Auslosungsergebnis 1. FC Saarbrücken trifft im Viertelfinale des DFB-Pokals auf Borussia Mönchengladbach

Dortmund · Die Viertelfinal-Partien des DFB-Pokals wurden ausgelost. Nun steht auch fest, auf wen der 1. FC Saarbrücken treffen wird. Alle Auslosungsergebnisse und ein Ausblick.

 Der beim 1. FC Saarbrücken ausgebildete Patrick Herrmann, hier im Spiel gegen Union Berlin, kommt mit Borussia Mönchengladbach zum DFB-Pokal-Viertelfinale in den Saarbrücker Ludwigspark zurück.

Der beim 1. FC Saarbrücken ausgebildete Patrick Herrmann, hier im Spiel gegen Union Berlin, kommt mit Borussia Mönchengladbach zum DFB-Pokal-Viertelfinale in den Saarbrücker Ludwigspark zurück.

Foto: dpa/Andreas Gora

Das ganze Fußball-Saarland blickte am Sonntagabend gespannt nach Dortmund. Im Deutschen Fußball-Museum wurde das Viertelfinale im DFB-Pokal ausgelost, die ARD-Sportschau übertrug das Ganze live. Und mit dem 1. FC Saarbrücken war nur noch ein Drittligist im Rennen. Es war 19.34 Uhr, als Ex-Nationalspieler Jens Nowotny, aktuell Co-Trainer der frischgebackenen deutschen U17-Weltmeister, den FCS als allererstes Los aus der Trommel zog. Der Jubel im Publikum war groß, die anwesenden FCS-Fans skandierten „Saar-brü-cken.“ Dann zog Nowotny den Gegner, und als die Gäste in Dortmund den Namen „Borussia Mönchengladbach“ sahen, wurde es erneut laut. „Hammer-Los für Bayern-Besieger Saarbrücken“, titelte zum Beispiel die Bild-Zeitung.

„Gladbach hat eine gute Mannschaft. Aber ich hoffe, dass wir mit unseren Fans im Rücken wieder eine Runde weiterkommen“, sagte FCS-Sportdirektor Jürgen Luginger. Er saß neben FCS-Vizepräsident Salvo Pitino im Publikum und berichtet live vor den ARD-Kameras, dass Pitino auf der Hinfahrt zu Luginger sagte, er habe das Gefühl, Gladbach als Gegner zu bekommen.

Spiel findet Ende Januar oder Anfang Februar statt

Der Favoritenschreck FCS hat ein Heimspiel im Ludwigspark, die Viertelfinals werden am 30./31. Januar sowie am 6./7. Februar ausgetragen. Die Halbfinals sind für den 2./3. April terminiert, das Finale findet am 25. Mai in Berlin statt. Das Ludwigsparkstadion erlebte in dieser Saison drei Pokalfeste, dreimal scheiterten Favoriten im stimmungsvollen Park. Nach dem Erstrundensieg gegen Zweitligist Karlsruher SC (2:1) schalteten die Blau-Schwarzen Rekordmeister FC Bayern München mit 2:1 und Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt am vergangenen Mittwoch mit einem überraschend souveränen 2:0 aus.

Ein Wunsch Lugingers zwei Tage nach dessen 56. Geburtstag wurde auf jeden Fall erfüllt. „Leverkusen und den VfB Stuttgart muss man nicht unbedingt haben“, sagte der FCS-Sportdirektor voller Respekt. Und so kam es: Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen trifft zu Hause auf den VfB Stuttgart, nachdem sie sich zuvor am Sonntagnachmittag in Stuttgart mit 1:1 voneinander getrennt hatten. Sowohl die diese Saison noch ungeschlagenen Leverkusener mit Trainer Xabi Alonso als auch die Stuttgarter um das Topstürmer-Duo Deniz Undav und Serhou Guirassy flößten Luginger Respekt ein.

Zwei Zweitliga-Duelle im Viertelfinale

Das traumhafte Pokalmärchen der Malstatter hat auch der Mannschaft Selbstvertrauen eingeflößt. „Im Endeffekt hat schon das Spiel gegen Bayern etwas mit uns gemacht“, meinte Luginger und erklärte: „So dominant, wie wir gegen Frankfurt gespielt haben, war aller Ehren wert. Wir nehmen dieses Selbstvertrauen mit in die Liga.“ Dort ist der FCS durch den 4:0-Sieg am Samstag bei Schlusslicht SC Freiburg II in der Tabelle geklettert und stand zum Zeitpunkt der Auslosung erstmals seit Langem wieder in der oberen Tabellenhälfte.

