Nach Sensation gegen die Bayern Der Tag der DFB-Pokal-Auslosung – FCS-Trainer Ziehl hätte gerne ein Derby

Saarbrücken · Am Sonntag wird es spannend. Denn dann wird das Achtelfinale des DFB-Pokals ausgelost: Im Topf sind gleich zwei saarländische Mannschaften: der 1. FC Saarbrücken und der FC Homburg.

 FCS-Pressesprecher Peter Müller (Mitte) berichtete von einem noch nie erlebten Arbeitstag nach der Pokal-Sensation gegen den FC Bayern. Auch Trainer Rüdiger Ziehl (rechts) ist noch dabei, den Sieg zu „verdauen“. Und FCS-Profi Julius Biada (links) berichtete, wie er das Siegtor erlebte.

FCS-Pressesprecher Peter Müller (Mitte) berichtete von einem noch nie erlebten Arbeitstag nach der Pokal-Sensation gegen den FC Bayern. Auch Trainer Rüdiger Ziehl (rechts) ist noch dabei, den Sieg zu „verdauen“. Und FCS-Profi Julius Biada (links) berichtete, wie er das Siegtor erlebte.

Foto: IMAGO/BeckerBredel

Update: Der 1. FC Saarbrücken trifft im Achtelfinale des DFB-Pokals auf den Erstligisten Eintracht Frankfurt. Dies ergab die Auslosung am Sonntag im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund. Die Partien im Überblick.

Erstmeldung:

Noch Tage nach dem sensationellen 2:1-Triumph des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken gegen den deutschen Rekordmeister und Rekord-Pokalsieger sind die Bilder des Jubels präsent. Fans teilen Fotos, Memes und Videos in den sozialen Netzwerken, zum Beispiel wie Nationalspieler Joshua Kimmich inmitten eines Autokorsos voller jubelnder FCS-Fans in einer Limousine entnervt ins Leere stiert, als ein Fan ein Video macht. Oder vom „Saarbrücken-Flitzer“, der Bayern-Torhüter Manuel Neuer „demütigte“. Dabei fanden manche Videos und Bilder Aufmerksamkeit weit über Deutschland hinaus.

„Es fühlt sich immer noch unwirklich an“

DFB-Pokal | Das sind die Achtelfinalisten​
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Das sind die möglichen Gegner für FCS und FCH im Achtelfinale

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Foto: dpa/Lindsey Parnaby

Am Freitag auf der turnusmäßigen Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie des FCS bei Zweitliga-Absteiger SV Sandhausen (Samstag, 4. November, 14 Uhr) hatten sich Freude und Aufregung, Adrenalin und Ungläubigkeit etwas gesetzt. „Es fühlt sich immer noch unwirklich an“, sagte FCS-Trainer und Manager Rüdiger Ziehl. Neben ihm saß FCS-Pressesprecher Peter Müller, der auf einen arbeitsreichen Donnerstag nach dem Pokalsieg am späten Mittwochabend zurückblickte.

„Der erste Anruf war um 5.45 Uhr“, berichtete Müller, der dann bis 23 Uhr im Einsatz war. „Was am Donnerstag passierte, habe ich noch nie erlebt, und ich mach das ja auch schon einige Tage“, sagte Müller, der lange als Pressesprecher bei den Unternehmen von FCS-Präsident Hartmut Ostermann arbeitete. Es kamen Anfragen aus Asien, Australien, FCS-Torschütze Marcel Gaus gab beispielsweise der BBC ein Interview auf Englisch. Durch den Erfolg wird positiv über Saarbrücken und das Saarland gesprochen, man ist über die Region hinaus sichtbar. „Da kann man als Saarländer schon stolz sein“, freute sich Müller über die Werbung, die der FCS mit dem Pokalsieg gegen Bayern gemacht hatte.

“Es war fast wie ein Blockbuster“

Mit FCS-Profi Julius Biada war passenderweise ein Ex-Spieler des SV Sandhausen bei der Pressekonferenz im FC-Sportheim dabei. Biada hatte beim 2:1-Siegtreffer von Marcel Gaus den Ball wohl entscheidend abgefälscht. Ob der Schuss ohne ihn ins Tor, gegen Bayern-Torwart Manuel Neuer oder übers Tor gegangen wäre – man weiß es nicht. „Ich hab‘ im ersten Moment gedacht, Scheiße, ich bin im Weg. Marcel war dann aber so abgezockt, dass er genau neben mich geschossen hat“, schilderte Biada, der am Freitag seinen 31. Geburtstag feierte. Der Rest war Jubel. „Wir wussten dann, dass noch nicht abgepfiffen wird und wir noch zwei Minuten überstehen müssen und haben das trotz des ganzen Adrenalins zum Glück geschafft“, sagte Biada und ergänzte: „Der Zuspruch war sowieso überragend. Es war fast wie ein Blockbuster, 96. Minute, dann noch vor dem eigenen Fanblock.“

Biada blickt auf eine ganz lange Verletzungsserie zurück, seit er im Sommer 2022 zum FCS gekommen war. In Sandhausen jetzt erwartet er am Samstag ein ganz schweres Spiel: „In der 2. Liga ist niemand gerne nach Sandhausen gefahren.“ Auch Ziehl warnt vor der „großen individuellen Qualität“ des Gegners gerade in der Offensive um den erfahrenen Stürmer Rouwen Hennings. Wobei Sandhausen in der Defensive zuletzt einige Verletzungssorgen hatte. Gerade nach der Intensität des Bayern-Spiels stehen die Saarbrücker in Sandhausen also vor einer ganz hohen Hürde.

1000 mitreisende in Sandhausen erwartet

Der FCS erwartet mindestens 1000 mitreisende Fans, mit der Pokal-Euphorie könnte es ein gefühltes Heimspiel im nur 160 Kilometer entfernten kurpfälzischen Städtchen werden.

Spannend wird es dann an diesem Sonntag, 5. November. ZDF-Parasportexpertin Denise Schindler lost ab 15.50 Uhr (ZDF) in der Halbzeitpause des Topspiels der Frauen-Bundesliga zwischen Bayern München und dem VfL Wolfsburg das Achtelfinale des DFB-Pokals aus. Als Ziehungsleiter fungiert DFB-Vizepräsident Peter Frymuth.

Partie zwischen FCS und FCH?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gab am Freitag bekannt, dass alle Loskugeln aus einem Topf gezogen werden. Damit kann es auch zur Partie zwischen Regionalligist FC Homburg und dem FCS kommen. In diesem Fall hätte der zuerst gezogene Verein Heimrecht. Bei allen anderen Losen hätten der FCH und der FCS garantiertes Heimrecht. Bei allen anderen Partien zwischen Erst- und Zweitliga-Teams hat der Erstgezogene Heimrecht. Das Achtelfinale wird am 5. und 6. Dezember ausgetragen. Das Finale findet am 25. Mai 2024 im Berliner Olympiastadion statt.

Biada legte sich am Freitag auf keinen besonderen Wunschgegner fest, man müsse es eh nehmen, wie es kommt. Aber bei einem hatte er schon recht: „Es lechzen jetzt alle schon nach der Auslosung am Sonntag.“

Als die Pressevertreter FCS-Trainer Ziehl nach seinem Wunschgegner befragten, meinte der: „Ich hätte gerne ein Derby zu Hause“. Ein Duell gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern oder Regionalligist FC Homburg wäre also der Wunsch – und das im Ludwigsparkstadion.