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Fußball-Saarlandpokal
FCS ist kein Traumlos mehr, sondern eine „reine Katastrophe“

Ein Feuerwehrmann sammelt eine Rauchbombe auf, die Fans des FCS beim Pokalspiel in Homburg Richtung Rasen abfeuerten.
Ein Feuerwehrmann sammelt eine Rauchbombe auf, die Fans des FCS beim Pokalspiel in Homburg Richtung Rasen abfeuerten. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der FSV Jägersburg ist nach der Pokal-Auslosung entsetzt. FCS-Vizepräsident Dieter Ferner hat Verständnis für die Sorgen vor weiteren Randalen. Von Patric Cordier

Nach dem Saarlandpokal ist vor der Regionalliga. Doch ganz so einfach kann und will man beim 1. FC Saarbrücken nicht zur Tagesordnung übergehen. Zu viel ist rund um den 2:1-Pokalerfolg beim FC Homburg am Mittwoch geschehen – Pyrotechnik im Stadion, Schlägereien in der Stadt. „Was im Waldstadion passiert ist, geht schon Richtung kriminell“, sagt FCS-Vizepräsident Dieter Ferner: „Mir fehlt dafür jegliches Verständnis. Es sind immer nur ganz wenige, aber die schaden dem Verein ganz massiv.“


Darum ist die Begeisterung beim Halbfinalgegner FSV Jägersburg über das „Traumlos FCS“ durchaus überschaubar. „Für uns ist das eine reine Katastrophe. Aus meiner Sicht wird alles auf ein Ausweichen ins Homburger Waldstadion hinauslaufen. Hier in Jägersburg könnten wir gar nicht genug Sicherheits-Personal organisieren, um ein mögliches Aufeinandertreffen von Homburger und Saarbrücker Anhängern zu verhindern“, sagt der FSV-Chef Werner Finken: „Der Saarländische Fußball-Verband sollte sich überlegen, dass er die Kosten zum In-Schach-halten von Chaoten nicht dem kleinen Heimverein überlässt, sondern dem verursachenden Gastverein.“

Dass der FCS bislang bei den kleineren Vereinen auch aus diesem Grund auf seinen Anteil der Einnahmen verzichtet hat, sollte nicht unerwähnt bleiben. Dennoch: FCS-Ikone Ferner fordert einen Selbstreinigungsprozess. Sein Geduldsfaden ist gerissen. „Es soll mir keiner kommen, es habe keinen Dialog gegeben. Wir haben immer wieder den Dialog angestoßen. Wir haben immer wieder gesprochen. Ich war auch selbst mit dabei, aber da kannst du auch gegen eine Wand reden“, so Ferner. „Einige sind so von ihrem Tun überzeugt, dass man denen mit Argumenten nicht beikommt. Für mich ist deshalb jedes weitere Gespräch reine Zeitverschwendung.“ Es könne so nicht weiterlaufen.



Laufen ist auch die Erinnerung, die Manuel Zeitz an den kommenden Gegner hat. „Letztes Jahr sind wir dort 90 Minuten lang dem Ball hinterher gelaufen“, sagt Zeitz vor dem Spiel bei Astoria Walldorf am Sonntag (14 Uhr): „Wir haben zwar 1:0 gewonnen, aber jeder sollte wissen, was da auf uns zukommt.“ Walldorf ist zwar nur Zwölfter, doch ein Blick auf die Tordifferenz zeigt, dass man das Team nicht unterschätzen darf. Als einziger Club der unteren Hälfte hat Astoria eine positive Tordifferenz. Markus Obernosterer, Marco Kehl-Gomez, Sebastian Jacob und Dominic Rau fehlen verletzungsbedingt. Alle vier bestreiten Reha-Maßnahmen. Alexandre Mendy soll nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, für die Partie am Sonntag ist er keine Option. „Kadermäßig wird es wohl so aussehen wie in Homburg“, sagt Trainer Lottner.