FCS-Profi Mendler fordert Siegesserie vor den Topspielen

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Mendler plant Siegesserie vor Topspielen

Der Offensivspieler des 1. FC Saarbrücken fühlt sich topfit. In dieser Saison zählt für den 26-Jährigen nur der Aufstieg.

Der Fußball ist – wie alle anderen Lebensbereiche auch – Moden unterworfen und den damit verbundenen Begriffen. Schambein­entzündung hieß früher eher Leistenzerrung. Gegenpressing nannte man Nachsetzen. Ganz „hip“ ist derzeit der „Unterschiedsspieler“. „Ich kenne das Wort, man hört es jetzt öfter. Die Bayern haben doch so einen gesucht“, sagt Markus Mendler, Spielmacher des Regionalligisten 1. FC Saarbrücken mit schelmischem Lächeln: „Wie jeder versuche ich, immer das Beste zu geben für die Mannschaft.“

Der Kader des FCS ist gespickt von solchen Akteuren, die mit einer einzigen Aktion ein Spiel entscheiden können. „Gerade jetzt in der abgelaufenen englischen Woche haben wir gewechselt, und es hat keinen großen Unterschied gemacht“, sagt Mendler: „Da gibt es immer Härtefälle, und jeder kann mal so ein Härtefall sein. Es darf sich jeder nicht so wichtig nehmen, am Ende brauchen wir alle Spieler. Jeder hat den Anspruch, von Anfang an zu spielen. Darum ist in jedem Training Vollgas drin, jeder will sich anbieten.“

Für das Heimspiel an diesem Samstag gegen den FC Astoria Walldorf (14 Uhr) sind Steven Zellner (Oberschenkel) und Manuel Zeitz (Rücken) fraglich, auch bei Mendler zwickte unter der Woche der Oberschenkel. „Alles gut“, gibt er Entwarnung. Sein Tor zum 2:1 bei der TSG Balingen war ein Augenschmaus. Der Hackentrick, mit dem Mendler das 3:2 von Sebastian Jacob einleitete, ein Geniestreich. In den vier Liga-Einsätzen traf Mendler zwei Mal, bereitete zwei Treffer direkt vor. Auch beim 3:2-Erfolg gegen Zweitligist Jahn Regensburg im DFB-Pokal profitierte der FCS von Mendlers Vorbereiter-Qualitäten.

„Egal ob von Anfang an oder von der Bank – ich bereite mich immer gleich auf ein Spiel vor. Es gilt, konzentriert zu sein von der ersten Minute“, sagt Mendler, der in der vergangenen Saison nicht immer an seine Topleistung herankam. „Es war schwer nach der verpassten Relegation. Ich habe mir die Spiele gegen 1860 immer wieder angeschaut. Das hing mir lang in den Knochen. Jetzt fühle ich mich wieder frei im Kopf, um endlich aufzusteigen.“

Der in Memmingen geborene Mendler kommt mit 26 Jahren ins „beste Fußball-Alter“, sein Vertrag mit dem FCS läuft bis 2020. Zuletzt soll es Interesse des Drittligisten Hansa Rostock gegeben haben. „Mit den Jahren wirst du ruhiger, abgezockter“, sagt der Mittelfeldmann: „Das Angebot war da, Hansa wollte sogar Ablöse zahlen. Der FCS hat gleich gesagt, dass da nichts geht. Aber ich habe mir ohnehin keinen Kopf gemacht. Ich fühle mich hier pudelwohl und bin mit meiner Freundin hier sehr glücklich. Ich hätte es auf keinen Fall gemacht.“

Das Heimspiel gegen Walldorf am Samstag ist der Auftakt zur zweiten englischen Woche der Saison mit dem Nachholspiel bei RW Koblenz und der Partie beim FSV Mainz 05 II. „Walldorf hat mit André Becker den derzeit besten Torjäger mit sechs Treffern. Sie werden aber nicht hierherkommen und das Spiel machen. Wir haben ein gutes Anfangsprogramm. Die Topspiele gegen Homburg, Elversberg und Offenbach kommen später. Es gilt, sich ein Polster aufzubauen“, sagt Mendler: „Keiner darf jetzt locker lassen. Diese Gefahr haben wir in Balingen gesehen, als wir nach 30 Minuten nachgelassen und den Gegner aufgebaut haben.“ Doch da hat eben Mendler den Unterschied gemacht. Der ist sich ganz sicher: „Wir haben die Qualität, um in der Liga durchzumarschieren.“ Und Aufsteigen kommt nie aus der Mode.

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