| 20:42 Uhr

Frauenfußball
Erst Kreuzbandrisse, jetzt Fußbruch

An diesem Samstag steht den Frauen des 1. FC Saarbrücken ein weiteres Spitzenspiel bevor. Es geht gegen den VfL Wolfsburg II.
An diesem Samstag steht den Frauen des 1. FC Saarbrücken ein weiteres Spitzenspiel bevor. Es geht gegen den VfL Wolfsburg II. FOTO: Andreas Schlichter
SAARBRÜCKEN. Die Frauen des 1. FC Saarbrücken sind personell arg gebeutelt. Trotzdem wollen sie jetzt eine Siegesserie starten. Von David Benedyczuk

Die Überraschung blieb aus. Dennoch soll das 2:3 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Bundesligisten 1. FFC Frankfurt für die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken ein Mutmacher sein. Vier Partien muss der Aufstiegsanwärter vor der Winterpause in der 2. Bundesliga noch absolvieren. Trainer Taifour Diane hofft, dass sein Team die Serie von zuletzt vier sieglosen Liga-Partien an diesem Samstag (11 Uhr, Kieselhumes) gegen den VfL Wolfsburg II beenden kann.


„Nachdem es für uns gegen zweite Mannschaften drei Mal nicht so gut gelaufen ist, haben wir hoffentlich unsere Lehren gezogen“, sagt Diane vor dem Spiel des Tabellendritten gegen den Zweiten, der wie Spitzenreiter TSG Hoffenheim II nicht aufstiegsberechtigt ist. Kurioserweise konnte der FCS in den bisher vier Duellen mit Zweitvertretungen nur gegen Hoffenheim mit 2:0 gewinnen. Gegen Frankfurt II (2:2), Potsdam II (2:2) und den FC Bayern II (3:3) reichte es nicht zum Sieg. Nach der ersten Saisonniederlage beim SV Weinberg (0:2) sieht Diane die Zeit nun reif für eine umso erfolgreichere Phase: „Wir wollen die letzten Spiele des Jahres gewinnen.“

Mittelfeldspielerin Marie Steimer wird dabei nicht mithelfen können: Die 21-Jährige kam in den letzten drei Spielzeiten in allen Partien zum Einsatz, ist unbestrittene Stammkraft – aber nach ihrem Fußbruch die nächste Leistungsträgerin, die vorerst wegfällt. Steimer war im Abschlusstraining vor dem Pokalspiel umgeknickt. „Schade, dass sie lange fehlen wird – das ist ein herber Verlust“, sagt Diane.



Steimer dürfte zumindest früher zurückkehren als Chiara Klein und Anja Selensky nach ihren Kreuzbandrissen. Mit Klein, die sich im Februar verletzte, ist laut Frauen-Abteilungsleiter Winfried Klein „frühestens im Februar oder März“ zu rechnen. Selensky (im August) dürfte die Runde ganz verpassen.

Als möglicher Ersatz für Steimer kommt Rie Nishibayashi in Frage. Die Japanerin spielte letzte Saison 19 Mal für den SV Hohen Neuendorf in der 2. Bundesliga Nord. Nach längerer Testphase beim FCS gab sie in Weinberg ihr Debüt und spielte beim 0:2 durch. „Sie hat sich als Option erwiesen, deshalb geben wir ihr die Chance. Rie hat ihre Sache ganz gut gemacht. Sie zeichnet sich durch ihre Ruhe am Ball aus, ist eine gute Ballverteilerin. Bei Dynamik und Zweikampfverhalten fehlt ihr noch ein wenig“, sagt Diane.

Der FCS-Trainer musste zuletzt auch ohne Innenverteidigerin Emma Dörr auskommen, die zwei Wochen krankgeschrieben war. Auch im Pokal, wo Diane zudem auf die Dienste von Dörrs Abwehrkollegin Anja Ditscheid verzichtete. „Da wollten wir Michelle Reifenberg einfach die Chance geben, haben daher auf Michaela Drescher und sie gesetzt“, erklärt Diane. Eine andere Defensivakteurin sei nach wie vor keine Option: Larissa Theil ist nach langer Verletzungspause zurück im Training, klagt aber anderthalb Jahre nach ihrem letzten Einsatz weiter über muskuläre Probleme.

Kapitänin Lena Ripperger scheint dagegen komplett genesen, nachdem sie gegen Frankfurt anders als geplant über die volle Distanz mitmischte. Auch Julia Eybe ist nach überstandener Knieblessur zurück, sammelte zuletzt Spielpraxis in der Regionalliga-Mannschaft des FCS.

In der Regionalliga gab am vergangenen Wochenende FCS-Torwarttrainerin Verena Wonn ihr Debüt – aber zwischen den Pfosten des 1. FC Riegelsberg, bei dem der FCS II am Samstag um 18 Uhr gastiert. „Das ist als kooperative Hilfe zu verstehen“, sagt Winfried Klein. Für den FCS fällt Wonn, die in dieser Saison mehrfach schon auf dem Spielbericht stand, als Option somit weg.

Inwiefern der FCS in der Winterpause personell nachlegt, um die ohnehin guten Aufstiegs-Chancen noch zu erhöhen, ist noch nicht entschieden. Dies werde laut Klein erst noch intern erörtert.