FCS fühlt sich bereit für den Zweikampf an der Tabellenspitze

Kostenpflichtiger Inhalt: 2:0-Sieg bei Aufsteiger FC Gießen : FCS fühlt sich bereit für den Zweikampf an der Spitze

Fußball-Regionalligist feiert mühevollen 2:0-Sieg bei Aufsteiger FC Gießen und marschiert in der Tabelle mit Steinbach vorneweg.

3-5-2. Das von Trainer Dirk Lottner bevorzugte Spielsystem schien in dieser Saison bei Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken in Stein gemeißelt. Trotz mehr oder weniger lauter Kritik von außen und innen. Bis am Samstag. Da überraschte der Kölner die Gastgeber vom FC Gießen mit einer 4-4-2-Grundausrichtung. „Man muss den Gegner auch mal vor neue Aufgaben stellen“, sagte Lottner vor der Partie lapidar über die Änderung.

In der ersten Hälfte waren sich die 800 mitgereisten FCS-Fans unter den 2600 Zuschauern einig mit ihrem Trainer, dass es bis dahin nicht am Spielsystem lag, dass auf dem knochenharten, holprigen und staubtrockenen Rasen im Waldstadion kein Unterschied zwischen dem Aufsteiger und dem Titelkandidaten zu erkennen war. „Lethargisch. Ohne Bereitschaft, Tempo ins Spiel zu bringen, aber auch ohne den Willen, dies zu ändern“, nagelte Lottner seine Truppe erst in der Kabine und dann vor der Presse gegen die Wand. Denn die beste Chance vor der Pause hatte Gießen. Nach weitem Abschlag von Torwart Frederic Löhe klärte Boné Uaferro in letzter Sekunde vor Marco Koch (28.).

Tobias Jänicke brachte Schwung ins FCS-Spiel. Foto: Andreas Schlichter

„Es gibt Spiele, da kommst du besser erst zur Pause rein“, scherzte Tobias Jänicke, der mit Tobias Eisele ab der 46. Minute ran durfte. Stattdessen mussten die glücklosen Kianz Froe­se und Tim Golley raus. Zwar hatte Gießen durch einen sehenswerten Seitfallzieher von Nico Rinderknecht auch nach dem Wiederanpfiff die erste Chance (47.), es sollte aber die letzte Schrecksekunde bleiben. Der FCS diktierte nun das Spiel und hatte endlich eigene Möglichkeiten. Eisele scheiterte an Löhes ausgestrecktem Bein (56.). Vier Minuten später war Löhe erneut Endstation für Eisele.

Das 4-4-2 scheint vor allem Jänicke auf den Leib geschrieben, da kann er über die Außenbahnen seine ganze Klasse ins Spiel bringen. Auch weil die Wege nicht so weit sind wie bei der Dreierkette. Das zeigte sich nach 64 Minuten, als der Rostocker Anthony Barylla auf die Reise schickte, der aus vollem Lauf gefühlvoll flankte und Eisele zum 1:0 vollendete. „Wenn die Bälle so in die Box kommen, laufe ich rein“, sagte Eisele, „das ist meine Stärke.“ Fünf Minuten später stach dann auch der andere Joker. Gillian Jurcher erkämpfte den Ball, flankte, und Jänicke musste nur noch den Fuß hinhalten. Das 2:0 (69.) war die Entscheidung. „Es ist im 4-4-2 für die Außen einfacher, in die Box zu kommen“, sagte der Torschütze, „aber wenn wir am Ende im 3-5-2 aufsteigen, und ich habe nur ein Tor geschossen, kann ich damit auch gut leben.“ Danach passierte nichts mehr. Gießen konnte, Saarbrücken brauchte nichts mehr zu machen.

„Es ist sehr zufriedenstellend, wenn die Maßnahmen, die man in der Halbzeit ergreift, dann auch umgesetzt werden“, sagte Lottner über die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang, „da war eine andere Bereitschaft und andere Körpersprache da. Am Ende ist es ein verdienter Sieg, obwohl wir uns lange schwergetan haben. Wir müssen als Spitzenteam hier in Gießen einfach anders auftreten.“

Nach dem Sieg des TSV Steinbach gegen die SV Elversberg scheint sich an der Spitze ein Zweikampf abzuzeichnen. „Genau wie die zu uns schauen, schauen wir zu ihnen“, sagt Jänicke, „wir müssen unsere Spiele vorlegen, die müssen antworten. Ist doch eine schöne Situation.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung