DFB-Pokal-Halbfinale Sensation verpasst: 1. FC Kaiserslautern beendet Pokalreise des 1. FC Saarbrücken

Saarbrücken · Es ging um den Einzug ins DFB-Pokal-Finale. Doch nach vielen Sensationen des 1. FC Saarbrücken hat es heute nicht gereicht. Zweitligist Kaiserslautern beendet die Pokal-Reise des FCS.

DFB Pokal Halbfinale: FCS gegen FCK im Ludwigspark
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FCS gegen FCK: Bilder vom Jahrhundertspiel im Ludwigspark

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Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Fabian Kleer

"Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!" - für die Fans des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken bleibt es ein Traum. Denn der Zweitligist 1. FC Kaiserslautern steht im Finale des DFB-Pokals. Die Roten Teufel setzten sich am Dienstagabend mit 2:0 (0:0) gegen den FCS durch.

Die Enttäuschung auf Seite des FCS ist bodenlos

Der letzte Sieg über den ungeliebten Nachbarn ist lange her, er ist datiert aus der Bundesliga-Saison 1992/1993. Der FCS wäre das erste Mal in der 121 Jahre langen Vereinsgeschichte des Traditionsclubs hätten die Blau-Schwarzen in Berlin im Endspiel gestanden – als erster saarländischer Verein nach Borussia Neunkirchen vor 63 Jahren.

DFB-Pokal-Halbfinale FCS –​ FCK: Hält der Rasen im Ludwigspark?
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Wird der Rasen Im Ludwigspark dem Halbfinale im DFB-Pokal Stand halten?

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Foto: Thorsten Kremers

Die seit Tagen von verschiedener Seite geschürte Panik rund um den Rasen im Ludwigsparkstadion erwies sich als unbegründet. Die erst vor gut drei Wochen verlegte Rasenfläche war ordentlich zu bespielen. "Die Maßnahmen der Stadt haben funktioniert", lobte FCS-Sportdirektor Jürgen Luginger, "es sind faire Bedingungen."

Traditioneller Fanmarsch durch Saarbrücken

Am späten Nachmittag hatte sich fast schon traditionell ein FCS-Fanmarsch mit deutlich über 2000 Teilnehmern in der Innenstadt gebildet. Wieder einmal mit Pyrotechnik und Böllern – wie auch später im Park, wo die extreme Rauchentwicklung den Anstoß verzögerte. Durch die verschärften Einlasskontrollen gab e Gedränge am Stadion, es soll Verletzte gegeben haben. 16 200 Glückliche hatten Karten für den Ludwigspark bekommen – über 17 000 erlebten das Spiel parallel beim Public Viewing auf dem Lauterer Betzenberg.

FCS kam als Favorit besser ins Spiel

Der FCS begann mit Tim Schreiber im Tor, davor bildeten Manuel Zeitz, Bjarne Thoelke und Lukas Boeder die Dreierkette. Außen spielten Marcel Gaus und Calogero Rizzuto. Patrick Sontheimer, Luca Kerber und Kasim Rabihic bildeten das Mittelfeld hinter den Stürmern Kai Brünker und Amine Naifi. "Ich bin einfach froh, dass wir mit voller Kapelle hier antreten können", sagte FCS-Trainer Rüdiger Ziehl vor dem Anpfiff. Gästetrainer Friedhelm Funkel, der dem FCS im Vorfeld die Favoritenrolle zugeschrieben hatte, änderte seine Startformation gegenüber der 1:3-Liga-Pleite gegen Fortuna Düsseldorf nur auf einer Position: Für Tobias Raschl begann Almamy Touré.

Die Hausherren kamen besser in die Partie, hatten nach sechs Minuten schon sechs Einwürfe von Gaus auf dem Konto, die aber nicht gefährlich wurden. Die Gäste bemühten sich erst zur Mitte des Durchgangs mehr am Spiel teilzunehmen, aber ohne nennenswerte Offensivaktion. Die Angst zu verlieren, schien vor allem bei denschwachen Gästen größer als der Mut zu gewinnen. Ein Schuss von Naifi (36. Minute) war noch die schwerste Prüfung für FCK-Schlussmann Robin Himmelmann. Ein Flugkopfball von Brünker ging am Tor vorbei (42.). Torlos ging es in die Kabinen.

"Keine Mannschaft will den ersten Fehler machen", sagte FCK-Sportchef Thomas Hengen, "unser Matchplan geht bislang auf." Befriedigend für die FCK-Fans war bestenfalls der Spielstand. "Ich wünsche mir ein Elfmeterschießen, dann hat sich die weite Anreise aus Paderborn gelohnt", sagte SCP-Trainer Lukas Kwasniok, der 2020 den FCS als Regionalligist in Halbfinale gegen Bayer Leverkusen geführt hatte. Damals waren Pandemie-bedingt keine Zuschauer zugelassen. "Es freut mich einfach, dass Saarbrücken das diesmal vor Publikum genießen kann. Es schließt sich ein Kreis", sagte Kwasniok.

FCK kam besser in die zweite Hälfte — und beendete den blau-schwarzen Traum von Berlin

Die Gäste kamen besser aus der Kabine und belohnten sich sofort. Nach Flanke von Touré kam Marlon Ritter mit dem Kopf an den Ball. Der rutschte Schreiber durch die Beine – beim 0:1 (53.) sah Saarbrückens Nummer eins ganz schlecht aus. Nach gut einer Stunde hatte Zeitz dann Glück, dass er nach einem Einsteigen gegen Aaron Opoku nur Gelb sah. Ziehl brachte Tim Civeja, Simon Stehle und Fabio di Michele Sanchez. Doch Lautern nutzte die zweite Torchance zur Entscheidung. Nach einem Freistoß köpfte Touré ein (75.). Aus und vorbei war der blau-schwarze Traum von Berlin.

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