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Aufstieg perfekt: 1. FC Saarbrücken steigt in 3. Liga auf, droht Umzug?

1. FC Saarbrücken spielt nächste Saison in der 3. Liga : FCS darf endlich über den Aufstieg jubeln

1. FC Saarbrücken spielt kommende Saison in der 3. Liga. Bei den ersten Heimspielen könnte ein Umzug drohen.

Das Saarland ist zurück auf der gesamtdeutschen Fußball-Landkarte. Der 1. FC Saarbrücken ist Meister der Fußball-Regionalliga Südwest und damit Aufsteiger in die 3. Liga. Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz der fünf Träger-Verbände der Regionalliga Südwest GbR an diesem Dienstagabend. „Ich freue mich ganz persönlich, dass wir wieder einen Vertreter im Profi-Fußball haben“, sagte Adrian Zöhler, Vize-Präsident des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) und Teilnehmer bereits vor besagter Sitzung, „das ist sehr wichtig für unseren Sport hier im Land.“ Der FCS bestätigte den Aufstieg um kurz vor 21 Uhr auf seiner Facebookseite.
Bereits am Montagabend hatte es nach der Entscheidung des DFB-Bundestages, die Meldung der Drittliga-Aufsteiger den Regionalverbänden zu überlassen, spontan einen Autokorso in der Landeshauptstadt gegeben.

„Wir hätten den Aufstieg gerne auf normalem Wege erreicht und waren auch auf dem besten Weg dorthin. Aber Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, und die Pandemie ist auch noch nicht vorbei“, sagt FCS-Präsident Hartmut Ostermann, „dennoch freuen wir uns natürlich über die Entscheidung der Regionalliga, die Saison für alle einvernehmlich zu beenden und den FCS als weiteren Südwest-Vertreter in die 3. Liga zu entsenden. Ich persönlich freue mich auf das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern, hoffentlich dann auch im fertigen Ludwigspark.“ Ostermann bat auch darum, auf ausgelassene öffentliche Feiern, Autokorsos und spontane Zusammenkünfte vorerst zu verzichten und sich auf den erlaubten privaten Rahmen zu beschränken.

Auch FCS-Sportdirektor Marcus Mann will keine große Mannschaftsfete: „Wir feiern auch auf Wunsch unseres Präsidenten nur unter Einhaltung aller Hygienevorgaben. Es sind noch zwei Wochen bis zum DFB-Pokalspiel, da wäre es fatal, ein Risiko einzugehen.“

Mit dem Aufstieg verlängern sich die Arbeitsverträge der Spieler Tobias Jänicke, Boné Uaferro und José Pierre Vunguidica sowie von Trainer Lukas Kwasniok. „Ich weiß, dass mein Anteil daran sehr klein ist. Und dass der letzte, dem der Aufstieg gelungen ist, Dieter Ferner war“, bewies Kwasniok sowohl Bescheidenheit als auch Kenntnisse in der neueren Vereinsgeschichte, „ich hoffe aber, dass mir sein Schicksal erspart bleibt, einmal Sportdirektor werden zu müssen.“

2010 feierte der heutige Vize-Präsident in Bonn als Trainer den letzten Aufstieg einer ersten Mannschaft des FCS, auch damals in die 3. Liga. „Und Manuel Zeitz ist der Nachfolger des letzten Aufstiegs-Kapitäns“, scherzt Mann, der damals die Spielführerbinde getragen hat, „das sind für beide große Fußstapfen.“

Von Rostock bis München: Der 1. FC Saarbrücken wird in der Saison 2020/21 also in der 3. Liga spielen. In einer eingleisigen wohlgemerkt, denn der SFV-Antrag auf Einführung zweier Staffeln wurde vom Bundestag mit über 92 Prozent der Stimmen abgelehnt (wir berichteten). „Es war ein Lösungsansatz, den letztlich keiner wollte“, sagte Zöhler, der das Angebot von DFB-Vize-Präsident Rainer Koch, den Antrag vor der Abstimmung zurückzuziehen, nicht angenommen hatte: „Wir haben uns im SFV-Vorstand während der Sitzung noch einmal abgestimmt und beschlossen, am Antrag festzuhalten.“

Ob die Idee, den Aufbau der Profi-Ligen in Deutschland wieder pyramidal zu organisieren, damit gestorben ist, wollte Zöhler nicht beurteilen. Man müsse nun sehen, welche Ergebnisse die neue Task Force für die 3. Liga künftig einbringe.

Wo der FCS in der 3. Liga seine Heimspiele austragen wird, ist noch ungeklärt und hängt sicher auch davon ab, ob die Liga mit oder ohne Zuschauer gestartet wird. „Außerdem steht der Saisonbeginn noch nicht fest“, sagt Mann vor dem Hintergrund, dass der Saarbrücker Ludwigspark vor Oktober wohl nicht nutzbar sein wird. Die Ausschreibung für Rasenheizung und Spielfläche war fehlerhaft. Als Ausweichspielstätte wird das Stadion des FSV Frankfurt gehandelt, für Geisterspiele müsste man aber wohl nicht so weit reisen.

FCS-Präsident Hartmut Ostermann freut sich auf das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern. Foto: Andreas Schlichter
Marcus Mann war beim letzten FCS-Aufstieg Mannschaftskapitän – heute ist er Sportdirektor. Foto: Andreas Schlichter Foto: Andreas Schlichter
FCS-Trainer Lukas Kwasniok sagte bescheiden, dass sein Anteil am Erfolg „sehr klein“ sei. Foto: dpa/Thomas Frey
SFV-Vizepräsident Adrian Zöhler freut sich, „dass wir wieder einen Vertreter im Profi-Fußball haben“. Foto: dpa/Birgit Reichert

Das DFB-Pokalhalbfinale des FCS gegen Bayer Leverkusen am 9. oder 10. Juni kann in Völklingen ausgetragen werden, allerdings ohne Zuschauer und mit strengen Hygieneauflagen. Das teilte der saarländische Sportminister Klaus Bouillon am Dienstag mit und sagte: „Das Saarland steht hinter seinem FCS.“