FCS gewinnt Bundesliga-Topspiel gegen Ochsenhausen

Tischtennis : Auf die Enttäuschung folgt die Sensation

Der 1. FC Saarbrücken gewinnt nach dem Ausscheiden aus der Champions League das Bundesliga-Topspiel gegen Ochsenhausen.

Mit einer bitteren Pille hatte das Wochenende für den 1. FC Saarbrücken am Freitagabend begonnen, mit einem Triumph am Sonntag endete es. Nachdem sich die Saarbrücker nach der 2:3-Niederlage gegen Bogoria Grodzisk aus der Champions League verabschieden mussten, fertigten sie zwei Tage später den Spitzenreiter und Meisterschaftsfavoriten in der Tischtennis-Bundesliga, die TTF Ochsenhausen, sensationell mit 3:0 ab.

„Wir bauen auf die Jungen, und wir sind heute belohnt worden. Ich bin stolz wie sonstwas“, sagte der sportliche Leiter des FCS, Erwin Berg, am Sonntag euphorisiert. Der beste Einzelspieler der Bundesliga, Patrick Franziska, bewies im ersten Spiel gegen Hugo Calderano einmal mehr seine Ausnahmestellung. Die Saarbrücker Nummer eins fertigte den Ochsenhausener mit 3:0 ab und brachte den FCS mit 1:0 in Führung. Im zweiten Spiel hatte dann Tomas Polansky seinen großen Auftritt. Der 20-jährige Tscheche lag gegen Simon Gauzy – immerhin die Nummer 23 der Weltrangliste – schon mit 0:2-Sätzen zurück. Dann aber steigerte sich der U21-Europameister, der nach monatelanger Pause infolge einer Schulterverletzung noch nicht zu seiner Topform gefunden hatte, und siegte am Ende unter frenetischem Jubel der gut 400 Zuschauer in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle noch mit 3:2 – das 2:0 für den FCS.

„Nach dem 0:2 habe ich zwar nicht unbedingt mehr an den Sieg geglaubt, aber ich habe weiter versucht, konzentriert zu bleiben. Ich bin überglücklich, dass es am Ende tatsächlich noch gereicht hat“, sagte Polansky mit einem Strahlen im Gesicht. Den Abschlusspunkt steuerte schließlich Darko Jorgic bei, der sich mit 3:1 gegen Stefan Fegerl durchsetzen konnte. Damit bleibt der FCS auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle und nimmt immer klarer Kurs auf die Playoff-Spiele der vier Erstplatzierten um die Meisterschaft.

Vor dem Triumph in der nationalen Eliteliga stand am Freitag allerdings der Frust in der Champions League. Rund 300 Zuschauer in der Multifunktionshalle der Hermann-Neuberger-Sportschule konnten den Spielern die Enttäuschung anmerken, nachdem sich Jorgic im letzten Spiel gegen Kaii Yoshida mit 1:3 geschlagen geben musste. Zuvor war Jorgic bereits Panagiotis Gionis mit 1:3 ebenso unterlegen wie Polansky gegen Pavel Sirucek (0:3). Die Punkte für den FCS holte Franziska mit Siegen gegen Kaii Yoshida (3:2) und Marek Badowski (3:0). Damit hatte der FCS das Gruppenendspiel um den Einzug ins Viertelfinale mit 2:3 verloren und verabschiedete sich aus der europäischen Königsklasse. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir nur Dritter geworden sind. Aber Bogoria war in den entscheidenden Momenten einfach stark“, sagte Franziska. Trotz der Enttäuschung über das Ausscheiden kündigte der 26-Jährige an, nun im ETTU-Cup, wo die Saarbrücker als Gruppendritter weiter europäisch spielen werden, für Furore sorgen zu wollen: „Das Erreichen des ETTU-Cups war unser Minimalziel. Das haben wir erreicht. Nun werden wir versuchen, dort anzugreifen.“ Immerhin haben die Saarbrücker in dem zweiten europäischen Wettbewerb hinter der Champions League schon gute Erfahrungen gemacht. 2014 feierte der FCS mit dem Gewinn des ETTU-Pokals den bislang größten Triumph der Vereinsgeschichte. „Mit der Mannschaft bin ich überzeugt, dass wir ins Finale einziehen können“, unterstrich der sportliche Leiter Berg die neue Zielsetzung.