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Das ist der Schweizer Neuzugang Stephan Andrist vom 1. FC Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Das ist Saarbrückens Neuzugang Stephan Andrist : Ein echter Schweizer für den FCS

Saarbrückens zuletzt vereinsloser Neuzugang Stephan Andrist will mithelfen, den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. Erfahrung aus Basel und Rostock.

Punkt 10 Uhr öffnet sich am Montag der Fahrstuhl in einem Saarbrücker Hotel. Auf die Sekunde genau erscheint Stephan Andrist zum vereinbarten Interview-Termin. „Ich bin halt ein echter Schweizer“, sagt der Neuzugang beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken mit spitzbübischem Lächeln, „Pünktlichkeit ist mir sehr wichtig. Ich mag auch Schokolade.“ Nur mit dem Skifahren hat es der 32-jährige Stürmer nicht so. „Ich fahre lieber Snowboard. Aber auch das habe ich Jahre nicht mehr gemacht. Das ist für einen Fußballer doch zu gefährlich.“

Der einzige Sohn der Familie Andrist aus Erlenbach in der Nähe von Thun hat eine Ausbildung als Fliesenleger gemacht. Seine Liebe gilt aber seit dem fünften Lebensjahr dem Fußball. „Es ist doch ein Privileg, mit dem, was man liebt, sein Geld verdienen zu können“, sagt der Schweizer, der mit dem FC Basel drei Mal Landesmeister wurde und einmal den Pokal holte. Mit den Baselern hatte er auch sein bislang größtes sportliches Erlebnis: „Ich war beim Champions-League-Viertelfinale 2012 gegen Bayern München dabei. Ich wurde zwar nicht eingewechselt, aber das war schon beeindruckend“, erinnert sich Andrist.

Reisen sind das große Hobby des Profis. „Ich war schon in New York, Miami, Toronto. Besonders beeindruckt hat mich aber Dubai, da ist alles so übergroß.“ Der FCS ist die neunte Station in Andrists Profikarriere. Dabei hat ihn ein Trainer, der mal Bundesliga-Profi war, ganz besonders gefördert. „Das war Murat Yakin damals in Thun. Ich kam von einem schweren Schien- und Wadenbeinbruch zurück. Er hat immer an mich geglaubt, mir Mut gemacht.“

Beim FC Hansa Rostock lernte der Offensivspieler (54 Tore in 130 Drittliga-Spielen) dann später einen heutigen Mitspieler kennen. „Tobias Jänicke habe ich auch sofort angerufen, als ich die Anfrage von Saarbrücken bekam. Wir sind Freunde, seit ich damals nach Warnemünde gezogen bin. Er hat mir hier schon ein paar Sachen gezeigt, was ich gesehen habe, gefällt mir gut.“

Seit Samstag ist Andrist in seiner neuen Heimat. „Der Wechsel ging schnell. Am Donnerstag kam die Anfrage, am Freitag habe ich unterschrieben, und am Samstag war ich mit zwei Koffern hier. Das Gesamtpaket hat mich einfach überzeugt. Ich bin ein Spieler, der etwas erreichen will, und nicht irgendwo spielen, wo es um nichts mehr geht. Das Projekt hier heißt Aufstieg, und da will ich gerne meinen Beitrag dazu leisten.“

Dass er nach der Zeit von Januar bis Sommer 2019 beim VfR Aalen, mit dem er aus der 3. Liga abstieg, zuletzt keinen Verein hatte, begründet er damit, dass keine reizvolle Aufgabe dabeigewesen sei. Er sei fit, habe zu Hause in Thun für sich gearbeitet. „Das war nicht so leicht, aber meine Familie und meine Freundin haben mir den Rücken gestärkt.“ Ob er nach so kurzer Zeit beim Team schon ein Kandidat für das Pokalspiel morgen ist, lässt er offen. „Wenn der Trainer mich braucht, bin ich dabei“, sagt der zurückhaltend wirkende Andrist mit überzeugter Stimme, „meine Stärken sind sicher die Schnelligkeit und der Abschluss. Wenn ich der Mannschaft damit helfen kann, ist alles gut.“

Andrists Vertrag läuft nur bis zum Saisonende. „Fußball ist schnelllebig. Wir werden sehen, was im Mai dann ist. Ich freue mich jedenfalls riesig auf die Zeit und die Aufgabe. Was dann kommt, entscheiden wir dann. Ich habe schon viele Spiele gemacht in meiner Karriere und kann mit Druck umgehen.“ Sagt es und verabschiedet sich. Schließlich muss er pünktlich beim Training sein.