DFB-Pokalspiel FCS gegen FCK Problemfans, Staus und sexuelle Belästigung — die Polizeibilanz des Hochrisikospiels

Saarbrücken · Die Polizeipräsenz während des Hochrisikospiels 1. FC Saarbrücken gegen 1. FC Kaiserslautern war am Dienstag deutlich zu spüren. Doch wie lief der Einsatz für die Vielzahl an Beamten?

FCS-Fanmarsch auf dem Weg zum Ludwigspark
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FCS-Fanmarsch auf dem Weg zum Ludwigspark

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Foto: Christine Funk

Die Polizeipräsenz am Dienstagabend war in Saarbrücken deutlich verstärkt. Das merkten auch alle, die in die Landeshauptstadt rein oder aus der Innenstadt hinaus wollten. Grund natürlich das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Kaiserslautern. Ein solches Derby hatte es im DFB-Pokal schon lange nicht mehr gegeben. Und bei den Kontrahenten handelt es sich nicht gerade um Freunde. Für die Polizei Grund genug, mit einer Vielzahl von Einsatzkräften aufzulaufen.

Halbfinale im DFB-Pokal : 1000 Einsatzkräfte sorgten für die Sicherheit der Fußball-Fans

Insgesamt etwa 1.000 Einsatzkräfte sorgten rund um das Spiel und den Saarbrücker Ludwigspark für die Sicherheit der Besucher, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Hauptaugenmerk waren für die Beamten die sogenannten Problemfans beider Mannschaften. Wie erwartet kamen rund 16.000 Zuschauer zu dem Spiel in den Saarbrücker Ludwigspark, darunter auch mehrere Hundert dieser Problemfans beider Mannschaften. Um diese Gruppierungen konsequent getrennt halten zu können, hatte die saarländische Polizei Unterstützung aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern angefordert.

Anreise verursachte massive Verkehrsbehinderungen

Der polizeiliche Einsatz verlief laut Polizei ohne gravierende Probleme. Lediglich vor Spielbeginn verursachten Berufsverkehr und gleichzeitige Fananreise kurzzeitige Störungen des fließenden Verkehrs. Denn die Anreise der zahlreichen Fans und der tägliche Berufsverkehr trafen am Abend zusammen. So kam es, auch wegen der Sperrung der Camphauser Straße, im Bereich Hauptbahnhof, Westspange und Ludwigskreisel zu kurzfristigen, aber massiven Verkehrsstörungen.

Über 5.000 Anhänger der Heimmannschaft zogen zudem in einem gemeinsamen Fanmarsch ab 17 Uhr vom Landwehrplatz zum Stadion. Dabei wurden, ebenso wie in der Gruppe der Gästefans, zahlreiche Böller und Pyrotechnik gezündet. Auch während des Spiels wurde von Anhängern beider Mannschaften Pyrotechnik gezündet.

Verspätung der Bahn-Reisenden vereinfachte den Polizeieinsatz

Dass die Anreise der Fans harmlos verlief, wurde auch dadurch erleichtert, dass die etwa 1.800 mit der Bahn aus Kaiserslautern angereisten Fans zu spät ankamen. Somit wurden die polizeilichen Maßnahmen zur Trennung der Fangruppierungen erheblich erleichtert, wie der Sprecher der Polizei im Saarland, Stephan Laßotta nach Anpfiff mitteilte.

Während des Spiels hatte die Polizei noch einen kurzen Einsatz, wegen einer sexuellen Belästigung einer Zuschauerin. Doch hier konnte die Polizei noch im selben Block ein Verdächtiger ermitteln. Um welchen Vorfall es sich dabei genau handelte, konnte die Führungs- und Lagezentrale der Polizei in der Nacht nicht mehr nachvollziehen.

Helikopter der Bundespolizei im Einsatz

Auch in der dritten Halbzeit der Polizei, wie Sprecher Stephan Laßotta die Abreise nach dem Spiel nannte, verlief der Einsatz der Polizei insgesamt problemlos. Die Gruppe der Bahnreisenden wurde von der Polizei zum Hauptbahnhof begleitet. Zu größeren Auseinandersetzungen mit Anhängern des 1. FC Saarbrücken kam es bis zur Abfahrt des Zuges kurz nach Mitternacht nicht.

Zur Sicherung der Strecke wurde ein Hubschrauber der Bundespolizei genutzt, dieser verursachte etwas Lärm und gab den Anschein, dass etwas passiert sein müsste, was Stephan Laßotta jedoch gegen 23 Uhr noch verneinte, hierbei handele es sich laut ihm um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

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