| 21:14 Uhr

Saarderby in Völklingen
Trainer und Mannschaft in der Pflicht

Da muss er nicht viel nachrechnen: Nur 17 Punkte und Platz fünf sind für Hartmut Ostermann „absolut unbefriedigend“. Der FCS-Präsident hat sich jetzt zu Wort gemeldet und kritisiert mit deutlichen Sätzen Trainer und Mannschaft.
Da muss er nicht viel nachrechnen: Nur 17 Punkte und Platz fünf sind für Hartmut Ostermann „absolut unbefriedigend“. Der FCS-Präsident hat sich jetzt zu Wort gemeldet und kritisiert mit deutlichen Sätzen Trainer und Mannschaft. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken . Für Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken zählt im Derby gegen die SV Elversberg im Grunde nur ein Sieg. Von Patric Cordier

Lange hat Hartmut Ostermann, der Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, zur aktuellen sportlichen Situation geschwiegen. Jetzt, nach der 1:2-Derbypleite beim FC Homburg, und vor dem richtungsweisenden Lokalkampf gegen die SV Elversberg an diesem Samstag, 14 Uhr, im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, meldet sich der Unternehmer zu Wort.


„Endlich“, sagen nicht wenige im Umfeld des Vereins. „Die derzeitige Ausbeute mit lediglich 17 Punkten aus elf Spielen ist absolut unbefriedigend“, schreibt Ostermann im aktuellen Stadionmagazin, „natürlich muss man jeden Gegner ernst nehmen, aber was nutzt der Hinweis auf Arbeitssiege gegen Worms und Pirmasens, wenn man berücksichtigt, dass diese Vereine nur einen Bruchteil unseres Budgets zur Verfügung haben. Unsere Ansprüche sind andere, und an diesen Ansprüchen muss sich jeder messen lassen.“

Der Anspruch des Meisters der abgelaufenen Saison ist ganz klar, Aufstieg heißt das Saisonziel – wieder einmal. Ostermann nimmt die Mannschaft und vor allem Trainer Dirk Lottner in die Pflicht – ohne jemanden namentlich zu erwähnen. „Wenn Nachholbedarf besteht, muss man mehr arbeiten. Wenn Leichtigkeit fehlt, mehr investieren. Mittelmaß, Selbstzufriedenheit und das Suchen nach Alibis sind keine Dinge, die uns dauerhaft weiterbringen“, so der Vereinsboss, „wir sind dies unseren tollen Fans schuldig, die uns auch nunmehr im dritten Jahr in Völklingen die Treue halten.“



Mit 3500 Zuschauern rechnet der FCS am Samstag und hofft auf einen Sieg. Denn sonst würde der Abstand nach vorne weiter anwachsen, der zu den Abstiegsrängen empfindlich schmelzen. Außerdem kann die SVE mit einem Erfolg im FCS-Exil Völklingen den Traditionsverein aus der Landeshauptstadt zumindest tabellarisch nur noch zur Nummer drei im Fußball-Land machen.

„Wir wissen, dass nur ein Sieg zählt“, sagt Saarbrückens Spielmacher Markus Mendler, „eigentlich wollen wir jedes Spiel gewinnen. Aber wir lassen uns im Moment zu schnell verunsichern und hören dann auf, Fußball zu spielen.“

Wie zuletzt in Homburg, wo ein enziger gefährlicher Freistoß von Alexander Hahn das derzeit fragile FCS-Gefüge durcheinander wirbelte. „Wir innerhalb des Trainerteams und die Mannschaft eingeschlossen müssen da Lösungen finden und dafür sorgen, dass Fehler, die wir in Homburg gemacht haben, abgestellt werden“, sagte Trainer Lottner, der bis auf die Langzeitverletzten Marlon Krause (Reha nach Knie-Operation) und Martin Dausch (Reha nach Achillessehnen-Operation) alle Mann an Bord hat. Dabei dürften vor allem Tobias Jänicke nach überstandener Erkrankung und Stürmer Sebastian Jacob – wenn die vorgeschädigte Muskulatur es zulässt – Kandidaten für die Startformation gegen die SVE sein.

Lottner weiß um die Stärke der Gäste bei Standardsituationen, will unnötige Ecken und Freistöße vermeiden. Andererseits könne man mit Tempo in der Zentrale Druck auf die Elversberger ausüben. Dabei liegt der eigentliche Druck eindeutig auf einer Seite. „Es kann nur einer aufsteigen – ob wir das sind? Im Moment sieht es nicht danach aus“, sagt Lottner, „aber wir haben den Glauben noch nicht aufgegeben.“

Chef Ostermann gibt jedoch klar die Richtung vor: „Nachdem ein Drittel der Saison vorbei ist, muss die Zeit der Eingewöhnung, der Entwicklung und der Neuausrichtung um sein. Jetzt zählen Taten.“