FCS-Trainer Götz: „Wir haben es wieder einmal nicht hingekriegt“

FCS-Trainer Götz: „Wir haben es wieder einmal nicht hingekriegt“

Der 1. FC Saarbrücken verliert den Kontakt zu den beiden Relegationsplätzen in der Fußball-Regionalliga Südwest. Nach dem 0:1 am Freitagabend gegen Hessen Kassel sind Waldhof Mannheim und Eintracht Trier enteilt.

Traurig stand Jordan Steiner am Freitagabend im Spielertunnel des Saarbrücker Ludwigsparkstadions. Sein Debüt in der Startelf des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken hatte sich der 19-jährige Lothringer anders vorgestellt. Mit 0:1 (0:0) hatte der FCS nicht nur das Spiel gegen Hessen Kassel verloren, sondern gleichzeitig auch den Anschluss an die Relegationsränge.

Waldhof Mannheim ist mittlerweile zehn, Eintracht Trier immerhin schon sieben Punkte enteilt. Und Steiner selbst musste nach nur 44 Minuten verletzt ausgewechselt werden. "Ich habe mir bei der Rettungsaktion irgendwie wohl einen Nerv eingeklemmt", erklärte der defensive Mittelfeldspieler, "das zieht in den hinteren Oberschenkel, wie wenn man mit dem Messer reinstechen würde." Besagte Aktion ereignete sich nach 17 Minuten, als FCS-Torwart David Hohs einen Kopfball von Sylvano Comvalius nicht festhalten konnte und Steiner das Spielgerät artistisch über die Latte köpfte. Es war die auffälligste Aktion beim insgesamt ordentlichen Auftritt Steiners.

Von "ordentlich" weit entfernt war das Abwehrverhalten der Saarbrücker vier Minuten vor dem Ende. Ein flach hereingebrachter Eckball kullerte durch den Fünfmeterraum, weder Torwart Hohs noch fünf umstehende Blau-Schwarze konnten die Situation klären. So brauchte der eingewechselte Benjamin Girth nur den Fuß zum Tor des Tages hinzuhalten. Es war die Strafe für einen zumindest in den ersten 45 Minuten lust- und herzlosen Auftritt des FCS, der seit nunmehr fünf Spielen ohne Sieg ist.

"Ich kann es mir nicht erklären, aber innerhalb von ein paar Spielen ist kein Selbstvertrauen mehr da", suchte Stürmer Felix Luz nach einer Erklärung für die allgemeine Verunsicherung. Luz war zumindest bemüht, Lukas Kiefer - wegen Grippe erst für Steiner eingewechselt - war eine Belebung ebenso wie der junge Jens Meyer. Einziger Saarbrücker in Normalform war wie seit Wochen Peter Chrappan. Der Rest enttäuschte.

"Wir haben es wieder einmal nicht hingekriegt", sagt FCS-Trainer Falko Götz mit einer gewissen Leere im Blick, "wir haben große personelle Probleme und können die nicht so abfangen, wie wir uns das vorstellen. Wir hatten einige Umstellungen, die nicht so gefruchtet haben." So bekam Christian Sauter nach längerer Pause wieder eine Chance, blieb den Nachweis seiner Fähigkeiten aber schuldig. Auch Sven Sökler oder David Puclin hatten keine Ideen, wie man die defensiven Hessen knacken könnte. "Wir müssen weitermachen, uns das Selbstvertrauen wieder erarbeiten", forderte Götz. Die gerade einmal 3000 Zuschauer im Park brauchten nach dem Schlusspfiff eine Art Schrecksekunde des Schweigens - erst dann gab es ein ordentliches Pfeifkonzert. Es war das Ende eines traurigen Fußballabends.