| 20:33 Uhr

1. FC Saarbrücken
FCS ist auf der Jagd nach neuen Bestmarken

Es läuft rund beim 1. FC Saarbrücken, der seit 20 Spielen ungeschlagen ist. Der sportliche Leiter Marcus Mann (links) und Trainer Dirk Lottner können so langsam schon für die Aufstiegsspiele zur 3. Liga planen.
Es läuft rund beim 1. FC Saarbrücken, der seit 20 Spielen ungeschlagen ist. Der sportliche Leiter Marcus Mann (links) und Trainer Dirk Lottner können so langsam schon für die Aufstiegsspiele zur 3. Liga planen. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Ostermann hat vor dem heutigen Spiel bei den Stuttgarter Kickers Verständnis für die Neunkircher Enttäuschung in Sachen Stadion. Patric Cordier

Mit einem Sieg im Nachholspiel bei den Stuttgarter Kickers heute um 19 Uhr im Gazi-Stadion auf der Waldau könnte der 1. FC Saarbrücken seinen eigenen Vereinsrekord einstellen. Mit einem Punkt wäre der Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest in 21 Liga-Spielen in Folge unbesiegt – eine Serie, wie sie unter Jürgen Luginger 2012 in der 3. Liga aufgestellt wurde. Der aktuelle FCS-Trainer Dirk Lottner sagt bescheiden: „Was unter Luginger passiert ist, war eine andere Liga und hatte demnach eine andere Qualität. Damit sollten wir uns nicht vergleichen.“


FCS-Stürmer Patrick Schmidt (bislang 18 Treffer) sah beim 3:0-Erfolg beim FSV Frankfurt die fünfte Gelbe Karte. Für ihn wird Christoph Fenninger beginnen. Martin Dausch fällt die nächsten Wochen mit einem Teilabriss in der schrägen Bauchmuskulatur aus, Fanol Perdedaj hat einen Schlag aufs Knie bekommen. Für ihn könnte Marco Holz ins Team zurückkehren, wenn es seine muskulären Probleme im Oberschenkel zulassen. Die Kickers brauchen „aber noch einige Punkte, um nicht noch in den Abstiegsstrudel hineinzurutschen“, warnt Lottner.

Vielleicht kann der FCS ja noch andere Bestmarken überflügeln: Vergangenes Jahr hatte Meister SV Elversberg 78 Punkte, im Jahr davor Mannheim bei nur 34 Spielen 73 Zähler. Kickers Offenbach brachte es 2015 ebenfalls bei 34 Spielen auf 79 Punkte. Der FCS hat aktuell bei elf ausstehenden Partien 60 Punkte.



Während sportlich alles nach Wunsch läuft, sorgt die Stadionfrage für neuen Verdruss. Der FCS hat bei den Lizenzierungsunterlagen zur 3. Liga das Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion angegeben (wir berichteten). Nun ärgert es die Verantwortlichen von Borussia Neunkirchen, dass „ihr“ Ellenfeldstadion nicht den Zuschlag bekommen hat. „Von einem riesigen Stau kann nicht die Rede sein“, teilte Borussen-Präsident Martin Bach via Facebook zu den Sanierungsanforderungen mit. Aufsichtsratsboss Gerd Müller rechnete einen Investitionsbedarf von nur 1,3 Millionen Euro aus, um das Stadion drittligatauglich zu machen. Im Umfeld des FCS kursieren Gerüchte, für Flutlicht, Stadionumwegung, Geländekäufe, Wellenbrecher, Kabinentrakt, Medien- und VIP-Bereiche in Neunkirchen müssten bis zu 3,6 Millionen ausgegeben werden. Eine Zahl, die Präsident Hartmut Ostermann nicht bestätigt, ganz einfach, weil es selbst für Völklingen noch kein genaues Anforderungsprofil des DFB und damit eine exakte Kostenrechnung gibt. Alle Alternativen seien „mit entsprechend großem baulichen und finanziellem Aufwand drittligatauglich zu machen. Das haben die Begehungen des DFB gezeigt“, wiederholt Ostermann, „wir müssen als FCS den Spagat zwischen dem Aufbau einer kostenintensiven Infrastruktur auf der einen Seite und der Sicherstellung des sportlichen Erfolges durch die Zusammenstellung eines wettbewerbsfähigen Kaders schaffen.“

Für die Enttäuschung hat Ostermann Verständnis, er sieht zumindest öffentlich darin kein Nachtreten: „Die Borussia hat nicht uns kritisiert, sondern die öffentliche Wahrnehmung und Darstellung des Stadions an sich. Das ist aus Sicht der Borussia verständlich. Der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung ist nach wie vor vorhanden.“