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FCS gewinnt erstes Rückrundenspiel
Jacob macht den Unterschied aus

Die Teamkollegen freuen sich mit Doppeltorschütze Sebastian Jacob (Zweiter von links). Dank seiner Treffer ist der 1. FC Saarbrücken mit einem Sieg in die Regionalliga-Rückrunde gestartet.
Die Teamkollegen freuen sich mit Doppeltorschütze Sebastian Jacob (Zweiter von links). Dank seiner Treffer ist der 1. FC Saarbrücken mit einem Sieg in die Regionalliga-Rückrunde gestartet. FOTO: Andreas Schlichter
Frankfurt. Der 1. FC Saarbrücken gewinnt das erste Rückrundenspiel der Regionalliga Südwest beim FSV Frankfurt mit 2:1. Von Patric Cordier

„Wenn er gesund bleibt, ist er ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann“, sagte Marcus Mann, Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken, bereits im Frühjahr über Stürmer Sebastian Jacob. Beim blamablen 0:3-Saisonauftakt gegen den FSV Frankfurt im Juli fehlte der Saarlouiser noch, am Samstag beim 2:1 (1:0)-Erfolg des FCS drückte er dem Rückspiel mit zwei Treffern seinen Stempel auf. „Ich gebe mein Bestes und tue einfach, was ich kann“, sagte Jacob bescheiden.


In der 40. Minute tat Jacob das, was er kann, besonders gut. Nach einem eher unmotivierten Schlag von FCS-Abwehrspieler Oliver Oschkenat aus der eigenen Hälfte, wehrte FSV-Innenverteidiger Dominik Nothnagel den Ball zu kurz ab. Jacob drosch das Spielgerät aus 22 Metern humorlos in den Winkel zum 1:0. Bis dahin war es eine überraschend ausgeglichene Partie. Denn anders als von FCS-Trainer Dirk Lottner vorher analysiert, tat der FSV viel für ein gutes Fußballspiel. „Wir hatten eine Art Handballspiel erwartet“, sagte Jacob: „Alle am Sechzehner und so lange drumherum spielen, bis die Lücke da ist.“

Doch der FSV erspielte selbst Chancen, um in Führung zu gehen. Steffen Straub (17.) und Marco Koch (39.) scheiterten freistehend am starken Daniel Batz im FCS-Tor. „Die haben einen Etat von vier Millionen, wir von 700 000 Euro“, sagte Frankfurts Patrick Huckle zu den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Clubs: „Da brauchen wir uns mit unserer Leistung sicher nicht zu verstecken.“



Geld schießt aber nicht immer Tore. Auf der anderen Seite vergaben nämlich Jacob (15.) und Gillian Jurcher (38.) beste Einschussmöglichkeiten. Nach dem Wechsel schien die Sache dann rasch gelaufen: Jurcher narrte vier Frankfurter, setzte Jacob ein, und der erhöhte auf 2:0 (48.). „Das war geil und gab Sicherheit. Leider war es trügerische Sicherheit“, sagte Jacob zu einer ganz schwachen zweiten Hälfte: „Wir haben verwaltet und weniger gemacht. Und dann fällt halt irgendwann doch ein Gegentor.“

Nach 66 Minuten war es soweit und einmal mehr nach einer Standardsituation. Den Eckball von Straub köpfte Nothnagel an die Latte, Koch staubte zum 1:2 ab. Danach hätten beide Torhüter nach Hause gehen können. Sie wurden vor 1354 Zuschauern nicht mehr gefordert, auch weil Jurcher eine Viertelstunde vor Schluss aus sechs Metern über das leere FSV-Tor schoss. „Wir waren im zweiten Durchgang zu passiv, überließen dem Gegner die Spielkontrolle und haben es darum unnötig spannend gemacht“, analysierte Lottner: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Wir waren ruhig und diszipliniert. Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, ist dieses eine Tor, das wir mehr erzielt haben, letztlich verdient.“ So feierten 400 mitgereiste FCS-Anhänger einen zumindest ergebnistechnisch gelungenen Start in die Rückrunde und ihren Doppeltorschützen Jacob.