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FCS: Der nette Co-Trainer ist nun Chef

FCS: Der nette Co-Trainer ist nun Chef

Taifour Diane ist nach dem Abgang von Falko Götz der neue Saarbrücker Cheftrainer. Vor dem Spiel gegen Pirmasens brodelt es beim FCS. „Wir müssen in der jetzigen Situation einfach alle zusammenhalten“, sagt Diane.

Es gibt Gewohnheiten, die wird man schwer los. Nach dem ersten Training als Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken sammelte Taifour Diane gestern Bälle ein - ganz so wie zuvor als Assistent von Falko Götz und Rastislav Hodul. Nun aber hat er das Sagen. Und das in einer schwierigen Zeit für den FCS - sowohl sportlich als auch den Club betreffend. Es brodelt gewaltig nach dem Rücktritt von Götz und Hodul. Besonders Sportdirektor Milan Sasic steht in der Kritik.

"Zur Unruhe im Verein will ich nichts sagen. Ich will mich auf das Sportliche konzentrieren, damit die Mannschaft am Samstag eine gute Leistung zeigt. Wir müssen in der jetzigen Situation einfach alle zusammenhalten", erklärt Diane, den Spieler loben. "Er ist angesehen in der Mannschaft und hat immer gute Stimmung reingebracht. Wie das als Trainer wird, muss man sehen", sagt Steffen Schäfer. Kapitän Jan Fießer erklärt: "Er ist ein wahnsinnig netter Mensch. Aber es ist eine neue Erfahrung für ihn, Cheftrainer zu sein in einer Männermannschaft - und dann gleich in der Regionalliga." So ganz stimmt das nicht.

Im Frühjahr 2011 machte Peter Müller , damals Präsident des FC Homburg, Diane beim FCH zum Nachfolger von Christian Hock. "Wir hatten etwas Rückstand, trotzdem hatten wir dann bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Klassenverbleib", erzählt Diane, der mit dem FCH in die Oberliga abstieg. 2013 holte ihn FCS-Präsident Hartmut Ostermann , dessen Sprecher Müller ist, als Fahrer zu seinem Unternehmen Victor's. "Er ist mein Chef, aber wir hatten schon immer ein ganz besonderes Verhältnis", sagt Diane über seinen Arbeitgeber und Präsidenten: "Schon als Spieler stand seine Tür immer für mich offen."

Am Dienstagabend hatte Sasic Diane über Götz' Rücktritt informiert und ihm die Nachfolge angeboten. "Falko hat gute Arbeit geleistet. Training und Einstellung waren höchst professionell", sagt Diane. Die erste Nacht als Chef war für den Ex-Nationalspieler aus Guinea unruhig. "Ich habe schlecht geschlafen. Mir sind so viele Dinge durch den Kopf gegangen. Mit dem geschenkten Vertrauen hat man mir viel Verantwortung übertragen." Er will viele Gespräche mit Spielern führen. Und muss vermitteln, dass der "nette Co-Trainer" nun der Chef ist. "Die Jungs können alle Fußball spielen", sagt Diane: "Jeder bekommt seine Chance. Aber auch ich kann nur elf Spieler von Anfang spielen lassen."

Wer im Heimspiel morgen in Völklingen gegen den FK Pirmasens (14 Uhr) zur Startelf gehören wird, lässt er offen. Wie die Mannschaft auftreten soll, ist klar. "Ich war Stürmer und will darum offensiv spielen. Gut möglich, dass wir mit zwei Stürmern spielen werden."

Diane hatte bei Bayer Leverkusen einen Erstliga-Einsatz. "Ich wurde für Weltmeister Paolo Sergio eingewechselt", erzählt er. In 112 Zweitliga-Spielen erzielte er 25 Tore. Bei Ex-Club Alemannia Aachen genießt er fast Kultstatus. "Ich habe alles für den Club gegeben. Das haben die Leute nicht vergessen. Einige sind zuletzt zu unserem Spiel mit der Frauenmannschaft gekommen. Das hat mich sehr berührt", sagt der 43-Jährige, der nächste Woche am Eignungstest zur Fußball-Lehrer-Ausbildung teilnimmt.