FCS-Trainer Lottner ist sauer auf die Nörgler

Regionalliga Südwest : Lottner ist sauer auf die Nörgler

1. FC Saarbrücken verpflichtet nach Remis gegen Hoffenheim einen jungen Franzosen.

Dirk Lottner war sauer. Dabei erzürnte den Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken weniger die – sehr ordentliche – Leistung seiner Mannschaft beim torlosen Unentschieden im Nachholspiel gegen die TSG Hoffenheim II am Dienstag. Es waren die Reaktionen einiger Zuschauer, die Lottner auf die Palme brachten. Denen war die Punkteteilung zu wenig. „Ich bin nicht zufrieden mit dem 0:0 – nicht falsch verstehen“, sagte Lottner: „Aber hier ist alles immer nur schwarz oder weiß. Immer wieder sofort in dieses Negative zu verfallen statt zu sagen: Wir kämpfen uns da rein und arbeiten weiter. Das fehlt mir hier. Dieser Zusammenhalt. Dieser Zusammenschluss, einfach zu sagen, wir schaffen das.“

Hoffenheim war im Gegensatz zur abgebrochenen Partie von vor knapp zwei Wochen mit der Unterstützung von drei Bundesliga-Profis angereist und deutlich weniger defensiv eingestellt. Der FCS nutzte die Räume anfangs gut, doch irgendwie war immer ein Abwehrbein dazwischen oder der beste Spieler auf dem Feld: Hoffenheims Torwart Philipp Pentke. „Wir wollten besser spielen als gegen Alzenau“, sagte FCS-Abwehrspieler Boné Uaferro, der den Vorzug vor Christopher Schorsch bekam und ein ganz starkes Spiel ablieferte: „Es ist uns leider nicht gelungen, in den Druckphasen ein Tor zu machen. Sonst wird es ein anderes Spiel.“

Nach der Pause erhöhte Saarbrücken den Druck. Die beste Möglichkeit zum Siegtreffer vergab Gillian Jurcher, der nach einer Stunde und schönem Zuspiel von Tobias Jänicke an Pentke scheiterte. Jurcher war für Sebastian Jacob ins Team gekommen. Dessen vorgeschädigtes Knie war nach der Niederlage gegen Bayern Alzenau (0:2) wieder angeschwollen. „Es wurde punktiert“, erklärte Jacob: „Scheinbar geht eine englische Woche für mich derzeit nicht. Wir müssen wohl noch mehr auf die Belastungssteuerung achten.“ Neben Jacob musste Lottner auch auf Mittelfeld-Antreiber Fanol Perdedaj (Adduktorenprobleme) verzichten. „Das sind Schlüsselspieler, die wir bei aller Breite im Kader, die uns immer nachgesagt wird, eben nicht so einfach ersetzen können“, sagte der Trainer.

Am Mittwoch verpflichtete der FCS dann mit Téo Herr einen Spieler, von dem man hofft, dass er in der Zukunft einmal eine solche Rolle übernehmen kann. Der 18-jährige Offensivmann kommt vom OSC Lille und hat einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. „Er hat Potenzial und Talent“, sagte FCS-Sportdirektor Marcus Mann „Er wird bei den Profis mittrainieren, ist aber noch für die U19 spielberechtigt.“ Herr soll so an höhere Aufgaben beim Tabellenführer herangeführt werden.

„Wir sind wieder Erster“, stellte auch Uaferro erfreut fest: „Und wenn das am Ende der Saison auch so ist, sind wir alle froh.“ Auch die, die am Dienstag unzufrieden waren.

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