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FCS wird trotz Niederlage gegen Düsseldorf gefeiert

Tischtennis : FCS wird trotz Niederlage gefeiert

Tischtennis-Bundesligist verliert das Bundesliga-Topspiel gegen Meister Düsseldorf nach großem Kampf mit 2:3. Franziska besiegt Boll.

Es war ein Abend, wie ihn die Joachim-Deckarm-Halle lange nicht gesehen hatte. Es war ein Spitzenspiel, das seinen Namen mehr als verdient hatte und keine Wünsche offen ließ. Vor allem aber war es ein 1. FC Saarbrücken, den seine Fans trotz einer denkbar knappen 2:3-Niederlage gegen Borussia Düsseldorf am Freitagabend noch Minuten nach Spielschluss feierten.

„Ich hatte eine Gänsehaut, denn ich kann mich nicht erinnern, dass wir nach einer Niederlage einmal minutenlang stehende Ovationen bekommen haben“, sagte ein enttäuschter, aber auch stolzer FCS-Kapitän Patrick Franziska: „Wir haben alles an Kampfgeist investiert, und das Spiel war von beiden Seiten Werbung für unseren Sport.“

Zuvor hatte das FCS-Trio um Franziska, Darko Jorgic und Tomas Polansky dem amtierenden Triple-Sieger vor 400 begeisterten Zuschauern alles abverlangt. „Die fantastische Reaktion der Zuschauer sagt alles über unsere Leistung. Ich bin trotz der Niederlage stolz, wie wir aufgetreten sind“, resümierte FCS-Teammanager Nicolas Barrois.

Zu Beginn des Abends hatte der FCS einen Auftakt nach Maß erwischt. Ein glänzend aufgelegter Jorgic ließ dem Schweden Kristian Karlsson beim glatten 3:0 (11:7, 15:13, 11:8) keine Chance. Düsseldorfs zweiter Schwede Anton Källberg konnte danach gegen Tomas Polansky mit 3:0 (11:9, 11:8, 11:5) den 1:1-Ausgleich erzielen. Im dritten Spiel kam es dann zum Duell der deutschen Nationalspieler Patrick Franziska und Timo Boll. Die ersten beiden Sätze konnte der 40-jährige Rekord-Europameister Boll jeweils knapp für sich entscheiden (12:10, 11:9). Doch der FCS-Kapitän kämpfte sich ins Spiel zurück, glich zum 2:2 aus (11:9, 11:7). Im fünften Satz hatte der 29-Jährige nach hochklassigen Rallyes mit 11:7 das bessere Ende für sich und gewann 3:2.

Mit der Führung im Rücken trat Darko Jorgic gegen Källberg an die Platte. In einem mitreißenden Match boten beide Protagonisten ihr gesamtes Können auf. Am Ende musste sich Jorgic mit 2:3 (11:7, 18:20, 11:6, 4:11, 8:11) dem überragenden Schweden geschlagen geben. „Wir haben als Mannschaft heute großartig gespielt und bis zum Ende alles gegeben, aber am Ende musste einer dieses Spiel verlieren“, sagte der Slowene.

Im abschließenden Doppel stemmten sich Franziska und Polansky gegen Boll und Dang Qiu nach 0:2-Rückstand (8:11, 8:11) nochmals gegen die Niederlage. Nach großem Kampf gelang ihnen der kaum noch für möglich gehaltene Ausgleich (14:12, 11:9). Spätestens als Franziska im vierten Satz per Becker-Hecht das 8:7 erzielte, riss es die Zuschauer endgültig von ihren Sitzen. Doch am Ende verlor der FCS den finalen Satz (9:11) und dadurch letztlich auch die gesamte Partie, die eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. Auch Timo Boll zollte dem Gegner Respekt: „Es war ein harter Kampf bis zum Schluss, und man hat gesehen, dass Saarbrücken auf Augenhöhe ist.“

Nach drei englischen Wochen in Folge steht für den FCS in der Bundesliga nun eine Pause bis zum Auswärtsspiel in Bremen am 8. Oktober an. Mit dem bisherigen Saisonverlauf zeigt man sich trotz zweier Niederlagen gegen Ochsenhausen und Düsseldorf zufrieden. „Die Bundesliga ist extrem ausgeglichen, daher können wir mit bisher 8:4 Punkten sehr zufrieden sein“, sagte Barrois: „Diese Leistung gegen die vielleicht beste Mannschaft Europas macht Lust auf mehr.“