1. FC Saarbrücken siegt gegen SV Sandhausen FCS dreht Rückstand und darf von der Relegation träumen

Saarbrücken · Nach dem 2:1-Sieg vor heimischer Kulisse gegen Haching wollte der 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga gegen Sandhausen erneut punkten. Im Ludwigspark gelingt den Saarländern auch wirklich alles und so drehen sie das Spiel 20 Minuten vor Schluss und gewinnen souverän.

3. Fußball-Liga 1. FC Saarbrücken gegen SV Sandhausen
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Starke Szenen der Partie 1. FC Saarbrücken gegen SV Sandhausen

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Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Sebastian Bach

Nachdem sich der SSV Ulm am frühen Samstagnachmittag im Spitzenspiel und Aufsteigerduell mit 2:0 gegen Preußen Münster durchgesetzt und zumindest für eine Nacht die Tabellenführung in der 2. Fußball-Liga übernommen hat, war klar, dass der Sieger im Verfolgerduell zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem SV Sandhausen noch einmal alle Möglichkeiten hat, die Ostwestfalen im Kampf um Platz drei herauszufordern.

11314 Zuschauer im Saarbrücker Ludwigsparkstadion feierten dann Doppeltorschütze Luca Kerber, aber vor allem die herausragende Moral der Saarländer, die nach einem 0:1-Rückstand am Ende hochverdient mit 4:1 die Oberhand behielten.

Sandhausen mit besserem Start zu Gast beim 1. FC Saarbrücken

Das war das zehnte Mal in dieser Spielzeit, dass der FCS nach Rückstand zurückkam.FCS-Trainer Rüdiger Ziehl hatte seine Mannschaft zum Ende der englischen Woche dreimal verändert. Boné Uafero, Calogero Rizzuto und Kai Brünker saßen zunächst auf der Bank, Amine Naifi, Dominik und Robin Becker durften beginnen.

Doch die Gäste erwischten den besseren Start. Nach kaum mehr als 70 Sekunden und einer Hereingabe von Christoph Ehlich fehlten Sebastian Stolze die berühmten Zentimeter zur Führung. Kurz danach klärte FCS-Schlussmann Tim Schreiber erneut gegen Stolze, der aus spitzem Winkel abzog. Saarbrückens Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Naifi eroberte einen von ihm selbst verlorenen Ball zurück. Robin Becker flankte, Luca Kerber verpasste, aber die Direktabnahme von Tim Civeja wurde richtig gefährlich, aber im letzten Moment abgeblockt (7. Minute).

Danach ging das Visier beider Mannschaften erst einmal nach unten - heißt: Die Abwehrreihen beider Seiten ließen sich zumindest aus dem Spiel heraus nicht mehr überraschen, auch weil die Offensiven nicht das letzte Risiko eingingen. So brauchte es einmal mehr den ruhenden Ball. Eine Ecke von Civeja köpfte Manuel Zeitz wuchtig aufs Tor, aber auch in die Arme von Torhüter Nikolai Rehnen (25.). Sechs Minuten später war es ein Freistoß von Marcel Gaus und ein Kopfball Simon Stehle, der knapp vorbeiging.

FCS mit Torschüssen, aber Sandhausen reifer

Irgendwie hatte man sich schon mit einer torlosen Halbzeit angefreundet, als die Gäste zuschlugen. Patrick Greil zog aus knapp 25 Metern einfach mal ab, sein Schuss wurde von Robin Becker abgefälscht und senkte sich über Schreiber hinweg ins Netz - das 0:1 (43.) war ein ganz krummes Ding, aber nicht unverdient. Der FCS hatte mehr Torschüsse, Sandhausen war aber die spielerisch reifer wirkende Mannschaft.

Neuer Schwung durch Einwechsel - und es lohnte sich für den FCS

Das blieb auch nach dem Wechsel so und darum sah sich Ziehl gezwungen, neuen Schwung in die Partie zu bringen: Für Robin Becker, Naifi und Stehle kamen Brünker, Rizutto und Julius Biada in die Partie (56.). Danach Kasim Rabihic für Civeja (66.).

Die Wechsel sollten sich auszahlen. Rizutto narrte am linken Flügel gleich drei Sandhäuser und bediente Gaus. Der 34-Jährige hatte eigentlich die bessere Schussposition schon verpasst, zog trotzdem ab. Lion Schuster fälschte ab - der 1:1-Ausgleich stand in Sachen "Glück" der Gäste-Führung in Nichts nach. Saarbrücken hatte "Blut geleckt". Rabihic flankte, Kerber war mit dem Kopf zur Stelle und brachte seinen FCS mit 2:1 in Führung (73.).

Zum Ende wurde der Ludwigspark zum Tollhaus

Dann hatte Lukas Boeder seinen Auftritt. Seinen Seitfallzieher kratzte Rehnen gerade noch aus dem Winkel. Den anschließenden Eckbal von Rabihic legte Boeder dann zurück auf Brünker. Der "Panzer" wuchtete zum 3:1 (81.) ein. Und damit nicht genug. Wieder Rizutto mit der Hereingabe, Kerber sprang höher als alle anderen und erhöhte per Kopf auf 4:1 (84.) - der Ludwigspark wurde zum Tollhaus. Der FCS liegt nun nur noch drei Zähler hinter Münster und hat noch das Nachholspiel gegen (Fast-)Absteiger MSV Duisburg vor der Brust. Der Traum von der Relegation lebt weiter.

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