FCS zeigt starken Auftritt mit minimalen Schönheitsfehlern

Fußball-Regionalliga : Starker Auftritt mit minimalen Schönheitsfehlern

Der 1. FC Saarbrücken eilt in der Fußball-Regionalliga Südwest von Sieg zu Sieg. Beim SC Freiburg II zeigte er eine Top-Leistung.

Der Held des Tages hatte es nach dem Schlusspfiff eilig. „Ich muss zum Arzt, ich habe tierische Schmerzen“, sagte Christopher Schorsch, Innenverteidiger des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg des Tabellenführers beim SC Freiburg II: „Die Nase ist wohl gebrochen.“

Der Unfall passierte bereits nach wenigen Sekunden: Anstoß Freiburg, langer Ball in die Spitze, Kopfballduell, Nasenbeinbruch. Schorsch wurde behandelt, spielte weiter, machte sogar sein bislang bestes Spiel im FCS-Trikot und rettete seiner Mannschaft nach der Pause spektakulär die Führung. Nachdem Marco Terazzino aus dem Freiburger Profi-Kader FCS-Torwart Daniel Batz ausgespielt hatte, schien das 1:1 nur Formsache. Doch Schorsch – mit dicker Nasentamponade – flog heran, grätschte den Ball von der Linie und schlug selbst gegen den Pfosten (48. Minute).

Der FCS war nach knapp einer halben Stunde in Führung gegangen. Kianz Froese (er spielte für den gesperrten Fanol Perdedaj) hatte Fabian Eisele angespielt. Dessen Abschluss tunnelte den Ex-Saarbrücker Ivan Sachanenko und schlug im Freiburger Tor ein. Bis dahin hatten die Gäste schon ein halbes Dutzend Möglichkeiten, meist resultierend aus schnellem Umschaltspiel nach Ballverlusten der Hausherren. „Wir hatten gute Situationen, hätten früher das Tor machen müssen, aber irgendwie waren wir in keiner Situation wirklich gefährdet“, meinte Abwehr-Recke Boné Uaferro: „Es war ein gutes Spiel von uns.“

Mit dem 2:0 (68.) durch Sebastian Jacob war die Partie entschieden. Jacob, der im 3-5-2-System die Spielmacher-Position hinter den Spitzen Gillian Jurcher und Eisele eingenommen hatte, staubte nach einem Schuss von Tobias Jänicke ab. Es war sein neunter Saisontreffer. „Ich finde mich auch dort zurecht, auch wenn der Weg zum Tor etwas weiter ist. Aber man hat ja trotzdem seine Torjäger-Instinkte“, sagte Jacob.

Einen langen Weg zum Tor hatte auch José Pierre Vunguidica, der zehn Minuten vor Schluss für Jurcher eingewechselt wurde. Nach Pass von Froese startete Vunguidica von der Mittellinie, schüttelte drei Abwehrspieler ab und verwandelte sicher zum 3:0 (83.) – eine Szene, die an seine Glanzzeiten beim SV Wehen Wiesbaden erinnerte. „Manche haben vielleicht schon geglaubt, die Zeit ist vorbei“, sagte der 29-Jährige: „Ist sie aber nicht.“

Der „Ehrentreffer“ der Freiburger hatte dann einen leicht unehrenhaften Beigeschmack. Uaferro war verletzt im Strafraum liegen geblieben. Schiedsrichter Mario Hildenbrand ließ aber weiterlaufen, Saarbrückens Nino Miotke schoss den Ball nicht ins Aus, und so spielte auch Freiburg weiter. Marvin Pieringer traf zum 1:3 (88.). Der Ärger der mitgereisten FCS-Anhänger hielt länger als der der Verantwortlichen. „Es war vielleicht unsere beste Saisonleistung“, lobte Trainer Dirk Lottner.

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