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DFB-Pokal: 1. FC Saarbrücken siegt 8:7 im Viertelfinale gegen Fortuna Düsseldorf

Kostenpflichtiger Inhalt: Viertelfinale im DFB-Pokal : FCS nach irrem Elfmeter-Drama im Halbfinale

1. FC Saarbrücken schlägt Fortuna Düsseldorf im Viertelfinale des DFB-Pokals nach Elfmeterschießen mit 8:7. Batz hält fünf Strafstöße.

Wahnsinn! Ganz große Gefühle bot der Dienstagabend im mit 6800 Zuschauern ausverkauften Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Der 1. FC Saarbrücken lieferte Bundesligist Fortuna Düsseldorf im Viertelfinale des DFB-Pokals einen heroischen Kampf. Und am Ende siegte der Tabellenführer der Regionalliga Südwest mit 8:7 (1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen. Steven Zellner, Timm Golley und Stephan Andrist scheiterten im Elfmeterschießen an Fortunas Torwart Florian Kastenmeier. Aber dann wurde Torwart Daniel Batz wie schon im Achtelfinale gegen den Karlsruher SC zum Helden, als er nach einem parierten Strafstoß in Hälfte zwei auch im Elfmeterschießen noch vier Elfmeter hielt. Erst in der 90. Minute hatte die favorisierte Fortuna nach einer von unzähligen Ecken durch einen Kopfball von Mathias Jörgensen den 1:1-Ausgleich nach der 1:0-Pausenführung des FCS geschafft. Ausgerechnet Jörgensen scheiterte dann mit dem letzten Strafstoß des Spiels an Batz, nachdem vorher Mario Müller verwandelt hatte.

FCS-Trainer Lukas Kwasniok hatte nominell drei Veränderungen gegenüber dem 4:0-Liga-Heimsieg am vergangenen Freitag über die TSG Balingen vorgenommen. Kapitän Manuel Zeitz und Innenverteidiger Christopher Schorch kehrten ins Team zurück, Kianz Froese und Jayson Breitenbach mussten auf die Bank. Für Fabian Eisele stand Gillian Jurcher in der Startformation. Taktisch hatte sich der FCS-Trainer etwas einfallen lassen: Tobias Jänicke spielte links, Markus Mendler rechts im Mittelfeld. Die Idee: Mit dem jeweils „falschen Fuß“ hinter die Dreierkette der Fortunen passen und die schnellen Jurcher und Steven Zellner damit in Szene zu setzen. Nach 16 Minuten musste der FCS umdenken. Boné Uaferro musste raus, Zellner ging zurück in die Innenverteidigung. Kianz Froese kam als hängende Spitze. Und wie. 15 Minuten später nahm der Kanado-Kubaner Tempo auf, legte den Ball präzise quer auf Jänicke. „Taube“ vollendete aus zehn Metern zum 1:0.

Es hätte noch schlimmer kommen können für die 1300 mitgereisten Fans des Bundesligisten. Doch Jänicke traf keine zwei Minuten später beim Versuch, Florian Kastenmeier zu überlupfen, den Fortunen-Kasten nicht. Der nachsetzende Jurcher stand im Abseits. „Wir müssen Düsseldorf auf unser Niveau bringen“, hatte Kwasniok gefordert – bis zur Pause war Düsseldorf zwar spielbestimmend, hatte die ein oder andere Chance mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Ein Drei-Klassen-Unterschied war aber nicht zu erkennen.

Nach dem Wechsel gab es in beiden Blöcken Spruchbänder gegen Kollektivstrafen und einen „heulenden Mäzen“ – nichts, was ein Eingreifen von Schiedsrichter Deniz Aytekin hervorrufen konnte. Der FCS kam besser aus der Kabine. Nach Ecke von Mendler prüfte Zeitz per Kopf Schlussmann Kastenmeier (48.). Die Antwort der Gäste ließ nur vier Minuten auf sich warten. Beim verdeckten Schuss von Kelvin Ofori musste sich Batz ganz lang machen. Doch mit jeder Minute, jedem gewonnenen Zweikampf, jedem angekommenen Pass wurde der Außenseiter sicherer. Kwasnioks Defensiv-Kollektiv arbeitete nahezu perfekt. Düsseldorf kam bis, aber eben nicht entscheidend in den Saarbrücker Strafraum, die Gastgeber setzten ihrerseits immer wieder offensive Nadelstiche.

Ab der 65. Minute erhöhten die Fortunen den Druck. Der FCS-Trainer reagierte: Für Jurcher und Mendler kamen Sebastian Jacob und der neben Froese zweite Ex-Düsseldorfer Timm Golley. Doch zehn Minuten vor Schluss stand Batz wieder im Mittelpunkt. Erst hielt er gegen den völlig freistehenden Hennings (80.). Dann lenkte er einen Strafstoß von Hennings an den Pfosten (81.), Manuel Zeitz war Erik Thommy im Strafraum auf den Fuß getreten. In der 90. Minute war Batz aber dann geschlagen. Nach einer von vielen Ecken der Gäste verlängerte der aufgerückte Torwart Kastenmeier, Mathias Jörgensen köpfte den 1:1-Ausgleich. Bitter für die tapfer kämpfenden Saarländer. Es gab Verlängerung. Dort verfehlte Timm Golley mit einem Flugkopfball das Fortunen-Tor (98.). Später vergab der eingewechselte Timm Golley eine gute Chance, als er einen Freistoß von der Strafraumgrenze einen Meter neben das Fortuna-Tor setzte (119.), ehe dann Batz zum Helden wurde.