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FCS kämpft um Ovtcharov

Saarbrücken. Der 1. FC Saarbrücken hat sich mit einem 3:1-Erfolg gestern bei Werder Bremen in eine perfekte Ausgangslage gebracht im Kampf um die Playoffs. Und er hat den Kampf um einen Weltklassespieler angenommen. Kai Klankert,Mark Weishaupt,Alexander Zewe (SZ)

Nach einem perfekten Wochenende greift der der 1. FC Saarbrücken in der Tischtennis-Bundesliga erneut nach der Endrunde um die deutsche Meisterschaft - und damit auch nach der Qualifikation für die Champions League 2015/2016. Und mitten in die Freude über den 3:1-Sieg bei Werder Bremen platzt eine Nachricht, die im Tischtennis-Saarland mit purer Begeisterung vernommen werden dürfte. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung bastelt der FCS an einem Mega-Transfer: Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov soll ins Saarland wechseln und den FCS in Zukunft zu einem Titelanwärter und echten Herausforderer des Serienmeisters Borussia Düsseldorf machen.

Ovtcharov steht aktuell beim russischen Spitzenclub Fakel Orenburg unter Vertrag - und das bereits seit 2010. Dass der 26-Jährige, aktuell auf Rang sechs der Weltrangliste, überhaupt auf dem Markt ist, liegt nach SZ-Informationen an seiner vertraglichen Regelung in Russland, wonach er in der Landeswährung bezahlt wird. Durch den jüngsten Verfall des Rubels besteht nun offenbar die Gelegenheit, den Weltklassespieler zu einer Rückkehr nach Deutschland zu bewegen.

Ovtcharov ist ohnehin dabei, mit Blick auf die Spiele 2016 in Rio de Janeiro sein Umfeld neu zu ordnen. Vor wenigen Wochen gab er die Verpflichtung des Schweden Jörgen Persson als neuen Trainer bekannt. Der ehemalige Topspieler des ATSV Saarbrücken ist regelmäßig im Saarland zu Gast - unter anderem beim energis Masters in St. Wendel. Außerdem hat Ovtcharovs Ausstatter Donic seinen Sitz in Völklingen.

Nach SZ-Informationen ist auch Klaus Meiser , der neue Präsident des Landessportverbandes für das Saarland , der in seinem Heimatverein TV Quierschied viele Jahre Tischtennis gespielt hat, in die bisherigen Gespräche eingebunden. Ovtcharov wäre mit einem Schlag das neue Gesicht des Saarsports und zugleich Medaillenkandidat Nummer eins für den Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland bei den Spielen in Rio. "Dima" war trotz seiner erst 26 Jahre bereits zwei Mal bei Olympia dabei - und brachte immer Edelmetall mit. 2008 in Peking gewann er mit der Mannschaft Silber, 2012 in London mit dem Team Bronze und wurde im Einzel sensationell Dritter.

Wenn sich Ovtcharov über die aktuelle Lage beim FCS am Wochenende informiert hätte, er hätte nur Positives zu hören bekommen. Der 3:1-Erfolg in Bremen und die gleichzeitige 1:3-Niederlage von Ochsenhausen in Grenzau katapultierte die Saarbrücker auf den vierten Tabellenplatz, der zur Playoff-Teilnahme gerade noch berechtigt. Den muss der FCS nun nur noch mit einem Heimsieg am 29. März gegen Schlusslicht Hagen verteidigen. In der Form von gestern sollte das allerdings kein Problem sein.

Zwar verlor Bojan Tokic direkt das erste Spiel gegen den früheren Saarbrücker Bastian Steger nach großem Kampf mit 2:3, danach aber trumpfte Tiago Apolonia mit zwei 3:0-Erfolgen gegen Constantin Cioti und Steger auf. Den dritten Punkt holte der Franzose Adrien Mattenet mit einem 3:1 gegen Adrian Crisan. Ausgerechnet Mattenet, der in dieser Saison deutlich hinter den Erwartungen blieb, sorgte für die Vorentscheidung. Wie gesagt, ein perfektes Wochenende für den 1. FC Saarbrücken in der Tischtennis-Bundesliga.