte mit einem weiteren Spieler vor der Abwehr die Punkte sichern. Doch das gelang nicht. Beim Versuch, vor dem eingewechselten Benjamin Girth zu klären, unterlief Krätschmer ein Eigentor zum 2:2 (85.) Dabei blieb es. Doch weil der FCS eigentlich mehr verdient gehabt hätte, feierten die Fans ihr Team wie bei einem Sieg.

Die Berufung von FCS-Innenverteidiger Dennis Erdmann gegen seine Acht-Wochen-Sperre wegen „rassistischer Äußerungen“ wird vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 13. Oktober mündlich verhandelt. Das teilte der DFB am Freitag mit. Der Abwehrspieler war am 13. September vom DFB-Sportgericht wegen „krass sportwidrigen Verhaltens“ mit einer Sperre von acht Wochen und einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt worden.