FCS rutscht auf Abstiegsplatz

Saarbrücken. Die Bilder, sie glichen sich. Wie schon nach den letzten Heimspielen fielen die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken nach dem Schlusspfiff wie vom Blitz getroffen um. Tränen flossen

 Physiotherapeut Thomas Samsel (links) und Ersatztorhüterin Verena Wonn trösten nach dem Schlusspfiff die niedergeschlagene Selina Wagner (Mitte). Foto: Wieck

Physiotherapeut Thomas Samsel (links) und Ersatztorhüterin Verena Wonn trösten nach dem Schlusspfiff die niedergeschlagene Selina Wagner (Mitte). Foto: Wieck

Saarbrücken. Die Bilder, sie glichen sich. Wie schon nach den letzten Heimspielen fielen die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken nach dem Schlusspfiff wie vom Blitz getroffen um. Tränen flossen. Der FCS hatte vor der Rekordkulisse von 1566 Zuschauern mit 0:1 (0:1) gegen den FC Bayern München verloren und steht nun vor dem letzten Spieltag am Sonntag (14 Uhr) auf dem vorletzten Rang, dem ersten Abstiegsplatz. Der ärgste Konkurrent Hamburger SV schaffte ein 2:2 bei Turbine Potsdam und hat nun bei gleicher Punktzahl das bessere Torverhältnis als der FCS. Im Klartext: Saarbrücken braucht beim HSV einen Sieg, sonst ist der Abstieg in die 2. Liga perfekt.

Die FCS-Spielerinnen waren indes vom 2:2 des Konkurrenten nicht geschockt. "Wir hätten sowieso in Hamburg gewinnen müssen", meinte Sarah Karnbach, die nach ihrer Schulterverletzung nur mit einer schmerzstillenden Spritze spielen konnte. Karnbach hatte in der 83. Minute die beste Saarbrücker Chance, als sie an den Pfosten köpfte. "Irgendwie geht der Ball bei uns im Moment nicht rein", brachte es die Mittelfeldspielerin auf den Punkt. Ihr Team hatte allerdings auch schwach gespielt, es wirkte wie gelähmt. "Das Umschalten hat nach den letzten beiden ganz defensiven Spielen gegen Duisburg und Frankfurt nicht geklappt", gab FCS-Trainer Guido Mey zu. Trotzdem hätten Lisa Schwab (8.) und Selina Wagner (20.) freistehend vor Bayern-Torfrau Ulrike Schmetz das 1:0 machen können. "Da hapert es einfach mit der Ausnutzung", klagte Trainer Mey. Die Strafe folgte: Die Münchnerin Stefanie Mirlach wurstelte den Ball nach einem Freistoß in der 14. Minute zum 1:0-Siegtreffer über die Linie.

Nach der Halbzeitpause sah Münchens Mandy Islacker nach einer Tätlichkeit die Rote Karte (63.). Doch die FCS-Frauen konnten die zahlenmäßige Überlegenheit überhaupt nicht nutzen. Torgefahr kam so gut wie gar nicht auf. Dann war auch schon Schluss und die Ernüchterung groß. "Wir haben noch eine letzte Chance in Hamburg und müssen dort alles mobilisieren", meinte FCS-Trainer Mey, dessen Team beim HSV ein Punkt gereicht hätte, wenn Potsdam seine 2:1-Führung kurz vor Schluss über die Runden gebracht hätte.

Sarah Karnbach analysierte nach der Partie treffend: "Wir haben in der ersten Hälfte platt gewirkt, waren nicht voll da. Wenn man gewinnen will, muss man 90 Minuten Leistung bringen." Immerhin gab sich Kapitän Sabine Blank kurz nach dem Abpfiff schon wieder kämpferisch, dass das Team auch diesen Nackenschlag verdaut: "Mit unserem Teamgeist und den Fans zusammen werden wir das schaffen."

Auf einen Blick

Die Entscheidung um die deutsche Fußball-Meisterschaft der Frauen ist vertagt und fällt erst am letzten Bundesliga-Spieltag. Tabellenführer 1. FFC Frankfurt konnte gestern seine Chance auf den vorzeitigen Titelgewinn nicht nutzen und kam trotz einer 1:0-Führung beim Zweiten FCR Duisburg nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Vor der Duisburger Rekordkulisse von 4126 Zuschauern hatte Kerstin Garefrekes (19.) Frankfurt früh in Führung gebracht. Doch in der 72. Minute gelang FCR-Stürmerin Inka Grings der überfällige Ausgleich. Duisburg war Uefa-Cup-Sieger Frankfurt klar überlegen, vergab jedoch reihenweise beste Torchancen. dpa

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort