| 21:06 Uhr

1. FC Saarbrücken Tischtennis
Stark verjüngt und trotzdem erfolgreich

Beim 1. FC Saarbrücken Tischtennis lief es zuletzt prima. Trainer Slobodan Grujic (l.) und der sportliche Leiter Erwin Berg klatschen hier mit Neuzugang Liao Cheng Ting ab, während sich Patrick Franziska im Hintergrund freut.
Beim 1. FC Saarbrücken Tischtennis lief es zuletzt prima. Trainer Slobodan Grujic (l.) und der sportliche Leiter Erwin Berg klatschen hier mit Neuzugang Liao Cheng Ting ab, während sich Patrick Franziska im Hintergrund freut. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Tischtennisspieler des FCS blicken auf erfolgreiche Wochen zurück. Heute soll in der Champions League der nächste Sieg folgen. Von Ralph Tiné

Nach den Worten von Patrick Franziska zu urteilen, muss die Stimmung beim 1. FC Saarbrücken Tischtennis zurzeit bombig sein. „Die Stimmung wird natürlich immer besser, wenn man auf einer kleinen Erfolgswelle schwimmt“, sagte die Nummer eins der Saarländer nach dem jüngsten 3:1-Erfolg gegen den TTC Fulda-Maberzell. Mittlerweile hat sich die „kleine Erfolgswelle“ sogar zu einer veritablen Siegesserie ausgeweitet.


Nach den beiden Niederlagen gegen die Meisterschaftsfavoriten TTF Ochsenhausen (2:3) und Borussia Düsseldorf (1:3) zum Saisonauftakt hat der FCS wettbewerbsübergreifend fünf Siege in Folge hingelegt. Im Viertelfinale des DTTB-Pokals brauchen die Saarbrücker am 14. November noch einen Sieg gegen den TTC Grenzau, um ins Pokalfinale der letzten vier Mannschaften einzuziehen. In der Champions League kann der FCS am heutigen Freitag um 18.30 Uhr bei den Polen von K.S. Dartom Bogoria Grodzisk Mazowiecki einen vorentscheidenden Schritt in Richtung Viertelfinale machen. Und am Sonntag könnte den in der Bundesliga fünftplatzierten Saarländern mit einem Sieg beim ASV Grünwettersbach der Sprung auf einen Playoff-Platz glücken. Das Spiel beginnt um 15 Uhr im Grünwettersbacher Tischtennis-Zentrum.

Slobodan Grujic ist optimistisch, dass die vor der Saison drastisch verjüngte Saarbrücker Mannschaft weiter auf Erfolgskurs bleibt, will aber gleichzeitig den Druck von seinen Spielern nehmen. „Wir haben eine sehr motivierte Mannschaft. Wenn die Jungs alle gut drauf sind, können wir gegen fast jeden gewinnen. Das haben wir in den letzten Wochen gezeigt. Trotzdem sind die Erwartungen natürlich nicht so hoch wie im vergangenen Jahr“, sagt der Trainer.



Neben der Nummer eins Franziska, der seine aktuellen Topleistungen mit dem Vorrücken auf Rang 15 – der besten Platzierung, die er jemals in der Weltrangliste innehatte – unterstrichen hat, spielt sich der erst 20-jährige Darko Jorgic zunehmend in den Fokus. „Man sieht schon, wie sich die Jungs weiterentwickelt haben. Vor allem Jorgic hat in den letzten Wochen Super-Tischtennis gespielt. Er hat gezeigt, dass er es schaffen kann, ein Topmann in Europa zu werden“, lobt Grujic seinen slowenischen Schützling, der vor der Saison vom TSV Bad Königshofen aus Bayern ins Saarland gewechselt ist.

Mit klaren Siegen über Vize-Europameister Ovidiu Ionescu und den Fuldaer Topspieler Wang Xi hat der bei der letzten U21-Europameisterschaft drittplatzierte Jorgic seinen Ruf als eines der größten Talente im europäischen Tischtennis untermauert. Wohin ihn sein sportlicher Weg am Ende führen wird, liegt nach Meinung seines Trainers nur an ihm selbst. „Wie weit Jorgic kommt, entscheidet allein sein Kopf. Er ist ein bisschen unsicher und braucht noch etwas Selbstvertrauen. Er muss mental noch stärker werden, dann kann er viel schaffen“, sagt Grujic.

Seine Aufgabe als Trainer sieht der frühere serbische Spitzenspieler Grujic in der Mischung aus individueller Förderung und mannschaftlicher Integration. „Meine Aufgabe ist es einerseits, jeden Spieler gemäß seinen Veranlagungen so weit nach vorne zu bringen, dass er im Idealfall bis in die europäische Spitze vordringen kann. Auf der anderen Seite muss ich die einzelnen Spieler so in in einer Mannschaft zusammenbringen, dass am Ende alles passt“, sagt der Trainer, dem das zurzeit sehr gut zu gelingen scheint.

Und funktioniert das auch mit U21-Europameister Tomas Polansky, der nach seiner Schulteroperation beim Champions-League-Heimspiel am 25. Oktober gegen Roskilde Boardtennis (Dänemark) sein Saisondebüt geben soll, so gut wie bei Jorgic, dann dürfte der FCS einer rosigen Zukunft entgegensehen.