Außerdem treffen im DFB-Pokal-Viertelfinale in zwei Zweitliga-Duellen Hertha BSC und der 1. FC Kaiserslautern sowie der FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf aufeinander. Als Ziehungsleiter hatte U17-Weltmeister-Coach Christian Wück fungiert. Erstmals seit 20 Jahren haben es nur drei Bundesligisten ins Viertelfinale des Wettbewerbs geschafft. Neben den Bayern hatte sich auch Titelverteidiger RB Leipzig frühzeitig verabschiedet.

Legendäres 5:2 auf dem Bökelberg

Mit Borussia Mönchengladbach verbindet den FCS eine lange Geschichte. In zehn Pflichtspiel-Duellen gab es sieben Niederlagen für die „Molschder“, zwei Unentschieden und nur einen Sieg. Der hatte es aber in sich, in der letzten Bundesliga-Saison der Saarbrücker unter Trainer Peter Neururer 1992/1993 siegte der FCs am 14. November 1992 mit 5:2 auf dem altehrwürdigen Bökelberg, dabei traf sogar Libero Michael Kostner. Die anderen Tore erzielten Eric Wynalda (2), Juri Sawitschew und Wolfgang Schüler. Zuletzt sahen sich beide Vereine bei Pflichtspielen vor mehr als 20 Jahren. In der Zweitliga-Saison 2000/2001 holte der FCS in Gladbach ein 0:0 und verlor im Ludwigspark mit 0:4.

Auf Grund der großen Erfolge der Elf vom Niederrhein in den 70er- und 80er-Jahren haben die Gladbacher überall in Deutschland viele Fans, auch im Saarland gibt es Fanclubs der „Fohlen“. Mit Offensivspieler Patrick Herrmann gibt es im Profikader der Gladbacher auch einen Spieler, der beim FCS ausgebildet wurde. Der 32-Jährige aus Uchtelfangen spielte von 2004 bis 2008 in der FCS-Jugend, ehe er nach der B-Jugend (U17) Saarbrücken in Richtung Niederrhein verließ. In Gladbach wurde Herrmann zum Kultspieler und zweimaligen Nationalspieler. „El Flacco“ (der Dürre), wie er in der Mannschaft genannt wird, verließ den FCS damals 2008 nach zwei Jahren unter Trainer Jens Kiefer mit einem großen Erfolg, als die damalige B-Jugend den Klassenverbleib in der Bundesliga schaffte.

Testspiel im Sommer ging knapp aus

Ein weiterer Kultspieler auf dem Bökelberg war Michael Klinkert, der Abwehrspieler aus Bous lief in der Saison 1986/87 für den FCS auf und absolvierte von 1989 bis 2001 als „Mister Zuverlässig“ stolze 281 Spiele für die Fohlen. Zudem erzielte der kopfballstarke Klinkert 17 Tore für Gladbach.

Übrigens gastierte die Borussia in dieser Saison schon beim FCS, als noch niemand an ein Wiedersehen in einem Pokal-Viertelfinale dachte, im Ludwigspark. Zum 125-jährigen Jubiläum kam Gladbach als „Geburtstagsgeschenk“ an die FCS-Fans ins Saarland, in einem Testspiel siegte der Bundesligist Ende Juli nach früher 2:0-Führung nach zehn Minuten mit 2:1. Das FCS-Tor köpfte Kai Brünker, der auch gegen Frankfurt einmal traf und das 2:0 von Luca Kerber vorbereitete, in der 85. Minute nach einer Freistoß-Flanke von Richard Neudecker. Die Saarbrücker boten dem Favoriten aber bis zur letzten Sekunde ein ebenbürtiges Spiel – das lässt die FCS-Fans auf den nächsten großen Pokalfight im Park hoffen.

Und auch Wück traut dem FCS wohl eine Überraschung zu und meinte: „Ich freue mich auf Saarbrücken gegen Gladbach. Wenn ein Underdog gegen einen Erstligisten spielt, ist vieles drin.“

(raps)
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