1. FC Saarbrücken weiter ohne Stadion für Pokalspiel gegen 1. FC Köln

Kostenpflichtiger Inhalt: Wo spielt der 1. FC Saarbrücken gegen Köln? : Das Warten auf den Spielort geht weiter

Der 1. FC Saarbrücken hat noch kein Stadion für das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln bekanntgegeben. Ein Vorfall beim „Regenspiel“ gegen Hoffenheim II, das am Dienstag nachgeholt wird, lässt zweifeln, ob Völklingen geeignet ist.

Die Freude war groß, als der 1. FC Saarbrücken den Zweitligisten Jahn Regensburg mit 3:2 aus dem DFB-Pokal herausgekegelt hatte. Der Jubel wurde zum Aufschrei, als dem Fußball-Regionalligisten der 1. FC Köln als Zweitrunden-Gegner zugelost wurde. Fest steht, dass die Partie auf beiden Seiten großes Zuschauerinteresse generiert: Die Geißböcke treffen in nicht allzu großer Entfernung vom Dom auf die Mannschaft ihres ehemaligen Kapitäns und Publikumslieblings Dirk Lottner, die FCS-Fans träumen von einer weiteren Überraschung. Kartenanfragen beider Fanlager müssen aber bislang unbeantwortet bleiben.

Fest steht, dass die Partie am 29. Oktober um 18.30 Uhr angepfiffen wird. Wo der Anpfiff aber ertönen wird, ist allerdings auch mehr als drei Wochen nach der Auslosung noch immer nicht geklärt. „Wir stehen zur Aussage unseres Präsidenten Hartmut Ostermann, dass dieses Spiel im Saarland ausgetragen werden wird“, wiederholt FCS-Geschäftsführer David Fischer gebetsmühlenartig, „wir werden erst Ergebnisse kommunizieren, wenn die wirklich fix sind. Derzeit warten wir auf eine Rückmeldung eines Dienstleisters.“

Eine eher kryptische Aussage, die aber das Gerücht stützt, der Verein würde die Partie im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion austragen wollen. Der angesprochene Dienstleister wäre dann wohl vermutlich die Firma, die das für die Fernsehübertragung notwendige Zusatz-Flutlicht stellen würde. Das kostet zwar fast 100 000 Euro, die Kosten würden über den Verteilungsschlüssel des DFB aber von beiden Clubs getragen. Nachfragen, ob die Austragungsorte Elversberg und Homburg gänzlich aus dem Rennen seien, ließ Fischer unbeantwortet.

Die Frage, ob Völklingen nicht nur wegen der geringen Kapazität von 6800 Plätzen überhaupt ein sinnvoller Austragungsort für ein solches DFB-Pokalspiel ist, erhielt am Samstag dagegen zusätzlich Nahrung. Beim abgebrochenen Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II, das am kommenden Dienstag, 17. September, um 17.45 Uhr nachgeholt wird, stürzten drei Fans, die vor dem heftigen Regen Schutz gesucht hatten, in einen mit einem Bodengitter gesicherten Schacht hinter der Tribüne ab und verletzten sich.

„Ich hatte Kontakt mit den Betroffenen. Einer hat sich einen Trümmerbruch des Fersenbeins und einen Knöchelbruch zugezogen. Er muss operiert werden. Die anderen kamen mit Prellungen und Schürfwunden davon“, sagt Fischer, „zu dem Vorfall gibt es unterschiedliche Aussagen. Grundsätzlich ist es ein Bereich, der nicht betreten werden darf und der mit einer Kette abgesperrt war.“ Eine Absperrung, die nach Aussagen von Zeugen „diese Bezeichung nicht verdient“. Und während die einen behaupten, der Sicherheitsdienst hätte die Leute aus dem Bereich verwiesen, streiten andere das ab. Aussagen, man sei auf den Gittern „rumgehüpft“, werden zurückgewiesen, man sei „nicht blöd oder renitent, sondern Opfer eines Baumangels“, wie es ein Fan formulierte.

„Der Sachverhalt wird mit den Kollegen der Stadt Völklingen untersucht“, sagt Geschäftsführer Fischer, der während der Spiele Veranstaltungsleiter und Sicherheitsbeauftragter ist, „der Bereich ist mittlerweile mit einem Bauzaun abgesichert.“ Ob das ausreicht, um den DFB von der Tauglichkeit des Stadions für ein „großes“ Spiel zu überzeugen? „Der Bereich ist ja jetzt abgesperrt“, sagt Fischer, „darum sollte das kein Problem sein, wenn Völklingen die Spielstätte werden sollte.“

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