FCS-Präsident Ostermann spricht Machtwort zur Zukunft von Lottner

Fußball-Regionalliga : Ein Machtwort und ein mäßiger Kick

1. FC Saarbrücken spielt nur 0:0 gegen Astoria Walldorf. FCS-Präsident Ostermann stärkt Trainer Lottner den Rücken.

Hartmut Ostermann, der Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, hat am Samstag die Diskussion um die Zukunft von Trainer Dirk Lottner beendet – zumindest vorläufig. Am Samstag ließ der Unternehmer, der die sportlichen Entscheidungen im Verein zuletzt in die Hände von Vize-Präsident Dieter Ferner und Sportdirektor Marcus Mann gelegt hatte, über die Vereinskanäle mitteilen, dass er davon ausgehe, „dass Dirk Lottner eine schlagkräftige Mannschaft in die neue Saison mit der klaren Zielsetzung des Aufstiegs in die 3. Liga führen“ werde.

Die gleiche Zielsetzung also, die Lottner in bislang drei Anläufen nicht erfüllt hat. Der Vertrag des 47-jährigen Kölners mit dem FCS läuft noch bis 2020. Nach Informationen unserer Zeitung enthält er aber eine Ausstiegsklausel mit einer fünfstelligen Abfindung. „Der Präsident hat erklärt, dass der Trainer noch Vertrag hat und dass wir davon ausgehen, dass beide Seiten ihn erfüllen“, sagte FCS-Sportdirektor Mann, „das schließt aber nicht aus, dass man sich im Sommer zusammensetzt und schaut, wie es weitergeht, was falsch gelaufen ist und warum wir unsere Ziele nicht erreicht haben.“

Lottner selbst reagierte auf die jüngsten präsidialen Verlautbarungen sichtlich zufrieden. „Das ist natürlich erfreulich“, sagte der Ex-Profi in einem Interview beim SR: „Es hätte aber auch ein paar Wochen vorher mal geklärt werden können.“ Die Mannschaft, die laut einem Bericht des Magazins Forum deutlich unterschiedliche Meinungen zur Performance des Trainers haben soll, habe Ostermanns Aussage laut Lottner mit „Erleichterung“ aufgenommen.

Von Leichtigkeit war dann aber beim torlosen Unentschieden gegen den abstiegsbedrohten FC Astoria Walldorf nicht viel zu sehen. Das lag aber sicher nicht nur an den fünf Umstellungen gegenüber der 3:4-Niederlage bei der SV Elversberg eine Woche zuvor. Nino Miotke spielte für Steven Zellner (Kapselprellung im Sprunggelenk), Sascha Wenninger und Mario Müller für Alexandre Mendy und José Pierre Vunguidica als Außenverteidiger, Marco Holz kam statt Fanol Perdedaj im Mittelfeld zum Einsatz, und im Sturm bekam Marcel Carl den Vorzug vor Gillian Jurcher, der nach einer Auseinandersetzung mit Kapitän Manuel Zeitz eine Denkpause bekommen hatte. Vielleicht auch, weil sein Berater ihn beim Zweitligisten SV Sandhausen angeboten haben soll.

„Wir haben ein Spiel auf Augenhöhe gesehen“, sagte Astorias Trainer Matthias Born über die Begegnung vor 2057 Zuschauern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion, die sein Kollege Lottner als „schwaches Spiel“ einordnete. Saarbrücken war die spielbestimmende Mannschaft, kam aber nur selten zu zwingenden Aktionen. Carls Schüsse am Tor vorbei (24. Minute) und auf die Torlatte (61.) sowie ein abgefälschter Versuch von Wenninger (69.) waren noch die besten Möglichkeiten. Auf der anderen Seite hatten die Saarbrücker Glück, dass Semih Sahin (25., 37., 39.) seine klaren Chancen nicht zur Gästeführung nutzte.

Nach dem 1:0 gegem Wormatia Worms feierte Waldhof Mannheim am Samstag vorzeitig den Titelgewinn. Der FCS bleibt mit 17 Zählern Rückstand Zweiter – auch weil der punktgleiche Aufsteiger FC Homburg nach 0:2-Rückstand beim TSV Steinbach noch 2:2-Unentschieden spielte. „Die volle Konzentration des Vereins liegt nun auf der vernünftigen Beendigung der Saison und auf dem Gewinn des Saarlandpokals“, sagte FCS-Präsident Ostermann, „und auf der Optimierung des Kaders für die kommende Saison.“ Was auch immer das heißt.

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