FCS-Frauen spielen im DFB-Pokal gegen 1. FFC Frankfurt

Frauenfußball : De Backer glaubt fest an eine Sieg-Chance

Die Frauen des 1. FC Saarbrücken treffen im Achtelfinale des DFB-Pokals auf den Bundesligisten 1. FFC Frankfurt.

Gut zehn Jahre ist es her, da glückte den Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken fast schon sensationell der Einzug ins DFB-Pokal-Finale der Frauen. Im Endspiel 2008 unterlag das damalige Saarbrücker Team um die späteren Weltklasse-Spielerinnen Nadine Keßler, Dzsenifer Marozsán oder Josephine Henning dem 1. FFC Frankfurt mit 1:5 (1:1). An diesem Sonntag um 14 Uhr kommt es im Saarbrücker Kieselhumes-Stadion zu einer „verspäteten Revanche“ – wenn auch unter anderen Vorzeichen: Der FCS spielt seit 2011 zweitklassig. Und diesmal ist es „nur“ das Achtelfinale im Pokalwettbewerb.

Jacqueline de Backer glaubt trotz der Außenseiterrolle an eine Möglichkeit zum Sieg. Denn das ehemalige Aushängeschild des deutschen Frauenfußballs aus Hessen befindet sich im Umbruch, stellt eines der jüngsten Teams im Oberhaus und ist aktuell auch nur Achter von zwölf Vereinen.„Das ist nicht mehr die Mannschaft wie noch vor ein paar Jahren“, sagt FCS-Torjägerin de Backer: „Ich glaube nicht, dass wir da total chancenlos sind.“

Dann aber muss sich das Team von Trainer Taifour Diane gegenüber dem letzten Auftritt steigern. „Das war einfach ein ganz schlechtes Spiel von uns“, blickt de Backer auf die erste Saisonniederlage in der 2. Bundesliga beim SV Weinberg, wo die FCS-Frauen durch ein 0:2 die Rückkehr an die Tabellenspitze verpassten. In der wegen des Pokalspiels vorverlegten Partie fand der FCS offensiv keine Mittel. „Die haben hinten mit sieben, acht Leuten auf einer Linie agiert. Das hatte nicht viel mit Fußball zu tun. Wir waren aber zu ungeduldig, zu fehlerhaft und haben uns auskontern lassen“, sagt de Backer zum Tiefpunkt der holprigen Saarbrücker Phase, die zuvor drei Unentschieden erbracht hatte.

Doch vielleicht kommt das Duell mit Frankfurt gerade recht, um für eine Wende zu sorgen. Die Stimmung sei nach Weinberg zwar „nicht bombastisch gut“, verrät de Backer, letztlich könne man aber „befreit und ohne Druck aufspielen“ – und müsse selbst versuchen, spielerisch Akzente zu setzen: „So destruktiv wie Weinberg wollen und können wir gar nicht spielen“, merkt de Backer jedenfalls an.

Von einem möglichen Vorgeschmack auf die neue Saison möchte sie nichts wissen. Mit dem Aufstieg beschäftige sich beim FCS niemand, sagt de Backer, auch wenn der FCS seit Saisonbeginn auf einem Aufstiegsplatz steht und von allen Konkurrenten und auch dem kommenden Gegner Frankfurt als Topfavorit auf den Bundesliga-Aufstieg genannt wird. „Das wollen alle immer gerne hören, aber das ist weder für mich noch innerhalb der Mannschaft ein Thema“, sagt de Backer: „Wir wissen, dass wir mit guten Gegnern mithalten können, tun uns aber gegen die vermeintlich Kleinen schwer. Uns fehlt in meinen Augen noch das gewisse Etwas.“

De Backer muss es eigentlich wissen, immerhin gab sie vor fast neun Jahren zu Bundesliga-Zeiten ihr Debüt für die FCS-Frauen. Der dritte von bis heute 23 Erstliga-Einsätzen (sieben Mal Startelf) war ein Heimspiel gegen Frankfurt, als de Backer beim 1:4 gegen damalige Stars wie Nadine Angerer, Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes und die damals in Hessen spielende Marozsán eingewechselt wurde. Auch in der Vorsaison bekam der FCS zu spüren, dass in der Bundesliga ein anderer Wind weht: 0:15 hieß es im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München – wohl auch, weil es der Vergleich Amateure gegen Profis war.

De Backer etwa fehlte in der Woche vor dem anstehenden Pokalspiel gegen Frankfurt studienbedingt im Mannschaftstraining, kehrte erst am Freitag aus Dortmund ins Saarland zurück. Sie räumt ein: „Es gibt sicher bessere Spielvorbereitungen, aber die berufliche Zukunft steht halt an erster Stelle.“ Für FCS-Trainer Diane ist die Zweitliga-Torschützenkönigin der Vorsaison und mit sieben Toren aktuell beste Saarbrücker Schützin auch ohne Training unverzichtbar – und vielleicht wird es auch dank de Backer am Sonntag sehr viel enger als beim 1:5 vor gut zehn Jahren in Berlin.

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