1. Sport
  2. Saar-Sport

FCS-Trainer Kwasniok spürt im Aufstiegskampf keinen besonderen Druck

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Regionalliga Südwest : Kwasniok spürt keinen besonderen Druck

Der 1. FC Saarbrücken will unbedingt aufsteigen. Dafür wurde als Tabellenführer sogar der Trainer gewechselt. Am Samstag geht’s los.

Wenn an diesem Samstag um 14 Uhr die Partie der Fußball-Regionalliga Südwest in der Arena des FSV Frankfurt angepfiffen wird, beginnt für den 1. FC Saarbrücken die heiße Phase der „Mission Aufstieg“, die spätestens nach 13 weiteren Duellen vollendet sein soll. Die Verantwortlichen können ein gewisses Kribbeln nicht leugnen. „Ich bin immer angespannt vor Spielen, das gehört für mich dazu. Aber wir müssen auch eine gewisse Lockerheit haben. Balance ist wichtig“, sagt etwa FCS-Sportdirektor Marcus Mann. Und Vizepräsident Dieter Ferner meint: „Wir haben 14 Endspiele. Wenn wir elf davon gewinnen, sollten wir durch sein. Das erste Spiel nach der Winterpause ist sicher kein unwichtiges. Da kannst du direkt schon Schwung für die weitere Saison aufnehmen.“

Dass beim ersten Punktspiel der neue Cheftrainer Lukas Kwasniok besonders unter Beobachtung steht, sieht Ferner nicht. „Es steht kein anderer in der Pflicht als die Mannschaft“, sagt der ehemalige Torwart: „Es gibt keine Entschuldigungen. Die Mannschaft muss die Vorgaben des Trainers auf den Platz bringen. Mit dem Trainerwechsel haben alle noch mal bei Null angefangen. Wenn man in die Mannschaft hineinhört, herrscht jetzt eine andere Spannung. Die muss man aber auch bis zum Ende so halten.“

Zur Arbeit von Sportdirektor Mann gehört es, die Arbeit seiner Mitarbeiter auf dem Platz im Auge zu haben. Auch in dieser Woche war er wieder Tribünengast beim Training. „Sieben Wochen Vorbereitung ist eine lange Zeit, auch wenn wir mit dem DFB-Pokalspiel einen echten Höhepunkt dazwischen hatten“, sagt Mann: „Die Arbeit war sehr intensiv. Ich denke, wir haben alle Grundlagen gelegt, um erfolgreich sein zu können.“

Eine Aussage, die man auch für das neue Trainerteam so übernehmen könnte – dabei haben Kwasniok und sein Assistent Bernd Heemsoth vorher noch nie zusammengearbeitet. „Es passt wie die Faust aufs Auge. Er bringt eine andere Lebenserfahrung mit und tut das auch kund“, sagt der 38-jährige Cheftrainer über seinen 15 Jahre älteren Kollegen, der zuvor unter anderem für den Lokalrivalen SV Elversberg tätig war: „Was ihn noch auszeichnet, sind Loyalität und extremer Fleiß.“

Während sich der FCS im DFB-Pokal weitgehend aufs Verteidigen beschränkte, schien bei den folgenden Vorbereitungsspielen auch mit Blick auf die Offensive noch reichlich Sand im Saarbrücker Getriebe zu sein. Bei den Fans sorgten die Ergebnisse der Testspiele gegen den FK Pirmasens (1:2) und beim FC Progrès Niederkorn (1:1) für Diskussionen, zumal Trainer Dirk Lottner nach offiziellen Aussagen nicht entlassen worden war, weil er nicht gewann, sondern weil der FCS die Partien nicht dominierte. Das war als Anspruch formuliert worden. Sportdirektor Mann lässt das kalt: „Diese Unruhe gehört zu einem Traditionsclub dazu. Vorbereitungsspiele muss man richtig einordnen. Wichtig ist am Samstag, da wird es ernst.“

Den „Ernst des Lebens“ als FCS-Trainer empfindet Kwasniok als „angespannte Entspanntheit“. „Wir hatten eine gute, aber keine perfekte Vorbereitung. Perfekt wäre es gewesen, wenn sich José Pierre Vunguidica nicht verletzt hätte, wenn Sebastian Jacob schon dabei wäre, wenn wir im Pokal gegen Karlsruhe noch mehr spielerische Akzente hätten setzen können. Aber Perfektion lähmt auch manchmal. Darum bin ich sehr zufrieden, wie es ist.“

Den Druck, mit dem FCS aufsteigen zu müssen, spürt der gebürtige Pole so nicht. „Karlsruhe und Jena, wo ich vorher gearbeitet habe, sind in ihren Regionen auch Traditionsvereine. Tradition verpflichtet mehr und anders als bei Emporkömmlingen. Tradition ist ein Faustpfand“, sagt Kwasniok: „Alle spüren eine Geilheit auf die Spiele. Die Mannschaft und ich haben den gleichen Hunger. Wir wollen extrem viele Menschen glücklich machen. Und darum bin ich gerade sehr glück­lich, hier Trainer sein zu dürfen.“